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„Komplexe Fragestellungen“: Entscheidung über Oper noch in diesem Jahr

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Von: Christoph Manus

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Eine Ideenskizze zeigt, wie ein Opernhaus in den Frankfurter Wallanlagen platziert werden könnte. Einen Architektenwettbewerb soll es erst geben, sobald die Standort-Frage entschieden ist.
Eine Ideenskizze zeigt, wie ein Opernhaus in den Frankfurter Wallanlagen platziert werden könnte. Einen Architektenwettbewerb soll es erst geben, sobald die Standort-Frage entschieden ist. © GMP-Architekten

Die Stadt Frankfurt verhandelt mit der Frankfurter Sparkasse über einen Neubau für Oper oder Schauspiel. Dabei geht es insbesondere um ein für beide Seiten guten finanzielles Modell.

Die Stadt Frankfurt will bis Jahresende geklärt haben, ob der Bau des geplanten neuen Opernhauses – oder auch des Schauspielhauses – auf dem Grundstück der Frankfurter Sparkasse im Bankenviertel möglich wäre oder nicht. Das hat David Dilmaghani, Büroleiter der Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) am Montag (27. Juni) auf Anfrage der Frankfurter Rundschau angekündigt.

Das Kulturdezernat prüft noch drei Standortvarianten für Neubauten, die als Ersatz für die marode Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz dienen sollen. Hartwig hat aber früh klargemacht, dass der Bau einer Oper zwischen der Neuen Mainzer Straße und den Wallanlagen für sie besonderen Charme hätte. Auch bei einem Vergleich von fünf Optionen hatte die Variante mit Bühnengebäude im Bankenviertel sehr gut abgeschnitten. Dabei war allerdings ausgeklammert worden, dass das benötigte Areal der Sparkasse gehört, mit deren Unternehmenszentrale bebaut ist – und dass ein Kauf des Grundstücks extrem teuer wäre.

Erlaubt die Stadt Frankfurt der Sparkasse, einen höheren Turm auf dem Areal zu errichten?

Dilmaghani macht keinen Hehl daraus, dass „komplexe Fragestellungen“ zu lösen seien. Mit der Sparkasse sei man aber auf einem guten Weg zu klären, was ein für beide Seiten finanziell gutes Modell sein könnte, sagte er. Näher wollte er sich noch nicht äußern. Schon lange als Möglichkeit kursiert aber etwa die Option, der Sparkasse, die auf dem Grundstück ein Hochhaus mit 130 Metern Höhe bauen dürfte, stattdessen einen bis 190 Meter hohen Turm zu ermöglichen.

Für Irritation hatten am Morgen Aussagen von Helaba-Vorstand Christian Schmid gesorgt. Dieser hatte sich in einem Pressegespräch, in dem es etwa um das Hochhausprojekt der Sparkassen-Muttergesellschaft am Knick der Neuen Mainzer Straße ging, auf Fragen hin sehr reserviert zu den Plänen der Stadt für das Nachbargrundstück geäußert. Wenn die Stadt in Verhandlungen eintreten wolle, müsse sie ein konkretes Konzept, auch zu den wirtschaftlichen Aspekten präsentieren, sagte er. Ein solches liege der Helaba aber nicht vor.

Schauspielhaus würde weniger Platz benötigen als der Neubau für die Oper

Mathias Hölzinger, Leiter der Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen“, wies im Gespräch mit der FR darauf hin, dass das Grundstück ja nicht der Helaba, sondern der Sparkasse gehöre. Und mit dieser sei man in guten und konstruktiven Gesprächen. Im Moment laufe die Prüfung, unter welchen Bedingungen statt der Oper das – weniger Platz beanspruchende – Schauspielhaus auf der Fläche errichtet werden könnte. Dann würde der neue Opernbau am Willy-Brandt-Platz entstehen.

Hier, im Frankfurter Bankenviertel. wird ein 205 Meter hoher Büroturm entstehen. Die Fassade des Altbaus bleibt erhalten und wird – samt der Rotunde, die abgebaut, saniert und wieder eingebaut wird, ins Projekt integriert.
Hier, im Frankfurter Bankenviertel. wird ein 205 Meter hoher Büroturm entstehen. Die Fassade des Altbaus bleibt erhalten und wird – samt der Rotunde, die abgebaut, saniert und wieder eingebaut wird, ins Projekt integriert. © Christoph Boeckheler

Dass Helaba und Stadt durchaus kooperationsfähig sind, zeigt das laufende Hochhausprojekt am Knick der Neuen Mainzer. Der Turm, der einmal 205 Meter in die Höhe ragen soll, wird auch Platz für eine Dependance des städtischen Museums für Weltkulturen bieten. Im vierten Obergeschoss des Sockelgebäudes sollen Wechselausstellungen zu sehen seien.

Die Helaba steckt einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in das Projekt, die Kosten für den Grundstückserwerb nicht eingerechnet. Für den Turm, der 2028 bezogen werden können soll, gibt es noch keine Vorvermietung. Wegen der guten Lage werde er auf eine große Nachfrage treffen, sagte Schmid. (Christoph Manus)

Die Oper Frankfurt hadert mit Sparforderungen und plant hellwach.

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