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So soll der Drosselbart in Frankfurt-Eschersheim einmal aussehen.

Eschersheim

Nach Protest von Bürgern: Traditions-Gaststätte Drosselbart soll bleiben

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Nach den Protesten von Bürgern in Eschersheim ist ein Kompromiss ausgearbeitet worden. Die Traditions-Gaststätte Drosselbart soll bleiben.

Frankfurt - Mehr als 3000 Unterschriften haben die Eschersheimer gesammelt, Anfragen gestellt, Initiativen gegründet – um ihre Traditionsgaststätte „Drosselbart“ mit dem charakteristischen Apfelweingarten unter großen Kastanien zu erhalten. Denn der neue Eigentümer des Gebäudes in der Eschersheimer Landstraße 607 in Frankfurt will das Grundstück höher bebauen und mehr Mietwohnungen errichten. 

Gemeinsam mit der Bauaufsicht und dem Umweltamt Frankfurt wurde nun ein Kompromissvorschlag ausgearbeitet, der die Gastro mitsamt Außenbereich weiter vorsieht. Der Entwurf stößt im Ortsbeirat auf geteilte Reaktionen.

Frankfurt Eschersheim: Traditions-Gaststätte Drosselbart soll bleiben

Bauherr und neuer Eigentümer Dominic Franz-Josef Reinemer sagt auf Nachfrage von Donna Ochs aus der SPD im Ortsbeirat, dass die Initiative und das Engagement der Menschen in Eschersheim für den Erhalt der Gaststätte sehr viel gebracht habe – denn so weit wie möglich sei versucht worden, die Bäume im Apfelweingarten zu erhalten. Zwei Kastanien seien erkrankt und fallen den neuen Bauplänen zum Opfer – an deren Stelle würden zwei neue, jüngere, aber große Kastanien gepflanzt. Zudem bliebe die große Esche erhalten, das ganze Plateau mit seinen 2,5 Metern Geländeunterschied werde abgesenkt.

Dort, wo bisher eine Art „kleine dark zone“ bestanden habe, an der sich Sperrmüll sammle, soll ein schöner neuer „Stadtteilplatz“ geschaffen werden. Zusätzlich sei geplant, eine Krabbelstube im Erdgeschoss des Gebäudes zu errichten und die KFZ-Werkstatt zu erhalten. Mit einem größeren Innenbereich der Gaststätte wolle man den lang geforderten Versammlungsort für Gruppen in Escherheim schaffen. Das käme auch den Pächtern des „Drosselbarts“ zugute. Denn im Sommer sei zwar der Garten sehr gut besucht, im Winter gebe es aber wirtschaftliche Probleme.

Frankfurt Eschersheim: Kompromiss für Drosselbart vorgeschlagen

Während Ortspolitiker den Kompromiss und das Entgegenkommen des Bauherrn loben, findet es Barbara van der Loo von der Initiative „L(i)ebenswertes Eschersheim“ schade, dass Kastanien und Plateau verschwinden: „Das Charakteristische des Ortes verschwindet“. Darüber seien viele Bürger traurig.

Ingrid Häußler (FDP) gibt zu bedenken: „Ich möchte, dass jeder im Hinterkopf behält, dass es sich um Privateigentum handelt“ – Reinemer sei den Wünschen der Eschersheimer bedeutend entgegengekommen, er hätte das Grundstück auch viel mehr bebauen können.

Von Sabrina Butz

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