Gerhard Romen und Steffen Krollmann führen übergangsweise die AWO Frankfurt.
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Gerhard Romen und Steffen Krollmann führen übergangsweise die AWO Frankfurt.

AWO

AWO Frankfurt hat eine neue Spitze

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Steffen Krollmann und Gerhard Romen sollen der AWO Frankfurt bei ihrem Neuanfang helfen. Sie führen den Kreisverband, bis ein neuer hauptamtlicher Vorstand bestellt ist.

Die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) setzt ihren personellen Neuanfang fort. Die neue Vorsitzende des ehrenamtlichen Präsidiums, Petra Rossbrey, hat am Montag den Interimsvorstand vorgestellt, der die Geschäfte des Kreisverbands führen soll, bis ein neuer hauptamtlicher Vorstand bestellt ist.

Steffen Krollmann (56) und Gerhard Romen (63) sollen, wie Rossbrey sagte, jeweils für drei Monate tätig sein. Krollmann, ein SPD-Mitglied, ist von der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg, wo er die Direktion Salzgitter leitet, für diese Zeit freigestellt. Romen ist im Ruhestand, war zuvor als IT-Manager etwa für Nokia tätig. Die nächsten Wochen würden ein interessanter Ritt, sagte er vor Journalisten. Krollmann versprach, alles zu tun, um die AWO Frankfurt wieder in das richtige Fahrwasser zu führen.

Der Frankfurter Kreisverband steckt in einer tiefen Krise. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen frühere führende Funktionäre wegen Untreue und Betrugs in Millionenhöhe. Der AWO-Bundesvorstand kritisierte eine absolut unangemessene Gehaltsstruktur an der Spitze der Frankfurter AWO und zu teure Dienstwagen. Seit das neue Präsidium die beiden verbliebenen hauptamtlichen Vorstände abberief, ist die hauptamtliche Spitze des Kreisverbands vakant.

Krollmann und Romen sollen nicht nur das Tagesgeschäft des Kreisverbands führen, sondern der AWO auch bei der Aufklärung und Neuaufstellung helfen, sagte Rossbrey. Eine der wichtigsten Aufgaben sei, nun einen kompetenten Vorstand zu finden, der die Werte der AWO verkörpere und das mit unternehmerischer Kompetenz verbinde. Das Stellenbesetzungsverfahren werde transparent sein, versprach Rossbrey. Auf Nachfrage sagte sie, der hauptamtliche Vorstand werde künftig sehr wahrscheinlich von zwei, höchstens aber von drei Menschen geführt. Deren Jahresgehalt werde höchstens bei 110 000 bis 130 000 Euro liegen.

„Wir haben es uns als neues Präsidium der Arbeiterwohlfahrt zur Aufgabe gemacht, mit den Machenschaften der Vergangenheit aufzuräumen“, sagte Rossbrey. Man werde etwa sämtliche Vorgänge bei der Tochtergesellschaft AWO-Protect und die Zahlungsströme zwischen den AWO-Kreisverbänden Frankfurt und Wiesbaden untersuchen. Inzwischen sei niemand mehr bei der AWO Frankfurt tätig, gegen den ein Ermittlungsverfahren läuft, antwortete Rossbrey auf Nachfragen. Ebenfalls auf Nachfrage hieß es, das Präsidium behalte sich vor, vom früheren hauptamtlichen Geschäftsführer des Frankfurter Kreisverbands, Jürgen Richter, Schadensersatz zu fordern. Diesem war Ende Januar fristlos gekündigt worden.

Mitte Februar hatte das neue Präsidium des Kreisverbands Panagiotis Triantafillidis und Jasmin Kasperkowitz mit sofortiger Wirkung als hauptamtliche Vorstände abberufen. Gegen Richter und Triantafillidis sowie vier weitere ehemals teils führende Personen verhängte das Präsidium damals ein sofortiges Hausverbot. Kasperkowitz ist dagegen, wie Pressesprecher Johannes Frass am Montag auf Anfrage sagte, weiterhin im AWO-Kreisverband beschäftigt.

Von Christoph Manus

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