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Frankfurt: Endlich wieder Mainfest

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„Kuckuckswirt“-Inhaber Mike Roie und sein Ochs am Spieß. R. Rüffer
„Kuckuckswirt“-Inhaber Mike Roie und sein Ochs am Spieß. R. Rüffer © Rüffer

Seit Freitag wird an 113 Ständen und Geschäften das Mainfest gefeiert, heute endet es mit einem Feuerwerk. Beliebt waren der Ochs am Spieß und der Layla-Burger

Der „Kuckuckswirt“ auf dem Römerberg ist neu: Bei Mike Roie brutzelte am Samstag der Ochs am Spieß. Ein kulinarischer Höhepunkt, der allerdings nicht neu ist – er gehört zum Frankfurter Mainfest, seit es zum ersten Mal gefeiert wurde. Das war 1340. Anlass war damals die Weihe der Dreikönigskirche. „Aber ich habe diesen Stand in diesem Jahr erstmals aufgebaut“, sagt Roie. 2019 hat er den „Ochs am Spieß“ übernommen, 2020 wurde die eigens gefertigte Gastronomie ausgeliefert – und stand dann wegen Corona im Lager. Bis vergangenen Freitag.

Auch für Mike Roies Vater, den Vorsitzenden des Schaustellerverbandes Frankfurt/Rhein-Main, Thomas Roie, ist die Welt wieder in Ordnung. „Das Wetter ist großartig, das macht viel aus.“ Er sitzt am Frankfurter Wellenflug an der Kasse und verkaufte die Tickets. Seinen Ruhestand, das hatte er bereits angekündigt, muss er noch einige Jahre hinausschieben – denn die Pandemie hat seine Lebensplanung durcheinander gebracht.

Nicht nur die Frankfurter:innen strömten am Wochenende an den Main – auch die Touristen und Touristinnen. Wie Elena Company aus Granada in Spanien. Sie ist im „No Limit“ mitgeflogen. Einem ziemlich wilden Fahrgeschäft, bei dem sich die Gondeln in großer Höhe auch noch überschlagen. „Ich hatte schon etwas Angst“, gesteht die junge Frau danach, noch ein wenig blass um die Nase. „Aber ich habe von dort oben die Skyline gesehen. Sensationell.“

Das „No Limit“ ist zum ersten Mal in Frankfurt. Es steht direkt neben dem „Verkehrskindergarten“, das wiederum eines der ältesten Fahrgeschäfte in Frankfurt ist. Die meisten der sechs Autochen, die ihre Kreise ziehen, sind 62 Jahre alt. „Auch die Motoren sind noch original“, sagt Inhaber Wolfgang Breuer, der das Geschäft von seiner Großmutter übernommen hat. Und es macht noch immer Spaß. Am meisten freut er sich über den Zuspruch, der Kunden: „Viele sagen, sie sind froh, dass wir wieder da sind, dass wir die Pandemie überstanden haben.“ Was in seiner Branche keine Selbstverständlichkeit ist.

Das Riesenrad dreht sich ebenfalls wieder – auch wenn es nur für vier Tage ist und sein Aufbau eine echte Herkules-Aufgabe. Denn das Riesenrad gehört zum Mainfest dazu. Dieses Modell ist neu. Es hat aus Sicherheitsgründen geschlossene Kabinen und war in Frankfurt schon bei der Dippemess‘ und am Wäldchestag zu sehen.

Für Familien mit Kindern kann der Besuch des Festes ins Geld gehen. Ein Bismarckheringsbrötchen kostet vier Euro, ein Slush-Eis drei Euro, die günstigste Bratwurst 3,50 Euro. Indes: Auch für die Schausteller wird alles teurer. Alleine die Stromkosten sind um 25 Prozent gestiegen.

Zu den Höhepunkten des Mainfestes zählt jedes Mal das Fischerstechen. Die Fischerzunft Frankfurt stellt die Boote, die Schausteller versuchen, ihre Konkurrenz ins Wasser zu stechen. Gewinner in diesem Jahr war Max Moritz vom Kartoffelpufferstand. Als ältester Teilnehmer wagte sich der CDU-Politiker Bodo Pfaff-Greiffenhagen (60) aufs Boot – und landete zuletzt im Wasser.

113 Stände und Geschäfte sind entlang des Mains und auf dem Römerberg aufgebaut, etwas weniger als vor Corona. Und manche Schausteller reagieren auf aktuelle Themen. Wie etwa die Hausmanns, die einen „Layla-Burger“ anbieten. „Süßer, schärfer, genialer“, wirbt das Plakat. „Der Layla-Burger verkauft sich toll“, sagt Angelika Gottschalk, die am Stand die Kasse macht. Mit einer Ananas-Scheibe, Peperoni und Curry-Soße sei er „verboten lecker“ – eine Anspielung auf das Verbot des Partysongs bei der Rheinkirmes in Düsseldorf.

Das Mainfest endet heute um Mitternacht. Das große Feuerwerk wird um 22 Uhr gezündet.

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