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Mit Maske ins neue Schuljahr.

Schule

Erster Schultag mit Maske und gemischten Gefühlen

In Frankfurt beginnt das neue Schuljahr als Herausforderung für Lehrer, Eltern und Schüler. Trotz ungewohnter Umstände ist die Freude am Wiedersehen groß.

Der erste Schultag nach den Ferien ist immer aufregend. Nach sechs Wochen endlich die Freunde wiedersehen, vom Sommer erzählen. Und sich natürlich auch auf das nächste Jahr freuen. Für zahlreiche Schülerinnen und Schüler in Hessen war es am Montag wieder so weit. Doch wie überall in dieser Zeit ist zu Beginn dieses Schuljahrs einiges anders.

So auch an der Erich-Kästner-Grundschule im Frankfurter Norden. Um halb acht nähern sich dort die ersten Kinder dem Schulgelände. Die meisten haben ihre Maske schon weit vor der Schule aufgesetzt. Viele werden von ihren Eltern begleitet. „Ich bin froh, dass die Kinder jetzt erst mal in die Schule können“, sagt eine Mutter von Zwillingen. Trotzdem bringe sie ihre Kinder mit gemischten Gefühlen dorthin. „Ich hoffe, das wird alles klappen.“ Das mit der Maskenpflicht bis zum Klassenraum hätten die Achtjährigen schnell verstanden. „Mein Sohn hat gesagt: ,Das ist besser so, dann kriegen wir kein Corona‘.“

Mit dem Vermissen ist jetzt Schluss: Seit Montag sind wieder alle Schüler in der Erich-Kästner-Schule.

Zur selben Zeit treffen auch am Goethe-Gymnasium die ersten Schülerinnen und Schüler ein. Die Begrüßungen fallen freudig aus, Corona ist kein besonderes Gesprächsthema. Bis auf die Masken wirkt alles normal.

Unterdessen erfindet eine Studentin in Dänemark eine selbstreinigende Corona-Maske. Mit spezieller Technik zerstört die Maske Viren und Bakterien - Ein Durchbruch in der Corona-Pandemie?

„Ich freue mich, die Schüler wiederzusehen“, sagt Hannah Holme, die Deutsch und Ethik unterrichtet. Gemeinsam mit einem Kollegen empfängt sie die Oberstufenschüler am Eingang. Wer eintritt, muss die Hände desinfizieren. Die einzelne Stufen nehmen unterschiedliche Eingänge.

Einschulung

Die ersten Feiern zur Einschulung für die neuen Erstklässler hat es bereits am Montag gegeben, beispielsweise an der Elly-Heuss-Grundschule in Wiesbaden, wo 172 Jungen und Mädchen ihre Schullaufbahn begonnen haben. Auch diese Feiern unterliegen in diesem Jahr besonderen Hygienevorschriften. Um die Abstandregeln einhalten zu können, haben einige Grundschulen die Einschulung über mehrere Tage verteilt. Manche Feiern wurden auf den Nachmittag gelegt. Andernorts finden Sie auf dem Schulhof statt oder werden klassenweise in relativ kleinen Gruppen organisiert. Hessenweit liegt die Gesamtschülerzahl im Schuljahr 2020/21 an den knapp 1800 öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen bei 760 000 und damit geringfügig über dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Erstklässlerinnen und Erstklässler ist um gut 600 leicht gestiegen und liegt nun bei 55 600.

Am Eingang der Erich-Kästner-Schule kontrolliert Förderschullehrerin Kathrin Altunbas, dass alle Schulkinder einen Mund- und Nasenschutz tragen. „Hast du eine Maske dabei?“, ruft sie einem Jungen entgegen, der gerade den Schulhof betreten wollte. Abrupt bleibt er stehen und kramt in seinem Schulranzen. Er wird fündig und darf – nun mit aufgesetzter Maske – ins Gebäude zu seinem Klassenzimmer laufen. „Um ehrlich zu sein: Mich nerven die Masken.“, sagt Altunbas. Vor den Ferien habe sie schon einmal eine Klasse unterrichtet, in der Mundschutz getragen werden sollte. Das habe eher nicht so gut funktioniert. Aber jetzt hätten sich die meisten vielleicht schon daran gewöhnt, hofft sie.

Auf dem Schulhof heißt es, Abstand zu halten.

Wie gut die Regeln umgesetzt werden können, hänge auch von den Eltern ab, sagt eine Kollegin von Altunbas. Manche müssten heute zunächst über die Maskenpflicht informiert werden. „Wir sind hier aber alle sehr zuversichtlich“, sagt die Lehrerin. Einen Corona-Fall gab es an der Schule bereits vor den Ferien. Die betroffene Klasse wurde dann nach Hause geschickt. So ähnlich soll es wieder laufen, im Fall der Fälle.

Anders als in der Grundschule herrscht am Goethe-Gymnasium auf dem ganzen Gelände Maskenpflicht. „Wir haben uns auch im Unterricht dafür entschieden“, sagt Schulleiter Claus Wirth. Die Sitzplätze seien zu dicht beieinander, um auf den Mund-Nasen-Schutz zu verzichten. Der Schulbeginn sei eine große Herausforderung.

Am Goethe-Gymnasium herrscht auch im Unterricht Maskenpflicht.

„Ich mache das schon seit vielen Jahren, so nervös wie dieses Jahr war ich noch nie“, sagt Wirth. Die Vorbereitungen laufen bereits seit vorigem Mittwoch. Auf den Böden sind mit Klebestreifen Hin- und Rückwege markiert, so sollten Kollisionen vermieden werden, erklärt der Schulleiter. Jetzt gehe es darum, Erfahrungen zu sammeln. Es sei anders als vor den Ferien, als der Unterricht noch in kleineren Gruppen stattgefunden habe. „Vor allem die Wiedersehensfreude nach den Ferien ist eine große Gefahr“, sagt Claus Wirth.

Wegen der Einschulung der neuen Fünftklässler endet der erste Schultag an dem Gymnasium schon nach der vierten Stunde. Wie der erste Tag war? „Es ist nervig mit den Masken“, sagt Konrad. Der 15-Jährige findet es „sowieso unanständig, dass die Schulen wieder öffnen“. Auch Jelena hält nichts von der Bestimmung. „Ich hatte eben im vierten Stock Unterricht. Es ist schlimm mit Maske. Man kann sie ja nicht abziehen“, sagt sie. Adelina hingegen hat andere Erfahrungen gemacht. „Ich konnte besser atmen, als ich dachte“, sagt sie. „Ich sitze aber auch am Fenster.“ Die Zehntklässlerin Sarah ist froh, dass der Tag so kurz war. Einen normalen Schultag mit Maske stelle sie sich beengend vor. „Aber“, sagt ihre Freundin Ekua, „es ist schön, alle wiederzusehen.“

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