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Frankfurt: Erst Fußball, dann zur Lochmühle

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Von: Steven Micksch

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Beim Camp steht der Spaß im Vordergrund. Erfolgserlebnisse tragen zur guten Stimmung bei.
Beim Camp steht der Spaß im Vordergrund. Erfolgserlebnisse tragen zur guten Stimmung bei. © christoph boeckheler*

Das inklusive Fußballcamp im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen macht Kindern nicht nur Sportangebote. Brettspiele und ein Ausflug sorgen für Abwechslung. Und die Pläne für die Zukunft werden konkreter.

Als ein Junge zu Boden geht und Tränen fließen, weil der Fuß wehtut, geht das Trainerteam sofort zu ihm, fragt nach und ermuntert ihn weiterzumachen. Auch ein Mitspieler kümmert sich. Als der Gestürzte wieder steht und bei der nächsten Übung ein Tor macht, klatschen Betreuerstab und die anderen Kinder gleichermaßen. Der Mannschaftsgeist beim inklusiven Fußballcamp auf dem Rasen des SV Sachsenhausen ist bemerkenswert.

Zum wiederholten Mal bietet der SVS in Kooperation mit der Unternehmensgesellschaft Impulse das spezielle Camp an. „Diesmal haben wir den Rahmen kleiner gehalten“, sagt Jürgen Medenbach von der Unternehmensgesellschaft. 28 Kinder und neun Betreuer:innen trainieren von Montag bis Freitag auf dem Sportplatz in Sachsenhausen. Vier der Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren haben ein Handicap, beispielsweise das Asperger-Syndrom.

Schnell Freunde gefunden

Um etwas Abwechslung zu bieten, werden die Teilnehmer:innen am Donnerstag einen Ausflug zur Lochmühle machen. Ansonsten steht meist Fußball auf dem Tagesplan, es gibt ein warmes Mittagessen und die Möglichkeit, Brettspiele oder andere Angebote zu nutzen.

Der elfjährige Matthis und der drei Jahre jüngere Bosse zum ersten Mal dabei – und begeistert. „Bisher gefällt es mir gut. Die Trainer sind alle sehr nett“, sagt Matthis. Er spielt zwar beim SVS; aber ins Camp ist er alleine gegangen. „Ich habe aber schnell Freunde gefunden.“ Bosse freut sich auf den Ausflug am Donnerstag. Dass dann eine Fußballpause ist, sei kein Problem.

Ein zweites Camp ist in der letzten hessischen Sommerferienwoche geplant. Vom 29. August an werden dann wieder maximal 30 Kinder von 9 bis 17 Uhr betreut. Anfragen habe es deutlich mehr gegeben, berichtet Medenbach, aber nicht genug Betreuer:innen. Er hofft deshalb, mit weiteren Kooperationen die Ausbildung in der Region stärken zu können. Das vierte und letzte inklusive Camp werde für die Herbstferien geplant.

Personelle Verstärkung kommt ab November. Dank einer Kooperation mit der TU Darmstadt werden dann zwei Stellen für Studierende der Sportsoziologie angeboten. Die jungen Menschen können für ein halbes Jahr Praxiserfahrungen in Sachsenhausen sammeln. Gleichzeitig sollen sie das Team verstärken, neue Impulse geben und Projekte umsetzen.

Bereits seit längerer Zeit angedacht, aber noch nicht realisiert, ist eine Nachmittagsbetreuung für Kinder und Jugendliche in den offenen Ganztagsschulen oder direkt im SV Sachsenhausen. Diese soll dann nicht nur Fußball, sondern nach Möglichkeit auch Spielfeste und andere Bewegungsangebote umfassen.

Bis zur Umsetzung brauche es noch Gespräche mit dem Stadtschulamt, das die Förderung solcher Angebote übernehmen soll. Im Optimalfall werde sogar eine Stelle geschaffen, um ein Netzwerk aufzubauen, damit ein solches Angebot großflächig etabliert werden könne.

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