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Frankfurt: Elf Elektrobusse für die Innenstadt

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Zwei Buslinien vom Hauptbahnhof ins Gutleutviertel sollen ab 2020 elektrisch fahren. Auch werden weitere Brennstoffzellenbusse bestellt.

Die städtische Busgesellschaft In-der-City-Bus (ICB) bestellt elf Elektrobusse. Die Busse sollen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 auf den Linien 33 und 37 fahren. Sie sind zwischen Hauptbahnhof und Gutleutviertel unterwegs. Das gaben die ICB-Geschäftsführer Alois Rautschka und Christian Schaefer bei einem Pressetermin bekannt, an dem auch Oberbürgermeister Peter Feldmann, Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD) und der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) teilnahmen.

Mit den fünf Elektrobussen, die seit 2018 auf der Campus-Linie 75 fahren, habe die ICB gute Erfahrungen gemacht, sagte ICB-Geschäftsführer Schaefer am Montag. „Die Ausfallzeiten sind geringer als bei den Dieselbussen.“ Die neuen Elektrobusse würden über Nacht im ICB-Betriebshof am Römerhof geladen. Das dauere vier bis fünf Stunden. Die entsprechende Ladeinfrastruktur werde in transportablen Container verstaut.

Die Anschaffung koste rund sieben Millionen Euro, davon übernehme das Land rund 2,8 Millionen, das entspricht einem Anteil von 40 Prozent. Aufgeladen hätten die Busse eine Reichweite von 170 bis 190 Kilometern, sagte Schaefer. Das reiche für den Betrieb auf den Linien 33 und 37, die einen relativ kurzen Umlauf hätten, aber nicht für weitläufige Linien.

In einem nächsten Schritt will die ICB die Linien 36 (Hainer Weg bis Alte Gasse) und 64 (Ginnheim bis Baseler Platz) auf Brennstoffzellenbusse umstellen. Dafür sollen 22 H2-Busse angeschafft werden - auch hierbei hofft die ICB auf eine Förderung durch das Land. Die H2-Busse hätten eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern. Für sie will die ICB eine Wasserstofftankstelle auf dem Betriebshof der ICB am Römerhof errichten. Schaefer rechnet mit dem Einsatz der Busse ab 2021 oder 2022.

Die drei Brennstoffzellenbusse, die in einer Beschaffungsinitiative mit Mainz und Wiesbaden bestellt worden sind, lassen indes weiter auf sich warten. „Es gibt erhebliche Probleme mit der Lieferzeit“, sagte Rautschka.

Auch wenn „ein Dieselbus effizienter ist als 50 Dieselautos“, seien Elektrobusse noch klimafreundlicher - und leiser, betonte Minister Al-Wazir. Das Land unterstütze die Umrüstung der Busflotten auf Elektroantrieb pro Jahr mit fünf Millionen Euro.

In Frankfurt, dem „Zentrum des Verkehrs“, werde die Zahl der Pendler noch zunehmen, falls die Stadt nicht innerhalb ihrer Stadtgrenzen weiter wachsen dürfe, sagte Oberbürgermeister Feldmann. Der öffentliche Nahverkehr müsse nicht nur mit regenerativen Energien betrieben werden, er müsse auch preiswert sein.

Zähle man die S-Bahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen hinzu, seien schon 85 Prozent des öffentlichen Nahverkehrs in Frankfurt elektrisch, sagte Stadtrat Oesterling. Ab dem kommenden Jahr würden 22 neue U-Bahnen und 45 neue Straßenbahnen geliefert - das koste die Stadt rund 190 Millionen Euro. Anfang 2020 würden 25 ältere Dieselbusse mit NOx-Filtern nachgerüstet.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember werde die Linie 14 von der provisorischen Endstation Gustavsburgplatz bis zur Mönchhofstraße verlängert. Bis zum Jahr 2030 wolle die Stadt alle Busse im öffentlichen Nahverkehr mit Wasserstoff oder Strom betreiben. Die Elektrobusse auf den Linie 33 und 37 sollen mit Strom aus regenerativen Energien fahren.

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