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Vor manchen Geschäften bilden sich lange Schlangen. Wer keinen Termin vereinbart hat, muss draußen bleiben. Foto: Christoph Boeckheler
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Vor manchen Geschäften bilden sich lange Schlangen. Wer keinen Termin vereinbart hat, muss draußen bleiben.

Corona-Lockerungen

Frankfurt: Einkauf mit Termin

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Viele Menschen in Frankfurt und Umgebung nutzen die Lockerungen für einen Bummel. Nicht alle kommen mit der Terminvergabe im Internet zurecht.

Frühling ist es erst, wenn der Baumarkt, das Gartencenter oder der Blumenladen wieder auf haben. Also seit Montag. Da herrscht zumindest im Oberurseler Baumarkt und dem benachbarten Gartencenter bereits am Vormittag reges Treiben.

Marcel Müller lädt einen großen Sack Rindenmulch ins Auto. „Ich freue mich prinzipiell, wenn wieder etwas öffnet“, sagt er verschmitzt. Jedes offene Geschäft sei ein Schritt vorwärts. Auf den Baumarkt hat er nicht sehnsüchtig gewartet. „Ich erledige Einkäufe für meine Eltern.“ Müller junior hofft eher auf die baldige Rückkehr der Restaurants.

Nicht alle sind so gut gelaunt an diesem Vormittag. „Beschäftigungstherapie“ nennt ein Mann die Lockerungen abgeklärt. „Wenn sie einkaufen können, kommen die Leute nicht auf dumme Gedanken.“ Er hätte auch mit einer längeren Schlange gerechnet. Ein besonderes Projekt treibe ihn nicht her, er wolle nur die Arbeiten an Haus und Garten erledigen, die im Winter liegen geblieben sind. Sprach’s und eilt von dannen.

Schlangen, damit kann „Blume 2000“ im Frankfurter Nordwestzentrum dienen. Der Lenz weckt Blumenhunger bei den Menschen. Immer wieder muss eine Mitarbeiterin den Kunden und Kundinnen erklären, dass nur acht Leute eintreten dürfen. Die sind verwirrt, das Geschäft hat keine sichtbaren Wände, es ist nicht auszumachen, wo innerhalb und wo außerhalb des Ladens ist.

Unübersichtlich ist es auch am Eingang zu C&A. Die für 13.20 Uhr bestellten Gäste stehen mit den 13.30-Uhr-Buchungen an, dazwischen tauchen immer wieder Menschen auf, die einfach nur gucken wollen, warum da Leute stehen. „Ach, man kann Termine machen?“, fragt eine Frau interessiert. Nachdenklich geht sie weiter. Am Mittag sind die nur online zu vereinbarenden Termine allerdings ausgebucht. Und ohne kommt niemand hinein. Da ist die freundliche Türsteherin recht bestimmt.

Click&Meet

Der Einzelhandel darf seit Montag, 8. März, wieder öffnen – mit besonderen Hygieneregeln und fester Terminvergabe. Die erfolgt meist im Internet, deswegen nennt sich das Konzept „click & meet“. Ein Gast pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche darf eintreten, Gruppen von maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten.

Super- oder Baumärkte , Gartencenter und weitere Ausnahmen arbeiten ohne Anmeldung. Obligatorisch ist überall die medizinische Maske. sky

Mehr Info im Internet auf www.hessen.de unter „FAQ“.

Eine kleine Ausnahme hat sie am Vormittag gemacht, als angemeldete Gäste nicht aufgetaucht sind, dafür zwei betagte Damen, die nicht gerne im Internet surfen.

„Es ist für uns nicht so einfach gewesen“, sagt auch der Mann mit dem 13.30-Uhr-Termin. „Das alles zu finden und zu verstehen.“ Dann gibt er auf Russisch seiner Frau letzte Instruktionen mit. Sie verschwindet im Warenhaus, er wartet. Das Paar hat nur einen Ein-Personen-Slot ergattert, unglücklich wirkt er darüber nicht.

Inzwischen ergießen sich Scharen von jungen Menschen in die Gänge des Einkaufszentrums. Es sind Schülerinnen und Schüler der benachbarten Ernst-Reuter-Schulen. „Das ist mittags aber immer so“, versichert eine junge Frau. Es hat zu den Lockerungen keine passende Erhöhung des Taschengeldes gegeben. Zumindest nicht, dass sie wüsste. Beim Gea-Laden an der Pfingstweidstraße am Frankfurter Zoo geht es entspannter zu. „Unsere Termine für die Woche sind zu einem Drittel vergeben“, sagt Renée Laiacker. Die Nachmittage und Samstage sind begehrt. Die Kundschaft reist auch von weiter weg zu dem Fachgeschäft für fair hergestellte Schuhe, Taschen oder Möbel. Gea-Waldviertler ist ein beliebtes Geschäft aus Österreich, die nächste Filiale ist in Köln zu finden.

Klar sei es ungewohnt, mit Terminen zu arbeiten, sagt Laiacker. Doch: „Wir sind froh, dass wir wieder öffnen dürfen.“ In den Wochen zuvor habe sich die Filiale gerade so über Wasser halten können, mit Bestellungen übers Telefon oder Internet. Laiacker und ihr Ehemann und Kompagnon Maged El Alfi haben extra einen Stuhl vor die Tür gestellt, damit die Besucher:innen einen Schuh anprobieren können, auch einen Laufsteg aus Pappe haben sie ausgelegt.

Aber drinnen ist es doch gemütlicher und entspannter. Laiacker und El Alfi haben dafür umgeräumt, Zonen eingerichtet, damit sich so wenig Menschen wie möglich begegnen. Wegen der 40-Quadratmeter-Regel dürfen derzeit aber ohnehin nur zwei Menschen eintreten.

Weitere Berichte F2 bis F4

Auch Blumenschnuppern geht nur mit medizinischer Maske.
Buchhandlungen dürfen wieder öffnen.

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