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Frankfurt: Eine Oper mit Country Music

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Von: Anja Laud

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Von Geistern gerettet: Der schiffbrüchige Burt Turrido (Gabel Eiben) hat es ins Rettungsboot geschafft.
Von Geistern gerettet: Der schiffbrüchige Burt Turrido (Gabel Eiben) hat es ins Rettungsboot geschafft. © Jessica Schäfer

Im Bockenheimer Depot in Frankfurt ist mit „Burt Turrido“ eine außergewöhnliche Produktion zu sehen

Ein Sturm, ein Mord, eine unbefleckte Empfängnis, Außerirdische und singende Cowboys: Das alles kommt in der Oper „Burt Turrido“ vor, die an diesem Samstag, 8. Oktober, im Rahmen des Festivals „Politik im freien Theater“ im Bockenheimer Depot in Frankfurt als deutsche Erstaufführung zu sehen ist. Nicht nur die Handlung der Oper ist außergewöhnlich, auch die Musik. Sie ist ein Mix aus Countrymusik, Klavierballaden, Pop- und Rockmusik.

Die US-amerikanische Theatermacherin Kelly Copper und der Theatermacher Pavol Liška, gerade erst im Regiefach für den österreichischen Nestroy-Theaterpreis nominiert, haben sich bei dieser Opern-Produktion an keine Genre-Grenzen gehalten. „Wir haben alles zusammengenommen, was für Opern-Handlungen typisch ist, und mit Stoffen zusammengefügt, die nicht zueinander passen“, sagt Kelly Copper. Die Spannung, die dadurch entstehe, so Pavol Liška, helfe, Wahrheiten zu enthüllen.

„Burt Turrido“ ist eine postapokalyptische Liebesgeschichte. Eine geheimnisvolle Frau rettet einen Schiffbrüchigen und bringt ihn auf das letzte Stück Land, das auf der Erde noch nicht von Wasser bedeckt ist. Es war einst Grönland, jetzt ist es ein Bananen-Land, ähnlich, wie es sie in Südamerika gab. Dieses wird von einem despotischen Königspaar regiert. „Trump brachte uns auf diese Idee“, erzählt Kelly Couper. Der damalige US-Präsident wollte, als er noch im Weißen Haus war, Grönland kaufen und sorgte damit weltweit für Empörung.

Aufführungen

„Burt Turrido. An Opera“ ist am Samstag, 8. Oktober, 19 Uhr, im Bockenheimer Depot am Carlo-Schmid-Platz in Frankfurt im Rahmen des Festivals „Politik im freien Theater“ in deutscher Erstaufführung in Englisch mit deutschen Untertiteln zu sehen.

Im Oktober sind noch insgesamt neun weitere Aufführungen der Oper geplant. Alle Termine finden sich online auf der Webseite des Schauspiels. lad

schauspielfrankfurt.de

Die Probenarbeiten für „Burt Turrido“, eine Koproduktion des Nature Theater of Oklahoma, des Mousonturms und des Schauspiels Frankfurt, begannen bereits 2020/2021 in Frankfurt. Doch die Covid-Pandemie und der damit einhergehende Shutdown machten eine Uraufführung hier unmöglich.

Die Country-Oper der beiden New Yorker war im Sommer vergangenen Jahres im niederländischen Groningen erstmals zu sehen. „Im Grunde kommen wir jetzt mit den Aufführungen im Bockenheimer Depot nach Hause“, sagt Pavol Liška, der 1996 zusammen mit Kelly Copper das Nature Theater of Oklahoma, eine Performance-Gruppe, gründete.

In „Burt Turrido“ werden Themen angesprochen, die aktueller sind denn je. Es geht um Totalitarismus, Kolonialismus, Klimawandel und Migration. Gut zu wissen: Nach dem 8. Oktober folgen noch neun weitere Aufführungen.

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