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Manche Anwohner hoffen durch den Riederwaldtunnel auf weniger Verkehr vor ihrer Haustür.
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Manche Anwohner hoffen durch den Riederwaldtunnel in Frankfurt auf weniger Verkehr vor ihrer Haustür.

Frankfurt

Einigung am Riederwald: Verein zieht Klage gegen Tunnel zurück – doch Widerstand bleibt

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Einigung beim Riederwaldtunnel in Frankfurt: Nach Änderungen beim Lärmschutz zieht der Bauverein die Klage gegen den geplanten Tunnel zurück. Doch es gibt noch weiteren Widerstand.

Frankfurt – Nach 13 Jahren juristischer Auseinandersetzung um den Bau des Riederwaldtunnels haben sich das Land Hessen und der Volks-, Bau- und Sparverein Frankfurt am Main (VBS) geeinigt. „Ein wichtiger Schritt“, urteilt Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Die Vereinbarung zwischen der Landesbehörde Hessen Mobil und VBS enthalte auch die Rücknahme der Klage gegen den Tunnelbau. „Die fast schon unendliche Geschichte steht nun vor dem Abschluss.“

Kritik am Lärmschutz für Riederwaldtunnel in Frankfurt

Im Jahr 2007 hatte der Verein gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Riederwaldtunnel geklagt. Seine Kritik richtete sich vor allem gegen die Lärmschutzberechnungen, die aus der damals vorgelegten Verkehrsuntersuchung abgeleitet worden waren sowie die Berücksichtigung der Auswirkungen auf seine Liegenschaften.

„Der Riederwaldtunnel ist das größte innerstädtische Verkehrsprojekt in Frankfurt“, sagte Al-Wazir am Dienstag (29.12.2020). Gemeinsam mit dem gesamten Autobahnbau im Frankfurter Osten sei er seit Jahrzehnten umstritten. Vor einem Jahr wurde der veränderte Planfeststellungsbeschluss zum Riederwaldtunnel unterzeichnet. Zuvor war das Projekt Alleentunnel beendet worden samt Seckbacher Dreieck. Stattdessen hatte das Land zusammen mit der Stadt Frankfurt die Teil-Einhausung der A661 auf den Weg gebracht.

„Mit den noch fehlenden 1100 Metern zwischen A66 und A661 soll die derzeit unerträgliche Verkehrssituation und die damit einhergehenden Luftschadstoff- und Lärmbelastungen vor allem an der Straße ‚Am Erlenbruch‘ im Stadtteil Riederwald deutlich reduziert werden“, erläuterte der Minister und betonte: „Es ist mir wichtig, die Situation vor Ort auch im Interesse der Anwohner im Riederwald zu verbessern.“ Deshalb sei die Einigung mit dem Volks-, Bau- und Sparverein Frankfurt so wichtig.

Riederwaldtunnel in Frankfurt: Klage zurückgezogen

Den Angaben zufolge hat der neue Planfeststellungsbeschluss den Verein so überzeugt, dass er seine Klage zurückzog. Er beinhalte „weitreichende Maßnahmen zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner vor baubedingten Auswirkungen durch Lärm und Schadstoffe“.

Darüber hinaus werde nicht nur der Verkehrslärm der A66 berechnet, sondern auch der von der A661. Profitieren würden davon speziell die Wohnbereiche in der Nähe des Autobahndreiecks Erlenbruch, wo sich auch Gebäude im Besitz des VBS befinden. Auch sei in dem Planfeststellungsbeschluss festgelegt, dass der Riederwaldtunnel erst dann in Betrieb gehen kann, wenn weiterer Lärmschutz entlang der A661 realisiert wurde.

Baustelle für Riederwaldtunnel in Frankfurt wird Anwohner belasten

Al-Wazir räumte ein, dass trotz allem Schutz auf die Anwohner schwierige Zeiten zukommen werden. „Bauarbeiten ohne Lärm sind nicht möglich. Und natürlich wird eine Großbaustelle wie beim Riederwaldtunnel zeitweise zu besonderen Belastungen führen.“ Um sie so gering wie möglich zu halten, würden „alle Spielräume für einen optimalen Lärmschutz in der Bauphase ausgenutzt“. Auch die dafür notwendigen Bauarbeiten könnten nicht lautlos vonstatten gehen. Die angrenzende Pestalozzischule erhalte deshalb Lärmschutzfenster und eine dezentrale Lüftungsanlage.

Nach Angaben von Friedhelm Ardelt-Theeck vom „Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn“ (AUA) sind nach wie vor noch einige weitere Klagen gegen den Autobahnausbau im Frankfurter Osten anhängig. Auch das Aktionsbündnis prüfe derzeit, einen seit einigen Jahren ruhenden Rechtsstreit wieder aufzunehmen, sagte er der Frankfurter Rundschau und kündigte an: „Wir werden das zeitnah entscheiden.“ (Jutta Rippegather)

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