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In den Krankenhäusern, so wie hier in Darmstadt, bestimmt seit nun fast zwei Jahren die Corona-Pandemie den Alltag.
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In den Krankenhäusern, so wie hier in Darmstadt, bestimmt seit nun fast zwei Jahren die Corona-Pandemie den Alltag.

Corona-Pandemie

Frankfurt: Erneut Besuchsverbot in vielen Kliniken

  • Thomas J. Schmidt
    VonThomas J. Schmidt
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Ausnahmen sind meist nur aus zwingenden Gründen möglich.

Die Corona-Situation spitzt sich zu. Besuche in Krankenhäusern sind derzeit schon nicht mehr überall möglich. Senioreneinrichtungen sind noch etwas liberaler, beispielsweise das Hufeland-Haus, wo getestete Besucher willkommen sind. Anders in den Frankfurter Krankenhäusern.

„Seit Donnerstag liegt meine Tochter im Krankenhaus“, berichtet ein Vater, der am Frankfurter Berg wohnt. „Der Kinderarzt hatte erst lange telefonieren müssen, bis wir einen Platz im Klinikum Höchst hatten.“ Noch an der Tür eröffnete man seiner Frau, die die Tochter ins Krankenhaus brachte, dass es nur zwei Möglichkeiten gebe: Mit hineingehen und drinnenbleiben mit eigenem Bett im Krankenzimmer. Oder draußen bleiben und das Kind alleinlassen.

Rein, raus, jeden Tag, das ist in vielen Krankenhäusern nicht mehr möglich. „Jetzt tauschen wir nur an der Tür die Taschen mit frischer bzw. gebrauchter Wäsche. Meine Tochter habe ich seit einer Woche nicht gesehen“, bedauert der Vater.

Das Klinikum Höchst ist keine Ausnahme. Viele Frankfurter und hessische Häuser verfahren so. Eine Frau, deren Mann (82) in Bad Soden in den Main-Taunus-Kliniken operiert wurde, sagt: „Ich kann nur mit ihm telefonieren und die Pflegekräfte müssen ihm helfen, den richtigen Knopf zu drücken bei diesen modernen Apparaten, die auch Fernsehempfang und alles andere steuern.“ Ein Besuch sei nur möglich bei Palliativpatienten und bei Patientinnen, „bei denen vonseiten der Ärzte und Pflege ein Besuch für zwingend erforderlich gehalten wird“, heißt es auf der Internetseite von Varisano, dem Klinikverbund, zu dem auch das Höchster Krankenhaus gehört.

Zwingend erforderlich, hat die Angehörige aus Bad Soden erfahren, sei der Besuch nur bei Patient:innen „präterminal“, sprich, wenn sie im Sterben liegen. Selbst dann müssen noch die Station oder der behandelnde Arzt zustimmen.

„Man müsste doch bei dementen Menschen eine Ausnahme machen können“, fordert die Bad Sodenerin. Der Vater vom Frankfurter Berg wünscht sich Ausnahmen für Kinder und Jugendliche, die im Krankenhaus liegen: „Die verstehen doch oft noch gar nicht, was da geschieht.“

„Dieses nun leider notwendige Besuchsverbot dient dem Schutz unserer Patienten und unseres Personals“, erläuterte Martin Menger, Geschäftsführer der Varisano-Kliniken. „Die Begleitung bei der Geburt ist immer möglich“, ergänzte Klinik-Sprecherin Petra Fleischer. Zudem: „Fast alle zeigen großes Verständnis – mit Blick auf die aktuelle Corona-Dynamik und die damit verbundenen Risiken.“

Die Uniklinik erlaubt ebenfalls keine Besuche mehr. Hier ist auf der Internetseite für Ausnahmen nach ärztlicher Genehmigung folgendes Prozedere beschrieben: Die Besucher müssen in den zurückliegenden 24 Stunden einen kostenlosen Bürgertest in einem Testzentrum gemacht haben, der negativ war, oder aber einen PCR-Test, der höchstens 48 Stunden zurückliegt. Man muss sich mittels Besuchercode im Besuchssystem individuell für den Besuch eines Patienten anmelden: kgu.besuchssystem.de. Den Besuchercode wiederum gibt es bei den behandelnden Ärzt:innen.

Im Elisabethen-Krankenhaus sind Besuche „aufgrund der aktuellen pandemischen Entwicklung derzeit leider nicht mehr möglich“, heißt es auf deren Internetseite knapp. In der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik gilt: „Nur in dringenden Fällen kann daher der Besuch als Ausnahme gestattet werden (z. B. schwerstkranke Patienten, Präsenzbedarf wegen Demenz, Rechtsanwälte und Notare). Im Einzelfall können auch für engste Familienangehörige Ausnahmen zugelassen werden, wenn es nach ärztlicher Einschätzung aus ethisch-sozialen oder für den Heilverlauf als notwendig erachteten Gründen dringend geboten ist.“ Voraussetzung für die Besucher ist ein 2G-Nachweis.

Das Krankenhaus Sachsenhausen hat einen „absoluten Besuchsstopp“ in Kraft gesetzt, Ausnahmen sind nur möglich für Besucher, die neben einem 2G-Nachweis auch noch einen aktuellen Test vorweisen können. Das Agaplesion-Bethanien-Krankenhaus in Seckbach erlaubt wie das zum selben Verbund gehörende Markus-Krankenhaus Besuche nur in besonderen Ausnahmefällen nach ärztlicher Genehmigung unter 2G-plus-Bedingungen.

Liberaler ist man im Krankenhaus Nordwest. Dort gibt es noch kein generelles Besuchsverbot, wohl aber eine 2G-Pflicht, die am Empfang kontrolliert wird. Außerdem muss, wie in allen Krankenhäusern, eine Maske getragen und Abstand gehalten werden. Aktuell denkt das Haus laut einer Klinik-Sprecherin aber über eine Verschärfung der Regelung nach.

Mehr Freiheit bietet laut Internet auch das Bürgerhospital. Auf Normalstationen kann ein Patient von einer Person für eine Stunde täglich besucht werden. Die Besucher:innen brauchen dafür einen aktuellen Test.

Im Clementine-Kinderhospital sind gemäß Homepage zwei Besucher pro Patient erlaubt, Geschwisterkinder nur mit Impfung. Das Hospital zum Heiligen Geist erlaubt Krankenhausbesuche – aber nur für Geimpfte oder Genesene (2G).

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