Eine Frau steht im Freibad unter einem Wasserpilz und erfrischt sich.
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Erst einmal abkühlen.

Hitze-Gefahren

Erbarmungsloser Sommer

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Das Schwitzen geht weiter: Das Sozialministerium in Hessen und das Frankfurter Gesundheitsamt warnen vor der großen Hitze. Vor allem ältere Menschen und Kinder sind gefährdet. Am Dienstag drohen Gewitter.

Das hat die heimische Terrasse noch nicht erlebt. Am Samstag hat Hoch „Detlef“ das Thermometer über die 40-Grad-Marke klettern lassen. Am Montag hat der Deutsche Wetterdienst dann eine amtliche Hitzewarnung herausgegeben.

Danach hält die Sonne die Hessen weiter mit Temperaturen bis 36 Grad im Würgegriff. Im Laufe des Dienstags können Gewitter aufziehen, samt Starkregen und Sturm. In der Nacht zu Mittwoch heißt es durchatmen, die Temperaturen sinken auf bis zu 17 Grad. Tagsüber serviert der Mittwoch wieder 34 Grad mit Gewitter, womöglich Hagel. Donnerstag bleibt es bei heißen Temperaturen regnerisch mit Sturmböen.

Auch das Land Hessen hat eine Hitzewarnung ausgegeben. Stufe 2, nach dem vierten Tag jenseits der 32 Grad in Folge. Bürgerinnen und Bürger sollen ihr Verhalten an die Situation anpassen, appelliert Anne Janz, Staatssekretärin im Hessischen Sozial- und Integrationsministerium. Vor allem Kinder, gesundheitlich geschwächte und ältere Menschen seien gefährdet. „Halten Sie sich in kühlen Räumen auf“, empfiehlt die Staatssekretärin. Außerdem sollen die Bürger sich körperlich nicht anstrengen. Lüften empfehle sich morgens, tagsüber sollen die Fenster geschlossen sein, am besten mittels Läden verrammelt oder wenigstens mit Jalousien und Markisen verdunkelt. Kalte Duschen helfen, außerdem Wickel, feuchte Tücher, Fußbäder. Manche hängen die frische Wäsche ins Wohnzimmer und nutzen so die Verdunstungskälte.

Auch das Frankfurter Gesundheitsamt sorgt sich. Das Wichtigste sei jetzt, ausreichend zu trinken, am besten Wasser mit Mineralien, so das Amt. Das klingt zwar nach Allgemeinwissen. Erstaunlicherweise trinken aber gerade Ältere mit großer Lebenserfahrung oft zu wenig. Das geht aus einer repräsentativen Studie der Techniker Krankenkasse hervor. 41 Prozent der Senioren – älter als 65 – trinken nur 1,5 Liter am Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 1,5 bis 2,5 Liter. Bei normalen Temperaturen.

Hitze-Hotline

Tipps und Info zur Extremwetterlage gibt das hessische Ministerium für Soziales und Integration im Internet unter www.soziales.hessen.de

Das Frankfurter Gesundheitsamt berät unter www.gesundheitsamt. stadt-frankfurt.de oder Telefon 069 / 21 23 39 70.

Noch mehr Info im Web unter: www.hitze2020.de

Die Befragten geben an, sie hätten keinen Durst. Manche vergessen auch einfach zu trinken. Jeder Fünfte möchte nicht ständig auf die Toilette gehen müssen. In der großen Sommerhitze drohen aber bei Flüssigkeitsmangel schwerwiegende gesundheitliche Folgen, warnt die Krankenkasse: Schwäche, Schwindel, Kreislaufstörungen, auch die Wahrnehmung (selbst das Gedächtnis) kann beeinträchtigt sein. Damit besteht erhöhte Sturzgefahr.

Zusätzlich belastet das Ozon in der Luft die Frankfurter. Am Sonntagmittag hat die Ozonkonzentration den Grenzwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft knapp überschritten. Laut Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie kamen 181 Mikrogramm zusammen. Dabei sei der Sommer bisher, anders als 2019, in dieser Hinsicht unauffällig gewesen. Ozon reize die Schleimhäute und greife vor allem Atemwege, Augen und Lungengewebe an.

Das Frankfurter Gesundheitsamt bittet, besonders auf die gefährdeten Gruppen zu achten – auf Kinder und Senioren. Auch auf gesunde Erwachsene, die im Freien arbeiten müssen. In den vergangenen Glutsommern seien viele Menschen in Deutschland hitzebedingt gestorben. 2018 gab es deswegen laut Robert-Koch-Institut allein in Hessen etwa 740 Todesfälle.

Nicht zu vergessen: die anhaltende Corona-Pandemie. Die Risikogruppen für hitzebedingte Attacken und schwere Verläufe von Covid-19 überschneiden sich weitgehend. „Ihr Schutz ist in diesem Jahr besonders gefordert“, betont das Gesundheitsamt und bittet, die allgemein gültigen Hygieneregeln weiter einzuhalten. Auch wenn etwa die Mund-Nase-Maske bei großer Hitze „nervig sein“ könne.

Immerhin: Die Waldbrandgefahr nimmt in den kommenden Tagen etwas ab, bleibt aber im Großteil des Landes auf der dritthöchsten Warnstufe. (mit dpa)

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