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Bei der „Revolutionären 1. Mai Demonstration“ war es zu schweren Ausschreitungen gekommen.
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Bei der „Revolutionären 1. Mai Demonstration“ war es zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Antifa

„Wir sind 100 Jahre Antifa“ in Frankfurt: Heikle Demo gegen Faschismus

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Wenige Tage nach der Gewalt am 1. Mai in Frankfurt ruft die linke Szene zu einer Demo mit dem Motto „Wir sind 100 Jahre Antifa“ auf. Die Polizei will deeskalierend auftreten.

Frankfurt - Wenn am heutigen Freitagabend (07.05.2021) die ersten Leute aus der linken Szene am Saalbau Gallus eintreffen, versammeln sie sich zur wohl heikelsten Demo, die Frankfurt in der letzten Zeit erlebt hat. Am Vorabend des 8. Mai, des 76. Jahrestages der Kapitulation der deutschen Wehrmacht, wollen sie unter dem Motto „Wir sind 100 Jahre Antifa“ auf die Straße gehen. Es geht ihnen um die militärische Niederlage des Nationalsozialismus, um die Gründung erster antifaschistischer Gruppen in Italien vor 100 Jahren – aber auch um den Kampf gegen den heutigen Rassismus, um den Mord an Walter Lübcke, den rechten Terror von Halle und Hanau.

„Wir sind 100 Jahre Antifa“: Brisante Demonstration in Frankfurt

Der 8. Mai sei nicht nur ein historischer Tag, „sondern sollte auch dazu mahnen, gegen die Kontinuität rechter Gewalt gesellschaftlich aktiv zu werden“, schreibt die migrantische „Initiative 8. Mai“ in ihrem Aufruf. „Aus unserer Perspektive ist Antifaschismus lebensnotwendig, um in Deutschland zu überleben.“ Dass die Demonstration vom Saalbau Gallus startet, ist kein Zufall: Dort fand ab 1964 der Auschwitz-Prozess statt, dort starb 1985 der Antifaschist Günter Sare, als er von einem Wasserwerfer überrollt wurde.

In der derzeitigen politischen Lage, mitten in der Corona-Pandemie, mitten in den Debatten um rechten Terror und die Drohungen des „NSU 2.0“, ist diese Antifa-Demonstration brisant genug. Doch nach der Eskalation bei der „revolutionären“ Demonstration am 1. Mai hat sich zudem noch viel Wut auf die Polizei aufgestaut. Viele Leute, so ist in der linken Szene zu hören, wollten ihrer Empörung über die aus ihrer Sicht überzogene Gewalt der Einsatzkräfte Luft machen. Andere wollen der Demo fernbleiben – aus Angst, auch als friedliche Protestierende von Beamt:innen verprügelt zu werden.

„Wir sind 100 Jahre Antifa“ in Frankfurt: Kein Interesse an neuer Eskalation

Ein Sprecher des Bündnisses hinter der Demo betonte gegenüber der Frankfurter Rundschau, man habe kein Interesse an einer erneuten Eskalation und an Auseinandersetzungen mit der Polizei. Man wolle die ganze Demoroute laufen, um „ein starkes Zeichen auf die Straße zu setzen“. Gleichzeitig werde man den Verlauf des 1. Mai thematisieren: „Das können wir nicht so stehenlassen.“ Man hoffe sehr, dass die Polizei sich auch im Falle gezündeter Signalfackeln zurückhalte und „nicht wieder riskiert, so viele Leute zu verletzen“.

Die Demo

Die Demonstration „Wir sind 100 Jahre Antifa“, zu der unterschiedliche linke und antifaschistische Gruppen aufrufen, beginnt um 18 Uhr am Saalbau Gallus in der Frankenallee.

Ein Polizeisprecher sagte der FR, man werde bei der Antifa-Demo professionell und deeskalierend auftreten und die Emotionen in Bezug auf den 1. Mai und die gegen die Polizei erhobenen Vorwürfe „komplett ausblenden“. Die Einsatzkräfte würden nicht wegen jedes gezündeten Rauchtopfes eingreifen, sehr wohl aber bei Straftaten, sagte der Sprecher. Letztlich liege es bei den Demonstrierenden, ob alles friedlich bleibe. „Den Verlauf des Abends bestimmen die Versammlungteilnehmer.“ (Hanning Voigts)

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