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Die EZB in Frankfurt.

Europäische Zentralbank

EZB-Präsidentin Lagarde nicht in Frankfurt - Fridays for Future und Extinction Rebellion demonstrieren

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Fridays for Future, Extinction Rebellion und Attac wollen die Amtseinführung der neuen EZB-Präsidentin Lagarde für ihre Proteste nutzen - auch wenn sie gar nicht vor Ort ist.

Update, 14:02 Uhr: Rund 120 Teilnehmer*innen der „Fridays for Future“ (FFF) Bewegung haben sich dem Protest angeschlossen. Dazu kommen knapp 30 Personen der „Extinction Rebellion“ (XR)Bewegung. Letzte wurden von der Polizei aufgefordert, sich den FFF anzuschließen, weil deren Demonstrationszug im Gegensatz zu XR angemeldet gewesen sei.

Update, 12:54 Uhr: Auch wenn es offiziell ihr erster Arbeitstag ist, ist Christine Lagarde nicht in Frankfurt. Laut Informationen der FR findet die Einführung der neuen Chefin der Europäischen Zentralbank ohne sie persönlich statt. Die EZB selbst bleibt heute ebenfalls geschlossen. Lagarde selbst wird Montag in Frankfurt erwartet.

Die Demonstrationen vor der EZB-Zentrale in Frankfurt werden ungeachtet der Abwesenheit Lagardes trotzdem stattfinden. Bislang ist eine kleine Gruppe von Attac-Demonstrant*innen an der EZB eingetroffen. Sowohl der Demonstrationszug von „Fridays for Future“ als auch der von „Extinction Rebellion“ werden in Kürze vor der EZB erwartet.

Wir sind vor Ort und informieren über alle Entwicklungen.

EZB-Präsidentin Lagarde beginnt heute ihren Job - Es werden Proteste erwartet

Erstmeldung

Frankfurt - Wenn Christine Lagarde am Freitag ihr Amt als neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) antritt, werden sicher viele warme Begrüßungsworte fallen. Doch vor dem Sitz der EZB, auf der Sonnemannstraße im Ostend, werden auch kritische Töne zu hören sein: Mehrere Organisationen haben angekündigt, Lagardes offizielle Amtseinführung für Kritik an der Geld- und Finanzpolitik der EZB nutzen zu wollen.

Die Klimabewegung „Fridays for Future“ kündigt an, mit ihrer wöchentlichen Demonstration für mehr Klimaschutz vom Römerberg bis zur EZB zu ziehen, weil die Zentralbank „ein Tatort der Klimakrise“ sei.

Von 12 Uhr an wollen die jungen Leute sich dafür am Römer versammeln. Die EZB habe in den letzten Jahren „im großen Maßstab Konzerne in kohlendioxidintensiven Sektoren wie Kohle, Gas, Öl und Zement mit günstigen Krediten gefördert“, sagte Emil Wohlfahrt von „Fridays for Future“. „Stattdessen müssen ökologische Investitionen unterstützt werden.“ Man fordere, dass die EZB sich bei ihrer Geldpolitik stärker am Pariser Klimaschutzabkommen orientiere. Ihre Entscheidungen hätten immerhin eine europaweite, wenn nicht sogar globale Bedeutung.

Die Protestbewegung „Extinction Rebellion“ will sich der Demonstration von „Fridays for Future“ anschließen und um 14 Uhr vor der EZB eine eigene Aktion auf die Beine stellen.

Kritisches Straßentheater

Unter dem Motto „Lasst die Wälder wachsen, nicht die Wirtschaft“ wolle man versuchen, Christine Lagarde einen Baum zu überreichen, teilte die Gruppe mit. Als neue Präsidentin der EZB müsse Lagarde „den Wandel zu einer CO2-neutralen Wirtschaft massiv vorantreiben“, forderte die Aktivistin Nathalie Bromberger. Klimaschädliche Investitionen müssten schnellstens eingedämmt und gestoppt werden.

Meldung: Klimaklage gegen Bundesregierung abgewiesen

Und auch die globalisierungskritische Organisation Attac will am Freitag von 13 Uhr an vor der EZB protestieren. Man fordere klare Kriterien für künftige Anleihenkäufe der EZB, teilte Attac mit. Neben der Geldwertstabilität solle die Zentralbank in Zukunft auch soziale Kriterien sowie den Umwelt- und Klimaschutz stärker berücksichtigen.

Mit einem Straßentheater wollen Aktivistinnen und Aktivisten von Attac Christine Lagarde symbolisch dazu auffordern, auf Klimafreundlichkeit zu setzen: Zug- statt Autoverkehr und Windkraftanlagen statt Kohlekraftwerke.

Von Hanning Voigts

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