Öffentlicher Nahverkehr

Eine Wendeschleife für die Tram an der Konstablerwache

Verkehrsdezernent Oesterling will mehr Flexibilität an der Konstablerwache erreichen. Es soll eine Wendemöglichkeit für Straßenbahnen dort geben.

Das Straßenbahnnetz in der Stadt soll nicht nur stärker genutzt werden in den kommenden Jahren, sondern auch flexibler werden. Dafür will Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) an der Konstablerwache eine Wendemöglichkeit für die Elektrische schaffen. Die soll besonders bei Störungen auf den Gleisen in der Altstadt helfen. Und diese gibt es reichlich.

Egal, wer in Frankfurt demonstriert: Oft tut er das auf dem Paulsplatz oder dem Römerberg. Gern auch zuvor mit einem Demonstrationszug durch die Innenstadt. Fast jeden Samstag sind Straßen zeitweilig blockiert. Das stoppt nicht nur Autofahrer, sondern oft auch die Straßenbahnen. Die Linien 11, 12 und 14 rollen auf der Altstadtstrecke direkt an Paulskirche und Römer vorbei.

Wenn dort demonstriert wird, müssen die Trams oft weite Strecken via Sachsenhausen oder Bornheim als Umleitungen fahren – oder sie fahren verkürzte Routen. Und zum wichtigsten Ziel, dem Umsteigeknoten Konstablerwache, kommen die Fahrgäste meist gar nicht mehr.

An der Konstablerwache haben die Straßenbahnen nämlich keine Möglichkeit zum Wenden. Die gibt es auf der anderen Seite der Innenstadt, am Hauptbahnhof, hingegen gleich zweifach: Nördlich mit der „Fußballschleife“ durch die Niddastraße, auf der die Zusatzfahrten zum Stadion wenden, sowie südlich durch die Pforzheimer Straße. Selbst bei einer plötzlichen Störung können hier alle Trams völlig flexibel aus und in jede Richtung wenden.

Eine solche Wendemöglichkeit soll nun auch an der Konstablerwache entstehen. Im neuen Straßenbahnkonzept schlägt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) das vor. Es ist Teil des Nahverkehrsplans, den die Stadtverordneten noch beschließen müssen. Realisiert werden soll das Straßenbahnkonzept bis 2025.

Die neue Gleistrasse solle von der bestehenden Strecke in der Kurt-Schumacher-Straße abzweigen, durch die Allerheiligen- und die Stoltzestraße führen und in der Battonnstraße an die bestehende Strecke anschließen, erläutert Oesterling. Das wären knapp 300 Meter neue Schienen. Die Blockumfahrung sei „eine eierlegende Wollmilchsau, mit der aus allen Richtungen in alle Richtungen gedreht werden kann“, schreibt der Dezernent auf der Internet-Diskussionsplattform „Frankfurter Nahverkehrsforum“.

Von dort hat er die Anregung auch, erklärt Oesterling. Die Idee der Wendeschleife sei sehr einfach, pragmatisch und habe einen hohen Nutzen, um bei Störungen schnell und flexibel reagieren zu können.

Die Wendeschleife spare zudem Betriebskosten ein, erläutert Oesterling. Wenn Demos, Verkehrsunfälle oder Baustellen die Gleise blockierten, müssten Bahnen nicht bis zur nächstgelegenen Wendestelle weiterfahren. Diese gibt es Richtung Süden erst am Lokalbahnhof, nach Osten am Zoo sowie im Norden in der Burgstraße in Bornheim und am Gravensteinerplatz in Preungesheim.

Ganz so überzeugt wie Klaus Oesterling scheinen seine eigenen Fachleute aber noch nicht zu sein. Beim Vorstellen des Straßenbahnkonzepts führte Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold die Wendeschleife zunächst zurückhaltend als „optional zur betrieblichen Stabilisierung“ auf.

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