Kultur

Frankfurt: „Electro“-Schau geplatzt

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Das Technomuseum Momen hätte eigentlich mit der Ausstellung „Electro. From Kraftwerk to Daft Punk“ eröffnen wollen. Das klappt nun nicht.

Das Frankfurter Techno-Museum Momem (Museum für moderne elektronische Musik) wird nicht mit der Ausstellung „Electro. From Kraftwerk to Daft Punk“ eröffnen. Das gab Alex Azary, der Vorsitzende der Friends of Momem, bekannt. Die Ausstellung über die Entwicklung der elektronischen Musik von den 1980er bis in die 2000er Jahre war zuletzt in der Pariser Philharmonie zu sehen. Der DJ und Produzent Laurent Garnier lieferte den Soundtrack. Andreas Gursky und weitere Fotografen und Künstler zeigten ihre Arbeiten. Nach einer Station bei der Biennale in Venedig zieht die Ausstellung im April weiter nach London.

Die Verträge für die „Electro“Ausstellung hätten unterschriftsreif vorgelegen, sagte Azary. Im Dezember hätte das Technomuseum an der Hauptwache, in den Räumen des früheren Kindermuseums, damit eröffnen wollen. Doch wegen „Zeitverzugs“ sei die Ausstellung nun abgesagt worden. Der Startschuss werde „wieder mal auf den Sankt Nimmerleinstag“ verschoben.

Die Schuld sieht Azary bei Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) und der CDU im Römer. Die Immobilie sei nicht 2016, wie besprochen, sondern erst 2018 unrenoviert an die Friends of Momem übergeben worden. Der Mietvertrag sei Monate verzögert eingegangen, dadurch konnten für 2019 keine Fördermittel beantragt werden. Der leerstehende Club U60311, der als Veranstaltungsort dienen soll, sei noch immer nicht Teil des Museums. Die CDU im Römer habe eine Anschubfinanzierung an Forderungen geknüpft.

Der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer, Thomas Dürbeck, weist diese Sichtweise zurück. So habe die Koalition sich auf das Technomuseum verständigt und dies im Koalitionsvertrag festgehalten. Eine Anschubfinanzierung von einer halben Million Euro, wie sie die Friends of Momem forderten, sei nicht Teil der Vereinbarung gewesen, dafür die mietfreie Nutzung der Immobilie. Andere Kulturbetriebe wie das Dialogmuseum, das in die B-Ebene der Hauptwache ziehe, müssten, anders als das Momem, Miete zahlen, sagte er. Um die Anschubfinanzierung zu begründen, habe die CDU einen neuen Business-Plan gefordert. Als dieser vorlag, sei man den Friends of Momem entgegengekommen: Eine Anschubfinanzierung von 500 000 Euro würde gewährt, falls der Verein 350 000 Euro aufbringe und die halbe Million Euro bis Ende 2020 zurückzahle.

Alex Azary hält dem entgegen, dass die Räume sanierungsbedürftig seien und die Geldgeber erwarteten, dass es erst ein Museum gebe, ehe sie ihren Beitrag leisteten. Weder Vorplatz noch Fassade des Museums seien bislang saniert worden. Wann das Momem eröffnet, ist unklar.

Von Florian Leclerc

Die Stadt Frankfurt lehnt nun auch eine Nutzung des früheren Technoclubs U60311 als Veranstaltungsort für das Technomuseum Momem ab. Dessen Eröffnung verzögert sich.

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