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„Eisenbahn-Reiner“ sitzt in der Neuen Kräme in Frankfurt. Abends muss er sein Spielzeug wieder einpacken.
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„Eisenbahn-Reiner“ sitzt in der Neuen Kräme in Frankfurt. Abends muss er sein Spielzeug wieder einpacken.

Obdachloser hält sich an Auflagen

Frankfurt: „Eisenbahn-Reiner“ packt sein Spielzeug jetzt abends wieder ein

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Der obdachlose Reiner Schad beschäftigt das Frankfurter Ordnungsamt. Doch „Eisenbahn-Reiner“ hält sich weitgehend an die Auflagen der Stadt.

Frankfurt – Der als „Eisenbahn-Reiner“ bekannte Obdachlose Reiner Schad hält sich weitgehend an die Auflagen, die ihm in der Sondernutzungserlaubnis für seinen Platz in der Neuen Kräme gemacht werden. Konkret räume Schad sein Spielzeug – darunter eine Modelleisenbahn – bei Sonnenuntergang in der Regel zusammen, sagte Karin Müller, die Leiterin des Frankfurter Ordnungsamtes, im Gespräch mit der FR.

Um Schad hatte es in der vergangenen Woche im Stadtparlament eine Diskussion gegeben. Anlass war eine Dienstaufsichtsbeschwerde, die der Ordenspriester Paulus Terwitte gegen den Frankfurter Magistrat gestellt hatte. Bruder Paulus kritisiert darin, die Stadt Frankfurt tue zu wenig, um die Auflagen gegen Schad zu kontrollieren.

Obdachlosigkeit in Frankfurt – „Eisenbahn-Reiner“ muss seinen Platz nicht verlassen

Davon kann zumindest in den vergangenen Tagen nicht die Rede sein. Schad bekomme regelmäßig Besuch von der Stadtpolizei, teilte Müller mit. Denn außer Bruder Paulus vom Kapuzinerkloster Liebfrauen in unmittelbarer Nähe zu Schads Platz hätten sich weitere Anwohnerinnen und Anwohner beschwert, so Müller.

Wobei es auch Missverständnisse gebe: Schad müsse nicht etwa schon um 18 Uhr einpacken, wie es zeitweise hieß. Und: Der Obdachlose dürfe sich mit Einbruch der Dunkelheit zwar nicht mehr ausbreiten, müsse aber nicht den Platz verlassen, stellte Müller klar. Lagern dürfe er auf der Straße nachts hingegen nicht. Sofern es aber eine Vereinbarung mit einem Einzelhändler gebe, dass Schad in seinem Eingang schlafen dürfe, sei das nicht zu beanstanden.

Beschwerden über obdachlosen „Eisenbahn-Reiner“ in Frankfurt – Rubach weist Vorwürfe zurück

Peter Rubach, ein Fürsprecher des Obdachlosen, der zuletzt auf Flugblättern für den Verbleib von „Eisenbahn-Reiner“ protestiert hatte, hatte von einer entsprechenden Regelung berichtet. Rubach wies Vorwürfe von Bruder Paulus zurück, die Fläche rund um Schad sei mit Kot und Urin verunreinigt: „Reiner nutzt öffentliche Toiletten.“

Bruder Paulus bekam für sein soziales Engagement am Freitag in Wiesbaden das Bundesverdienstkreuz verliehen. Entsprechende Berichte darüber wurden in den sozialen Medien teils kritisch kommentiert. Der FDP-Stadtverordnete Stefan von Wangenheim schrieb: „Einem Kirchenmann, der Obdachlose durch die Polizei von der Straße vertreiben will, weil sie zu nah an seinem Kloster sitzen, eine solche Ehrung zukommen zu lassen, wirft zumindest Fragen auf! Sein Chef in Rom wäscht einmal im Jahr Obdachlosen die Füße...“ (Georg Leppert)

Mit dem Ausstellen von Spielzeug ohne Genehmigung sorgt „Eisenbahn-Reiner“ schon seit Jahren für Diskussionsstoff in Frankfurt. (Georg Leppert)

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