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Frankfurt soll mehr Ladesäulen bekommen.  

Verkehr

So elektrisch soll Frankfurt bis 2030 unterwegs sein

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Das Elektromobilitätskonzept nennt viele Projekte für die kommenden zehn Jahre - unter anderem zu Ladesäulen, E-Taxis, autonomen Bussen.

Die Stadt Frankfurt will elektrische Fortbewegung in den kommenden zehn Jahren fördern und die geringe Zahl der Elektroautos steigern. Das sieht das neue Elektromobilitätskonzept der Wirtschaftsförderung vor, das nun veröffentlicht wurde.

Elektromobilität in Frankfurt: 17,5 Prozent Elektroautos in 2030

Derzeit liegt der Anteil der Elektroautos in Frankfurt den Angaben zufolge bei 0,45 Prozent. Insgesamt sind rund 430 000 Fahrzeuge in der Stadt zugelassen. Bis 2030 sollen nach einem Szenario 17,5 Prozent der Privatfahrzeuge einen Elektromotor haben. Die Wirtschaftsförderung setzt darauf, dass Kunden mehr Elektroautos kaufen, die bis dahin günstiger sein und mehr Batterieleistung haben könnten.

Die Stadt soll dabei mit gutem Beispiel vorangehen. „Es wird empfohlen, die Zielsetzungen zur Elektromobilität in Frankfurt am Main durch die höchsten Repräsentanten der Stadt positiv zu vertreten“. Vorbilder wären demnach der Oberbürgermeister, die Dezernenten und die Vertreter der städtischen Betriebe.

Frankfurt: Konzept für Elektromobilität fordert mehr Ladesäulen 

Derzeit steht noch ein BMW 520 Touring mit 190-PS-Dieselmotor und Euro-6-Abgasnorm vor der Tür des Oberbürgermeisters. Insgesamt verbrauchen die Diesel, Benziner und Hybride des Magistrats nach Angaben der Stadt jedes Jahr 6900 Liter Diesel und 6000 Liter Benzin. Allerdings will die Stadt Frankfurt ihren Fuhrpark nach und nach auf Elektromobilität umstellen. Ein Ziel der Wirtschaftsförderung ist es, das bis 2030 für ein Drittel der städtischen Fahrzeuge zu erreichen. Bislang fahren den Angaben zufolge gut sieben Prozent der städtischen Fahrzeuge elektrisch.

Gleichzeitig soll die Stadt, mit Hilfe privater Betreiber, den Ausbau der Ladesäulen in Frankfurt vorantreiben. Der Aufbau von „urbanen Schnellladepunkten“ mit Ladeleistung von 150 Kilowatt und mehr sei dabei „kritisch“.

Elektromobilität in Frankfurt: 104 Normal- und 18 Schnellladepunkte

Bislang stünden 104 Normal- und 18 Schnellladepunkte im Stadtgebiet zur Verfügung. In den nächsten zehn Jahren soll sich die Zahl im günstigsten Szenario auf 350 Schnell- und 875 Normalladepunkte erhöhen.

Auf die Betreiber - dies könnten der städtische Energieversorger Mainova sowie die Unternehmen Allego und Fastned sein - kämen pro Schnellladesäule rund 30 000 Euro an Investitionen zu. Allego hat die Errichtung von bis zu 360 Ladesäulen in Frankfurt angekündigt, aber keinen Zeitplan genannt.

Bisher fehlte es an Ladesäulen in Frankfurt. Wer in Frankfurt über keine eigene Garage verfügt, hat sehr schlechte Karten. Denn die großen Wohnungsunternehmen investieren kaum in Elektromobilität.

Die städtische Busflotte mit rund 400 Fahrzeugen soll den Plänen zufolge bis 2030 komplett auf Strom oder Wasserstoff umgestellt werden. Die Machbarkeit hatte die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq schon mit einem eigenen Konzept bekräftigt. Traffiq will in den kommenden Jahren in den jeweiligen Ausschreibungen weitere Elektrobusse anfordern. Bislang fahren fünf durch Frankfurt.

Frankfurt: Auch E-Taxis sind im Konzept für Elektromobilität vorgesehen

Mit einem Pilotprojekt will die Stadt Frankfurt zudem die Umstellung der Taxiflotte auf E-Taxis begünstigen. Während derzeit drei von 1712 Taxis im Stadtgebiet elektrisch unterwegs sind, sollen es bis 2030 schon 80 Prozent der Taxis sein. Um das zu erreichen, sieht die Wirtschaftsförderung ein „vorübergehendes städtisches Förderprogramm für Taxis“ sowie „exklusive Ladestationen an den relevanten Ladeorten“ vor.

Die Carsharing-Anbieter Book-n-Drive, Stadtmobil und Car2Go sollen nach dem Willen der Wirtschaftsförderung bis 2030 neun von zehn Fahrzeuge mit Elektromotor einsetzen. Bislang liegt der Anteil der Elektrofahrzeuge bei sechs Prozent. Parken sollen die E-Carsharing-Fahrzeuge an reservierten Plätzen sowie an Mobilitätsstationen, wo auch Leihräder oder E-Tretroller ausgeliehen werden können. 40 Mobilitätsstationen sind vorgesehen.

Zum Einsatz kommen sollen auch bis zu 15 autonom fahrende Elektro-Kleinbusse, um Fahrgäste zu Haltestellen von U-Bahn, Tram und S-Bahn zu bringen. Auch der E-Wirtschaftsverkehr soll begünstigt werden. Über die Projekte aus dem Konzept müssen die Stadtverordneten noch abstimmen.

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