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Yasmil Raymond, künftige Chefin der Städelschule.  

Personalie

Frankfurt: Erste Rektorin für Städelschule

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Yasmil Raymond übernimmt ab 1.April die Führung der Kunsthochschule.

Zum ersten Mal in ihrer bald 200-jährigen Geschichte hat die Städelschule in Frankfurt eine Frau zur Rektorin gewählt. Hochschulkonvent und Hochschulrat beriefen Yasmil Raymond an die Spitze der weltweit renommierten Kunsthochschule.

Sie tritt ihr Amt am 1. April 2020 an. Die 42-jährige Kuratorin, die in Puerto Rico geboren wurde, hat sich vor allem in den USA in der Kunstwelt einen Namen gemacht. Sie hatte zuletzt seit Juli 2015 in der Abteilung für Gemälde und Skulpturen des Museums of Modern Art in New York gearbeitet.

Andere Stationen waren das Museum of Contemporary Art in Chicago, die Kunststiftung Dia Art Foundation in New York und das Walker Art Center in Minneapolis.

Dort kuratierte sie viel beachtete Ausstellungen, zum Beispiel „My Compliment, My Enemy, My Oppressor, My Love“. Sie untersuchte in dieser Schau das Verhältnis von Sexualität, Gewalt und Unterwerfung.

Für diese Ausstellung erhielt sie den Preis für die „Best Monographic Museum Show Nationally“ in den USA im Jahr 2008. Seit Oktober 2019 lebt Yasmil Raymond bereits in Frankfurt am Main.

Dorn sehr erfreut über Berufung

Der gegenwärtige Städelschul-Rektor Philippe Pirotte, der seit knapp sechs Jahren an der Spitze der Hochschule steht, bleibt dort Professor für Kunstgeschichte und Curatorial Studies.

Die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Grüne), zeigte sich sehr erfreut über die Berufung von Yasmil Raymond. Die neue Rektorin verbinde hervorragende Expertise und Erfahrungen in weltweit berühmten Museen mit einem besonderen Gespür für Menschen und einer mitreißenden Leidenschaft für die Kunst.

Die Ministerin dankte dem scheidenden Rektor Philippe Pirotte für seine „gute und prägende Arbeit“. Sie habe das internationale Profil der Städelschule weiter geschärft und auf diese Weise dafür gesorgt, dass die Absolventinnen und Absolventen in der weltweiten Kunstszene hervorragend vertreten seien.

Der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer, Thomas Dürbeck, nannte die Berufung Raymonds im Gespräch mit der FR „großartig“.

Es sei gut, dass der Dominanz des Englischen im Kunstbetrieb etwas entgegengesetzt werde, weil Raymond auch die Sichtweise der spanischsprachigen Welt einbringe.

Dürbeck erhofft sich von der neuen Rektorin auch, dass sie ihre Arbeit „ein wenig politischer“ verstehe. Das sei wichtig in einer Zeit, da die Künste vielfach unter politischem Druck stünden, sagte der CDU-Politiker mit Blick auf den grassierenden Rechtspopulismus.

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