27. Januar

Frankfurt: Erinnern an die Ermordeten

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Am Montag jährt sich die Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz zum 75. Mal. In Frankfurt wird daher vielerorts der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Am 27. Januar 1945 erreichten sowjetische Truppen das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz im besetzten Polen. Die Soldaten fanden nur noch einige Tausend lebende Häftlinge vor, von denen viele kurz nach ihrer Befreiung starben.

Seit 1996 wird der 27. Januar in Deutschland als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen, seit 2005 wird an diesem Tag weltweit der Ermordeten gedacht. In diesem Jahr jährt sich die Befreiung des KZ Auschwitz zum 75. Mal.

In Frankfurt gibt es an diesem Tag, dem kommenden Montag, gleich mehrere Gedenkveranstaltungen. Die Stadt lädt mittags zur Gedenkstunde in die Paulskirche ein; dort werden Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und die Zeitzeugin Edith Erbrich sprechen. Die Gedenkfeier ist nicht öffentlich.

Kundgebung in der City

Auch die Gedenkstunde der Europäischen Zentralbank (EZB) ist nur für geladene Gäste gedacht: Nachmittags sprechen in der dortigen Gedenkstätte EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Mirjam Wenzel, die Direktorin des Jüdischen Museums. Im Keller der Großmarkthalle, die in den Bau der neuen EZB integriert wurde, wurden zwischen 1941 und 1945 rund 10 000 Frankfurter Jüdinnen und Juden eingesperrt, bevor sie in unterschiedliche Konzentrationslager deportiert wurden.

Für 16 Uhr lädt der Förderverein Roma alle Interessierten in das alternative Wohnprojekt „Nika“ in der Niddastraße 57 ein – zur Eröffnung der Ausstellung „Frankfurt-Auschwitz“, die danach noch bis zum 7. Februar zu sehen ist. Um 18 Uhr beginnt eine Kundgebung des Fördervereins am ehemaligen Stadtgesundheitsamt in der Braubachstraße 8-22, wo nach 1945 auch die NS-Rasse-ideologen Robert Ritter und Eva Justin arbeiteten.

Der hessische Landtag erinnert ab 11 Uhr im Musiksaal des Wiesbadener Schlosses an die Opfer. Die Gedenkstunde ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen und dem Hessischen Städte- und Gemeindebund. Im Fokus steht die Verfolgung homosexueller Menschen, die Rede hält Sybille Steinbacher, die Direktorin des Fritz-Bauer-Instituts. Der Hessische Rundfunk überträgt die Veranstaltung live auf www.hessenschau.de.

Bereits am morgigen Sonntag, 26. Januar, lädt das „Bündnis Akzeptanz und Vielfalt“ ab 17 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung in die Kirche St. Bernhard in der Koselstraße 11. Dort spricht unter anderem der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne).

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