Kultur

Frankfurt: Etwas weniger Kinder und Jugendliche in Museen

  • schließen

Die Zahl der Besucher unter 18 Jahren in den städtischen Museen in Frankfurt ist 2019 leicht gesunken.

In Frankfurt haben im vergangenen Jahr genau 95 339 Kinder und Jugendliche die städtischen Museen besucht, ohne dafür Eintritt zu zahlen (2018: 105 024 Kinder und Jugendliche). Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Besucherzahlen damit um neun Prozent zurück, wie Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) auf Anfrage mitteilte. „Die Besucherzahlen stagnieren auf gutem Niveau“, sagte sie.

Nach der Einführung des freien Eintritts waren die Besucherzahlen der unter 18-Jährigen zuletzt von 2017 auf 2018 um gut die Hälfte gestiegen.

Hartwig hob hervor, dass 2019 vor allem das Museum Angewandte Kunst (plus drei Prozent), das Museum Judengasse (plus 51 Prozent) und das Weltkulturenmuseum (plus 34 Prozent) deutlich mehr Schulklassen und Einzelbesucher angezogen hätten. Mit einem verhältnismäßig kleinen städtischen Beitrag als Kompensation hätten die 16 städtischen Museen eine große neue Publikumsgruppe gewinnen können, sagte sie.

Demgegenüber stünden die Museen, die deutlich weniger Besucher unter 18 Jahren zu verzeichnen hatten. Das betrifft unter anderem das Caricatura-Museum (minus 39 Prozent), das Historische Museum mit dem Jungen Museum (minus zehn Prozent) sowie das Museum für Moderne Kunst (minus 27 Prozent).

Wie die Sprecherin des Kulturdezernats ausführte, habe das Caricatura-Museum mit der „Otto-Waalkes“-Ausstellung 2018 einen Publikumserfolg gefeiert, den die „Hans-Traxler“-Ausstellung im darauffolgenden Jahr nicht habe erreichen können. Im Museum für Moderne Kunst wiederum habe die Schau zu „Cady Noland“ international für Aufmerksamkeit gesorgt. Speziell für Kinder und Jugendliche ausgelegt sei sie nicht gewesen.

Das Kindermuseum, das im Januar 2018 von der Hauptwache ins Historischen Museum umgezogen ist und dort unter Junges Museum firmiert, habe in der zentrale Innenstadtlage an der Hauptwache von der Laufkundschaft profitiert. Ins Junge Museum in den Saalhof kämen die Besucher nun gezielter.

Als Resümee zu den leicht rückläufigen Besucherzahlen kündigte Hartwig eine Marketingkampagne an, wie es sie zur Einführung des freien Eintritts im Jahr 2017 gab. „Wir brauchen eine permanente Marketingkampagne, um die Besuchergruppen auf das Angebot hinzuweisen“, sagte sie. Die Kosten, welche die Stadt als Kompensation für Ausfälle beim Eintritt an die städtischen Museen zahle, seien vergleichsweise niedrig dafür, dass eine Besuchergruppe von gut 95 000 Menschen erreicht worden sei. Als Ausgleich gezahlt habe die Stadt 170 000 Euro (2018: 150 000 Euro).

Hartwig wies außerdem auf das Kultur- und Freizeitticket („Kufti“) hin, das ab Frühjahr freien Eintritt für Kinder und Jugendliche in insgesamt 19 nichtstädtische Museen und den Zoo ermöglichen soll. Kostenlos ist der Eintritt für Frankfurter Haushalte mit einem Einkommen unter 4500 Euro netto. Für alle anderen Familien wird ein Ticketpreis von jährlich 29 Euro erhoben. Die ausfallenden Eintrittsgelder werden den Museen von der Stadt ersetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare