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Homophober Angriff in Frankfurt: „Muss erst jemand sterben, bis etwas passiert?“

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Von: Kathrin Rosendorff

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Manuel Irlbeck ist in der Innenstadt brutal angegriffen worden. Foto: Privat
Manuel Irlbeck wurde in Frankfurter Innenstadt brutal angegriffen. © Privat

Ein Mann bricht einem 26-Jährigen unweit einer queeren Bar in Frankfurt den Kiefer. Die homophoben Angriffe in der Stadt häufen sich.

Frankfurt – Erneut ist es in der Frankfurter Innenstadt zu einem queerfeindlichen Angriff gekommen. „Mir wurde der Kiefer gebrochen“, erzählt Manuel Irlbeck der FR. Der 26-Jährige war am Sonntagmorgen gegen 4.30 Uhr zusammen mit seinem 21-jährigen Kumpel nach einem Besuch in einer queeren Bar in der Elefantengasse zu Fuß unterwegs, als sie angegriffen wurden. Irlbeck habe den Arm um die Schulter seines Begleiters gelegt, dieser trug einen Regenbogen-Sticker am Rucksack.

„Plötzlich kam ein Mann auf uns zu und schlug meinen Kumpel heftig von der Seite in die Rippe.“ Irlbeck habe ihm hinterhergerufen: „Was soll das?“ Daraufhin habe der Mann gerufen: „Scheiß Schwuchteln“ und Irlbeck ins Gesicht geschlagen. „Ich bin k.o. gegangen und erst im Krankenwagen wieder aufgewacht.“ Am Kinn musste er zudem genäht werden, „Die Ärzte sagen, dass die Verletzungen auf einen Schlagring hindeuten.“

Homophober Angriff in Frankfurt: Community wünscht sich mehr Polizeipräsenz

Die Polizei bestätigte am Mittwoch den Angriff, dass es ein homophobes Motiv gab, wollte sie zunächst nicht bestätigen. „Wir ermitteln noch“, sagte ein Sprecher. Die Polizei war unmittelbar nach der Tat am Tatort und nahm einen 21-jährigen Verdächtigen vorübergehend fest.

Seit März gab es mehrere queerfeindliche Angriffe in der Innenstadt. Für viel Aufsehen hatte der Pfefferspray-Angriff gegen die Dragqueen Electra Pain gesorgt. Irlbeck sagt: „Unsere Community wünscht sich mehr Polizeipräsenz und Kameras. Oder muss erst jemand sterben, bis etwas passiert?“ (Kathrin Rosendorff)

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