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Frankfurt: Eintauchen in Vincent van Goghs Welt

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Von: Anja Laud

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Ein Selbstbildnis des Künstlers. Besucher:innen können auf den Detailaufnahmen jeden Pinselstrich sehen.
Ein Selbstbildnis des Künstlers. Besucher:innen können auf den Detailaufnahmen jeden Pinselstrich sehen. © Grande Exhibitions

Werke von Vincent van Gogh sind in Frankfurt in der Multimedia-Installation „Van Gogh“ alive zu sehen.

Lichter wie die eines Feuerwerks leuchten und vergehen an einem Nachthimmel. Sie gehen über in die Bilder, die Vincent van Gogh in Saint-Rémy vom Nachthimmel malte, als er sich dort in eine Nervenheilanstalt eingewiesen hatte. Die Multimedia-Installation „Van Gogh Alive“, die von heute an in der Raumfabrik in Frankfurt zu sehen ist, will Besucher:innen mit allen Sinnen ansprechen. Es sind nicht nur die Bilder des niederländischen Malers zu sehen, dessen Namen volle Museen garantieren. Die Präsentation wird auch mit Musik und Düften begleitet.

„Die multisensorielle Ausstellung soll Kinder und Jugendliche ansprechen, die keine Lust haben, in Museen zu gehen, und ihre Eltern oder Großeltern, die Bilder von van Gogh schon in Ausstellungen gesehen haben, aber sie einmal anders erleben wollen“, sagt Anika Böhm, Sprecherin der Produktionsunternehmens, das die Schau in Deutschland, zuletzt in Köln, präsentiert. Diese war bisher weltweit in mehr als 70 Städten zu sehen und hat nach Angaben Böhms über 8,5 Millionen Menschen angezogen.

Van Goghs Meisterwerke werden in der Raumfabrik gezeigt, einer ehemaligen Fabrikationshalle an der Heddernheimer Landstraße 155, von der Innenstadt in 20 Minuten mit der U-Bahn erreichbar. „Es ist nicht einfach, wegen der Höhe der Stellwände einen geeigneten Veranstaltungsort zu finden“, sagt Anika Böhm.

Fünf Meter hoch und drei bis vier Meter breit sind die Projektionsflächen, auf denen 40 High-Definition-Projektoren die Bilder van Goghs werfen. Detail-Aufnahmen zeigen jeden Pinselstrich des Künstlers. Etwa 45 Minuten dauert die Schau, die die Besucher:innen auf eine Reise zu den Orten nimmt, in denen er malte. Und sie führt damit auch durch seine verschiedenen Schaffensphasen. Die dunklen Bilder seiner „Holländischen Periode“ sind zu sehen und die, die er in Paris, Arles, Saint-Rémy und vor seinem Tod in Auvers-sur-Oise malte.

Die Schau

Die Multimedia-Installation „Van Gogh Alive“ ist von Freitag, 13. Januar, bis Dienstag, 2. Mai, in der Raumfabrik, Heddernheimer Landstraße 155, in Frankfurt zu sehen. Sie ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

In der Ausstellung werden über 3000 Bilder gezeigt, begleitet von klassischer Musik sowie Lichteffekten und Düften. Daneben können Besucher:innen durch einen Raum mit Sonnenblumen gehen und sich in einem Atelier selbst als Künstler:innen versuchen.

Der Eintritt kostet 17 Euro pro Person. Es gibt Ermäßigungen beispielsweise für Schüler:innen und Studierende sowie Sozialhilfeempfänger:innen. Familien können, je nach Größe, unterschiedliche Familientickets buchen. Für Kinder im Alter von bis zu drei Jahren ist der Eintritt frei.

Empfehlenswert ist es, vorab online Eintrittskarten zu erwerben und ein Zeitfenster für den Ausstellungsbesuch zu buchen, da die Schau nach Angaben des Veranstalters oft ausgebucht ist. lad

www.vangogh-alive.de

Eingeblendet dazu werden Zitate des Malers etwa aus Briefen, die er an seinen geliebten Bruder Theo oder Freunde schrieb. Untermalt ist die Präsentation von musikalischen Ausschnitten aus Werken von Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Franz Schubert oder Eric Satie.

Bilder van Goghs waren zuletzt in einer großen Schau im Städel und dort natürlich im Original zu sehen. Die Ausstellung „Making van Gogh“ sorgte von Oktober 2019 bis Februar 2020 für Publikumsrekorde. Kurator:innen hatten dafür 120 seiner Gemälde, davon 50 zentrale Werke, aus aller Welt zusammengetragen. Über eine halbe Million Menschen kamen, um sich die umfangreichste Van-Gogh-Präsentation in Deutschland seit fast 20 Jahren anzuschauen

Auch Anika Böhm erwartet, dass viele Besucher:innen sich die Multimedia-Installation in der Raumfabrik anschauen werden und empfiehlt deshalb, vor dem Besuch online Eintrittskarten und ein Zeitfenster zu buchen.

Um den jungen Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit zu geben, Selfies zu machen, die sie dann posten können, gibt es neben dem großen Ausstellungsraum einen Raum mit Sonnenblumen. von denen van Gogh sagte, dass sie „in gewisser Weise“ zu ihm gehörten. Im Foyer steht zum selben Zweck die Skulptur eines Ohrs, das an das erinnert, das er sich im Wahn einst abschnitt, und der Nachbau seines Schlafzimmers in Arles. Wer sich von den Werken des Künstlers inspiriert fühlt, kann in einem kleinen Atelier mit Hilfe eines Anleitungsvideos dieses Zimmer auf Papier bannen.

In der Multimedia-Installation sind Bilder aus jeder Schaffensperiode Van Goghs zu sehen.
In der Multimedia-Installation sind Bilder aus jeder Schaffensperiode Van Goghs zu sehen. © Grande Exhibitions
„Iris“, ein Gemälde, das der Künstler 1889 in Saint-Rémy malte.
„Iris“, ein Gemälde, das der Künstler 1889 in Saint-Rémy malte. © Grande Exhibitions

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