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Frankfurt: Erhalt des Juridicums wäre möglich

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Von: Florian Leclerc

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Das Frankfurter Architekturbüro Schneider + Schumacher hat einen Vorschlag für die Umnutzung des Juridicums gemacht. Illustration Schneider + Schumacher
Das Frankfurter Architekturbüro Schneider + Schumacher hat einen Vorschlag für die Umnutzung des Juridicums gemacht. Illustration Schneider + Schumacher © Schneider + Schumacher

Die Ausschreibung für den Neubau der Hochschule für Musik und darstellende Kunst kann laut Ministerium „zeitnah“ erfolgen.

Bei einer Stadtteilversammlung haben Initiativen den Erhalt und die Umnutzung des Hochschulgebäudes Juridicum auf dem Uni-Campus in Bockenheim gefordert. Aus Sicht der Stadt Frankfurt wäre ein Erhalt möglich.

„Der von Stadt und Land vereinbarte Architekturwettbewerb für das Baufeld südlich der Bockenheimer Landstraße wird einen Abriss des Juridicums nicht vorgeben, sondern offenlassen, ob Neubauten oder eine Umnutzung und Ergänzung der Bebauung geeigneter sind, die insgesamt gestellten Nutzungsanforderungen qualitätsvoll umzusetzen“, sagte Jana Kremin, die Sprecherin von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Über das Ergebnis des Architekturwettbewerbs entscheide das Preisgericht.

Aus Sicht des Landes hat der Neubau der Hochschule für Musik und darstellende Kunst (HfMdK) Priorität. „Die HfMdK braucht dringend einen Neubau, er ist essenziell für die Weiterentwicklung der Hochschule“, sagte Volker Schmidt, der Sprecher der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Grüne). Aus Sicht des Landes könne der Architektenwettbewerb „zeitnah“ beginnen. Zuletzt habe sich Klärungsbedarf mit der Frankfurter Stadtplanung ergeben, wegen der von der Stadt angemeldeten Bedarfe. Das habe die Ausschreibung verzögert.

Hochschule entsteht in „Mischgebiet“

Der B-Plan weise an der Stelle, wo die Hochschule entstehen soll, ein „Mischgebiet“ aus, sagte Marcus Gwechenberger, Referent von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Daher müssten neben der Hochschule unter anderem Einzelhandel und Gastronomie berücksichtigt werden.

Der Neubau der Hochschule soll nach derzeitigem Lageplan auf dem Areal des Juridicums entstehen. Forderungen nach einer Änderung des Bebauungsplans erteilten Stadt und Land eine Absage. „Umplanungen oder gar die Änderung des Bebauungsplans, die zu weiteren Verzögerungen führen, sind aus Sicht der Landesregierung absolut zu vermeiden“, sagte der Ministeriumssprecher.

„Der Magistrat rät dazu, den bestehenden B-Plan einzuhalten, der unter breiter Beteiligung der Bürgerschaft als Konsensplan erarbeitet wurde“, sagte die Sprecherin des Kulturdezernats. Derzeit prüfe das Stadtplanungsamt die Volumenstudien des Landes für den Bau der HfMdK. Dabei gelte es, alle Bedarfe in dem Mischgebiet zu berücksichtigen. Das Planungsrecht sehe den Bau von Wohnungen, der Hochschule und ein Zentrum der Künste vor.

Umnutzung gefordert

Die Hochschule wird vom Land Hessen finanziert. „Die dafür notwendigen Mittel stehen im Landeshaushalt bereit“, sagte der Ministeriumssprecher. Die Stadt sei für das Zentrum der Künste verantwortlich.

In der Ausschreibung werde es einen Realisierungsteil für die Hochschule und einen Ideenteil ohne zwingende Realisierung für das Zentrum der Künste geben, führte die Sprecherin von Hartwig aus. Sobald das Ergebnis feststehe, könne die Römer-Koalition die Realisierung des Zentrums der Künste beschließen. Dort sollen unter anderem die Dresden Frankfurt Dance Company und das Frankfurt Lab proben.

Die „Initiative Zukunft Bockenheim“ sowie der Geograph Bernd Belina, die Architektinnen Margit Meßmer und Astrid Wuttke und der Naturschützer Wilhelm Breder hatten sich bei der Stadtteilversammlung für den Erhalt und die Umnutzung des Juridicums, das 1967 gebaut wurde, aber nicht denkmalgeschützt ist, ausgesprochen. Astrid Wuttke aus dem Büro Schneider + Schumacher hatte eine mögliche Umnutzung für Wohnen, Kultur, Coworking vorgestellt. Margit Meßmer hatte auf die großen Mengen grauer Energie verwiesen, die im Gebäude gespeichert seien, und bei einem Abriss verloren gingen.

Bürgerinnen und Bürger forderten bei der Versammlung eine weitere Bürgerbeteiligung bei der Neuplanung des Campus Bockenheim. 2012 hatte es bereits eine Bürgerbeteiligung gegeben.

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