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Frankfurt: Entschädigung für verpassten Flug

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Von: Hanning Voigts

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Obwohl sie rechtzeitig am Flughafen waren, hatten die Klägerinnen ihren Flug verpasst. Foto: Renate Hoyer
Obwohl sie rechtzeitig am Flughafen waren, hatten die Klägerinnen ihren Flug verpasst. © Renate Hoyer

Weil sie zu lange an der Sicherheitskontrolle gebraucht hatten, verpassten zwei Frauen in Frankfurt ihren Abflug. Das Oberlandesgericht sprach ihnen nun Schadenersatz zu.

Wenn Fluggäste rechtzeitig am Flughafen erscheinen und wegen langer Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle trotzdem ihren Flug verpassen, können sie Anspruch auf Entschädigung haben. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt im Fall zweier Frauen entschieden, die im März 2018 für eine Kreuzfahrt von Frankfurt in die Dominikanische Republik fliegen wollten, wegen langer Schlangen aber zu spät am Gate angekommen waren.

Weil die Entscheidung nicht mehr angefochten werden kann, erhalten die Klägerinnen dem Gericht zufolge jetzt 3500 Euro für ein zweites Ticket und eine zusätzliche Übernachtung. Zahlen muss die Bundesrepublik, weil die Bundespolizei für die Sicherheitschecks am Flughafen zuständig ist.

Die Klägerinnen waren am Tag ihrer geplanten Reise fast drei Stunden vor ihrem geplanten Abflug am Frankfurter Flughafen angekommen und hatten um 9 Uhr bereits bei der Fluggesellschaft eingecheckt. Ihr Flug sollte um 11.50 Uhr abgehen, der Flughafen empfiehlt, zwei Stunden vor Abflug vor Ort zu sein. Nachdem das Gate ihres Fluges bekanntgegeben worden war, hatten die Frauen sich direkt um 10 Uhr bei der Sicherheitskontrolle angestellt. Sie schafften es aber nicht mehr pünktlich zum Flugsteig, der um 11.30 Uhr schloss.

Hinterher hatten die Frauen die Bundesrepublik wegen ihrer entstandenen Mehrkosten verklagt, weil die Sicherheitskontrollen nicht ausreichend organisiert gewesen seien. Das Landgericht Frankfurt hatte die Bundesrepublik bereits zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet, die vom Bund eingereichte Berufung vor dem Oberlandesgericht hatte nun ebenfalls keinen Erfolg.

Das Gericht entschied, dass man den beiden Klägerinnen im konkreten Fall kein „Vertrödeln“ von Zeit vorwerfen könne. Um 9 Uhr sei ihr Gate noch nicht bekannt gewesen, danach hätten sie lediglich in einem Bistro Kaffee und Gebäck gekauft und die Toilette aufgesucht. Da sie letztlich eineinhalb Stunden vor Schließung der Gates in der Sicherheitsschlange gestanden hätten, seien sie nicht für den verpassten Flug verantwortlich. Fluggäste müssten zwar frühzeitig am Flughafen sein, müssten sich „aber nicht auf eine beliebige Dauer einstellen“, so das Oberlandesgericht.

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