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Frankfurt: Erinnerung an 1616 KZ-Häftlinge

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Von: Florian Leclerc

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In den Adlerwerken gab es in der NS-Zeit ein KZ. Foto: Rolf Oeser
In den Adlerwerken gab es in der NS-Zeit ein KZ. © Rolf Oeser

In Frankfurt waren in dem KZ mit dem Decknamen Katzbach in der NS-Zeit 1616 Häftlinge untergebracht. Der Verein LAAG erinnert mit einer Aktion am Mainufer an die Häftlinge.

Mit einer Gedenkaktion erinnert der Verein Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim (LAAG) an die 1616 Häftlinge, die im Konzentrationslager mit dem Decknamen „Katzbach“ im Frankfurter Stadtteil Gallusviertel Zwangsarbeit leisten mussten. Bei der Aktion werden sich am morgigen Samstag von 14 bis 16 Uhr 1616 Menschen am nördlichen Mainufer zwischen Friedensbrücke und Flößerbrücke aufstellen. Sie halten Plakate in den Händen mit jeweils einem Namen der Häftlinge.

Bei einer virtuellen Kundgebung von 14.30 Uhr an sind folgenden Beiträge vorgesehen: Lothar Reininger vom Verein LAAG spricht über die Aktion und die Geschichte des Verschweigens, Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) berichtet von der Eröffnung der Gedenkstätte in den Adlerwerken, Ulla Diekmann (LAAG) gibt Erlebnisberichte der Gefangenen wieder.

Kundgebung wird live übertragen

Die Wissenschaftlerin Andrea Rudorff, die über das KZ geforscht hat, gibt Auskunft über die Täter und ob sie zur Rechenschaft gezogen wurden, der Historiker Franz Coy erinnert an den Todesmarsch von Frankfurt nach Hünfeld, und der Stadtteilhistoriker Thomas Sock spricht über das KZ mitten im Stadtteil Gallus. Musikalisch begleitet Gregor Praml am Kontrabass die Kundgebung.

Der Verein LAAG sammelt Spenden für die neue Gedenkstätte in den Adlerwerken und für die „Initiative 19. Februar“ in Hanau. Die Kundgebung wird aus technischen Gründen nur virtuell unter lagg-ev.de/gedenken/live übertragen.

Im KZ Katzbach waren von August 1944 bis März 1945 insgesamt 1616 Häftlinge in der Kriegsproduktion eingesetzt. Das KZ war eines der tödlichsten Außenlager im KZ-System der Nationalsozialisten. Etwa ein Drittel der Häftlinge starb während ihrer Zeit im Lager. Weitere kamen bei einem Todesmarsch nach der Räumung ums Leben. Der Todesmarsch begann am Abend des 24. März 1945 und führte etwa 360 bis 370 Häftlinge am nördlichen Mainufer entlang nach Fechenheim und über Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern und Fulda nach Hünfeld.

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