Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ruß am Balkon: Spuren des Brandes im achten Stock. R. Rüffer
+
Ruß am Balkon: Spuren des Brandes im achten Stock. R. Rüffer

Hochhausbrand

Frankfurt: Entsetzen über Todessturz

36-Jähriger versuchte, sich vor Feuer im Hochhaus zu retten.

Eine verrußte Balkondecke, eine halb verbrannte Deutschlandflagge und ein großes Glas, das mit buntem Kies und einer weißen Kerze gefüllt ist, erinnern mit zwei aufgemalten großen schwarzen Trauerkreuzen an das Unglück im Mainfeld 21.

Im achten Stockwerk des Hochhauses riecht es scharf nach Verbranntem. Die Wandklappe im Flur, die einen langen dicken Wasserschlauch aufgerollt beherbergt, steht noch offen. Mit ihm hat ein Bewohner vom Treppenhausbalkon aus versucht, die Flammen zu löschen, die am Mittwoch gegen 17.50 Uhr aus einer der Wohnungen loderten. Minutenlang hielt er den Schlauch so, dass das Wasser durch die geöffnete Balkontür in die Wohnung fließen konnte. „Wer weiß, was ohne ihn noch alles passiert wäre“, sagt ein Mann am Morgen danach. Immer wieder blickt er ungläubig nach oben.

Die Wohnung mit einem grünen Kranz mit zwei roten und einem gelben Sternchen und getrockneten weißen Hortensienblüten an der Tür ist versiegelt und unbewohnbar. Ein angenageltes Brett zeugt davon, dass sie von außen aufgebrochen und zur Spurensicherung wieder verschlossen wurde. Wie, wo und warum das Feuer ausbrach, ist laut Polizei bislang unklar.

Fest steht, dass sich ein 36-jähriger Mann verzweifelt von seinem Balkon auf den des Nachbarn retten wollte. Doch der Abstand war zu groß, der Mann stürzte in die Tiefe und starb noch vor Ort an seinen Verletzungen, obwohl Notärzte versuchten, ihn zu reanimieren. „Drei Minuten nach dem ersten Notruf waren Rettungskräfte vor Ort“, berichtet ein Sprecher der Feuerwehr. „Die Einsatzkräfte der Feuerwache 41 hatten einen Paralleleinsatz. Drei Minuten später trafen die Kollegen aus Sachsenhausen ein.“

Vor Ort sind die Menschen fast verstummt. Der Schock sitzt tief. Auf Facebook haben sich Zeug:innen ausgetauscht und auch Leute, die Hintergründe kennen. „Der Mann ist nicht aus dem Fenster gesprungen. Sondern hat sich von einem Balkon auf den nächsten retten wollen und ist leider abgestürzt. Meine Nachbarin und viele andere haben es leider gesehen“, schreibt eine Augenzeugin. „Der Wohnungsbesitzer kam gerade von der Arbeit. Ein Freund von ihm war in der Wohnung.“

Eine Broschüre der Notfallseelsorge hängt im Eingang des 18-stöckigen Gebäudes. Notfallseelsorger haben sich auch um die Menschen gekümmert, die den Absturz des jungen Mannes und das Feuer gesehen haben. „Für die Augenzeugen ist so ein Anblick traumatisierend, die umgehende Betreuung ist sehr wichtig für sie“, sagt der Sprecher der Feuerwehr. Der Brand war um 18.20 Uhr gelöscht. Im Einsatz waren 15 Fahrzeuge und 60 Einsatzkräfte. Bis 19.45 Uhr wurde das Gebäude entraucht. Die Polizei ermittelt weiterhin die Brandursache und die Höhe des Sachschadens.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare