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Über die A661 soll ein Deckel.

Verkehr

Frankfurt: Einhausung kostet bis zu 258 Millionen Euro

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Die Stadt muss das Tunnelbauwerk an der A661, das 2028 fertig sein soll, nach dem heutigen Stand selbst bezahlen.

Die Einhausung der Autobahn A661 auf dem einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße kommt voran. Die Stadt Frankfurt und das Land Hessen haben sich auf eine Verwaltungsvereinbarung verständigt, um das Projekt gemeinsam zu entwickeln. Die Vereinbarung, welche der Magistrat am Montag beschlossen hat, liegt der Frankfurter Rundschau vor. Heute wird sie in der parlamentarischen Post verschickt.

Demnach stellt die Stadt in den kommenden Jahren 9,4 Millionen Euro für die Planung des Bauwerks bereit. Dabei werden Haushaltsmittel aus den Projekten „Lärmschutzmaßnahmen an der A661/Ostumgehung“ (7,1 Millionen Euro) und „Entwicklung Rebstockgelände“ (2,3 Millionen Euro) im Haushalt umverteilt.

Die Entwurfsplanung übernimmt die Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH). Sie hatte 2013/2014 eine Machbarkeitsstudie zur Einhausung erstellt. Das Land Hessen erklärt sich bereit, eine Verkehrsuntersuchung für die A661 zu finanzieren. Erstellt wird diese von der Deges. Die Baugesellschaft prognostiziert dabei unter anderen den Verkehr, der ab 2028 durch den bis dahin fertigen Riederwaldtunnel von der A66 auf die A661 strömt und durch die Einhausung fließt.

Um den zusätzlichen Verkehr aufzufangen, wird nun erwogen, eine zusätzliche „Ausfädelspur in nördlicher Richtung“ zu errichten oder „die gesamte Anschlussstelle Friedberger Landstraße in Richtung Norden“ neu zu planen.

Ausgehend von der Machbarkeitsstudie 2013/2014 und der Preisentwicklung laut Baukostenindex geht die Deges bei der geplanten Fertigstellung der Einhausung im Jahr 2028 von Kosten in Höhe von 188 bis 258 Millionen Euro aus.

Der BUND hat seine Klage gegen den Riederwaldtunnel zurückgezogen. Mit der Straßenbehörde Hessen Mobil sei eine Vereinbarung zur Beendigung des Rechtsstreits getroffen worden. Vor zwölf Jahren hatte die Klage des BUND zu umfangreichen Planänderungen geführt. Unter anderem blieben Bäume entlang der Straße Am Erlenbruch, an denen sich seltene Fledermausarten orientieren, erhalten.

Seitdem habe Hessen Mobil den Naturschutz weiter gestärkt, so der BUND. Dazu zählten ein Teich im Fechenheimer Mainbogen, einer im Enkheimer Wald, Streuobstwiesen am Seckbacher Sausee, Bäumen und Sträuchern oberhalb des Tunnels, eine neue Grünbrücke über die A66 und der Verzicht auf Forstwirtschaft in 15 Hektar Wald. fle

Diese Kosten müsste die Stadt - Stand jetzt - alleine tragen. Im Magistratsvortrag heißt es dazu: „Mögliche finanzielle Förderungen der Maßnahme durch die Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise des Landes Hessen sind nach heutigem Stand nicht bekannt und können daher nicht beziffert werden.“

Darüber hinaus muss die Stadt Frankfurt wohl Folgekosten übernehmen. Weil die Einhausung auf Wunsch der Stadt erfolgt und nicht des Bundes, muss die Stadt - ebenfalls Stand jetzt - die Bauunterhaltung und die Abschreibung finanzieren. Nach Fertigstellung geht das Bauwerk in das Eigentum des Bundes über.

Am heutigen Mittwoch um 17 Uhr informieren der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) gemeinsam über das Projekt. Beide wollen laut Vereinbarung „ihren gemeinsamen Willen erklären, aktiv auf die Nutzung dieser Chance hinzuarbeiten und dies gegenüber dem zuständigen Bundesministerium zu vertreten“.

Bei der Stadt soll sich ein „Ansprechpartner“ um die Einhausung kümmern und sich mit dem Land Hessen und der Deges in einem „Begleitkreis“ über die Fortschritte austauschen.

Der Tunnel soll möglichst „innovativ, zukunftssicher und gleichzeitig kostengünstig“ errichtet werden, heißt es. Zu prüfen ist, welche Flächen neben der Autobahn benötigt werden, wie die Abluftschlote und die Tunnelmünder zu gestalten sind, ob ein Null-Emissions-Tunnel mit entsprechenden Filteranlagen möglich ist. Geprüft werden soll auch, das Galeriebauwerk Seckbacher Landstraße „später“, also nach 2028, an den Tunnel anzuschließen.

Für die Stadt steht bei der Einhausung neben Lärmschutz und Stadtreparatur die Schaffung einer Grünzone vom Lohrberg über Huthpark, Bornheimer Friedhof, Wasserpark zum Günthersburg im Vordergrund. Im geplanten Ernst-May-Viertel am Rande der Einhausung können laut Stadtplanungsamt 4000 Wohnungen für 8000 Menschen entstehen.

Im April hatten Stadtverordneten den Magistrat beauftragt, sich für die Einhausung nach Variante L2 einzusetzen. Der jetzigen Magistratsvorlage müssen die Stadtverordneten noch zustimmen.

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