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Frankfurt: Erinnern an den Holocaust

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Von: George Grodensky

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Vergangenes Jahr leuchtete die Spitze des Europaturms gelb zum Gedenken. Wie eine große Kerze sollte das aussehen.
Vergangenes Jahr leuchtete die Spitze des Europaturms gelb zum Gedenken. Wie eine große Kerze sollte das aussehen. © Monika Müller

Am Freitag ist Internationaler Gedenktag an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Am Freitag, 27. Januar, jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 78. Mal. Mehr als eine Million Menschen sind dort zwischen März 1942 und November 1944 ermordet worden. 2005 haben die Vereinten Nationen zur Mahnung an Holocaust und den Jahrestag der Befreiung einen Internationalen Gedenktag eingeführt.

Die Stadt Frankfurt lädt für Freitag, 27. Januar, zum Gedenken in die Paulskirche ein. Nargess Eskandari-Grünberg, die kommissarische OB, eröffnet die Gedenkstunde um 15 Uhr. Anschließend legen Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Blumen und Kränze am Mahnmal für die Opfer der Gewaltherrschaft nieder.

Anmeldung für die Paulskirche ist per E-Mail an protokoll@stadt-frankfurt.de möglich, Betreff: Gedenkstunde, 27. Januar. Oder unter Telefon 069 / 212 349 20. Name und Vorname sind gewünscht. Der Einlass in die Paulskirche beginnt um 14.30 Uhr.

Die „Initiative Studierender am IG Farben Campus“ liest von 10.30 bis 14.30 Uhr Namen der Opfer des Konzentrationslagers Auschwitz III Monowitz vor, im Foyer des IG Farben-Hauses auf dem Uni-Campus Westend. Die in Monowitz inhaftierten Menschen mussten als Zwangsarbeiter:innen auf einer Fabrikbaustelle des IG Farben Konzerns arbeiten. Die Arbeitsbedingungen waren unerträglich, sagt Nadia Abd El Hafez von der Initiative. Ein bewusst gewähltes Mittel, das sich „in das nationalsozialistische Projekt der Menschenvernichtung fügte“. Die Hochschule vernachlässige die Aufarbeitung der Rolle der IG-Farben in der NS-Zeit, sagt Abd El Hafez. Darum hat sich die Initiative der Studierenden gegründet.

Das Fritz Bauer Institut bittet für 12 Uhr zum Vortrag von Irina Scherbakowa mit dem Titel „30 Jahre Aufklärungsarbeit von Memorial. Was bleibt?“. Die Kulturwissenschaftlerin trägt im Casino-Gebäude vor, Raum 1.801, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1. Scherbakowa beschäftigt sich mit der Erinnerungspolitik in Russland und engagierte sich in der Menschenrechtsorganisation Memorial bis zu deren Auflösung.

Stolpersteine polieren

In ihrem Vortrag zeigt sie auf, wie die Geschichte Russlands als Quelle für nationalistische Mythen und Konstrukte missbraucht wird. Diese „Quasi-Geschichte“ resultiere aus der Ablehnung der Entwicklung seit 1989 und der Rückkehr zu traditionalistischen sowjetischen und vorsowjetischen Vorstellungen.

Die Arbeit von Memorial reicht bis in die 1930er Jahre zurück, als in der damaligen Sowjetunion viele Juden und Jüdinnen der stalinistischen Säuberung zum Opfer fielen; wenig später waren es die deutschen Besatzer, die Grausamkeiten gegen die jüdische Bevölkerung verübten.

Die Frankfurter Grünen begleiten den Holocaust-Gedenktag, indem sie Stolpersteine polieren. In 14 Stadtteilen werden sie aktiv, reinigen die Messingplatten der Gedenksteine, lesen Texte und entzünden Kerzen. OB-Kandidatin Manuela Rottmann beteiligt sich in der Altstadt, ab 16.15 Uhr, Hinter dem Lämmchen 4. Die Grünen freuen sich über Bürgerinnen und Bürger, die sich an diesem Tag um Stolpersteine kümmern und das Gedenken an die ermordeten Frankfurterinnen und Frankfurter aufrecht erhalten.

Am 27. Januar jährt sich auch der fünfte Gründungstag der Protestgruppe „Omas gegen Rechts in Deutschland“. Besagte Großmütter treffen sich von 14 bis 16 Uhr bei der Gedenkstätte am Neuen Börneplatz und erinnern ebenfalls an den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

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