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Die Arkaden am Schauspiel sind auch ein beliebter Schlafplatz für Obdachlose. Foto: peter jülich
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Die Arkaden am Schauspiel sind auch ein beliebter Schlafplatz für Obdachlose.

Obdachlosigkeit

Frankfurt: Eisige Temperaturen bedrohen Obdachlose

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Die nächsten Nächte werden bitterkalt. Da obdachlose Menschen jetzt akut gefährdet sind, muss die Frankfurter Wohnungslosenhilfe besonders wachsam sein.

Der Winter hat Frankfurt fest im Griff. Die kommenden Nächte werden bitterkalt, von Mittwoch an könnte das Thermometer nachts auf bis zu elf Grad unter null sinken. Und so bald wird sich an dieser Wetterlage auch nichts ändern: Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit Sitz in Offenbach sagte der Frankfurter Rundschau am Montag, aktuell ströme kontinuierlich kalte Polarluft nach Deutschland, so dass es auch in der kommenden Woche noch „sehr, sehr winterliche Temperaturen“ geben werde.

Für obdachlose Menschen in Frankfurt, die sowieso schon mit dem Winter und der Coronavirus-Pandemie kämpfen, stellt eine derartige Kälte eine echte Gefahr dar. Die Stadt und die Akteur:innen der Wohnungslosenhilfe sind daher alarmiert. „Eigentlich glauben wir, wir sind ganz gut aufgestellt und tun, was wir können“, sagte Uta Rasche, Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), der FR. Man wisse aber nie, ob die Hilfe auch wirklich bei allen Obdachlosen ankomme. In Zusammenarbeit mit dem stadtnahen Frankfurter Verein für soziale Heimstätten erweitere die Stadt daher jetzt ihre niedrigschwelligen Angebote gegen die Kälte, so Rasche. „Wir hoffen, dass wir jeden erreichen.“

KÄLTEBUS

Obdachlose Menschen , die bei großer Kälte draußen schlafen, schweben potenziell in Lebensgefahr. Wer einen hilflosen Menschen draußen schlafen sieht, sollte den Frankfurter Kältebus unter der Nummer 069 / 43 14 14 anrufen, damit Sozialarbeiter:innen sich um ihn kümmern können. Die Stadt unterhält zudem eine eigene Hotline für soziale Notlagen unter der Nummer 069 / 21 27 00 70.

Bei akuter Lebensgefahr sollte man immer sofort den Notruf unter der Nummer 112 alarmieren. han

In der Notübernachtung in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor stehen derzeit jede Nacht 150 Schlafplätze zur Verfügung, die Kapazität kann bei Bedarf erweitert werden. Wegen der extremen Temperaturen soll die Einrichtung jetzt abends schon um 20 Uhr statt wie bisher um 22 Uhr öffnen und am nächsten Tag immer erst um 12 Uhr statt um 10.30 Uhr schließen. Laut Rasche haben in der Nacht zu Montag 105 obdachlose Menschen dieses Angebot genutzt, insgesamt haben die Mitarbeiter:innen des Frankfurter Vereins aber 185 Menschen auf den Straßen gezählt. Das bedeutet, dass 80 Menschen die Nacht im Freien verbracht haben. Wer selbst bei großer Kälte draußen schlafe, habe oft schlechte Erfahrungen mit Notschlafstätten gemacht, sagte Rasche. Die Stadt hoffe, dass kein Mensch auf der Straße erfriere, was in Frankfurt schon seit einigen Jahren nicht mehr passiert sei.

Um die Menschen, die trotz großer Kälte nicht in Hilfseinrichtungen gehen, kümmert sich der „Kältebus“ des Frankfurter Vereins. Man überlege derzeit, das Team des Busses nicht nur nachts, sondern auch tagsüber mit heißem Tee und Schlafsäcken bekannte Schlafstätten obdachloser Menschen abfahren zu lassen, sagte Christiane Heinrichs vom Frankfurter Verein. Es sei wichtig, die teils psychisch erkrankten Menschen im Auge zu behalten und regelmäßig anzusprechen, um Vertrauen aufzubauen. „Das ist in der Regel ein Personenkreis, der nur sehr schwer für Hilfe zu erreichen ist.“ Bei elf Grad unter null werde das Team des Kältebusses im Einzelfall auch die Polizei alarmieren, wenn ein obdachloser Mensch sich erkennbar selbst gefährde, sagte Heinrichs.

Ansonsten prüfe man momentan, wie man die Kapazitäten am Eschenheimer Tor erweitern könne, was wegen der Hygienevorschriften gegen das Coronavirus schwieriger sei als sonst. Man sei von der Kältewelle etwas überrascht worden, richte sich jetzt aber auf mehrere Wochen extremer Kälte ein, so Henrichs. „Es ist nicht auszuschließen, dass jemand zu Schaden kommt. Aber wir tun unser Bestes, um das zu verhindern.“

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld appellierte am Montag erneut an die Frankfurter:innen, den Kältebus anzurufen, wenn sie Obdachlose draußen sähen. „Wir wollen, dass alle Menschen in Frankfurt diesen besonders harten Winter gut überstehen“, sagte die CDU-Politikerin.

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