Radverkehr

Eine Fahrbahn nur fürs Rad

  • Boris Schlepper
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Die Initiative Radentscheid will die Frankenallee im Gallus umgestalten, aber nicht alle Anwohner finden das gut

Geht es nach dem Radentscheid Frankfurt, soll das Radeln in der Frankenallee künftig deutlich angenehmer werden. Katharina Knacker und Alexander Breit von der Bürgerinitiative stellten die Ideen zu der Straße im Gallus und zur Mosel-/Westendstraße in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 1 am Dienstagabend vor. Mehrere Bewohner kritisierten die Pläne als „unrealistisch“.

Die Stadt Frankfurt hatte vor zwei Jahren beschlossen, einige Straßen zugunsten von Radfahrern auszubauen. Die ersten Strecken wie die Friedberger Landstraße wurden bereits umgewandelt. Bei den Gesprächen mit dem Radentscheid hatte die Römerkoalition sich auch darauf geeinigt, eine Liste von kleineren Straßen fahrradfreundlicher gestalten zu wollen. „Offen ist noch das Wie“, sagt Alexander Breit. Die BI stelle ihre Vorschläge deshalb derzeit in den betroffenen Ortsbeiräten vor.

Für die Frankenallee hat sich die Gruppe eine größere Umgestaltung überlegt. Die Straße sei für Radler eine attraktive Strecke und eine „gute Alternative“ zum Radweg auf der vielbefahrenen Mainzer Landstraße, so Breit. Derzeit gibt es auf der durch einen Mittelstreifen getrennten Straße zwei separate Fahrbahnen für Autos, auf deren beiden Seiten jeweils geparkt werden darf. Nach Ansicht der BI ist das „nicht mehr angemessen“. Sie schlägt vor, eine der beiden Fahrbahnen komplett für den Radverkehr umzuwidmen. Autos sollen dann in beide Richtungen nur noch auf der verbleibenden Spur fahren. Dafür müssten drei der vier Seitenstreifen, auf denen derzeit geparkt wird, wegfallen.

Bei mehreren Bürgern habe das für Unmut gesorgt, sagt Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD). Die Idee des Radentscheids sei nicht umsetzbar, wo denn die Autos parken sollten, hätten sie gefragt. Nach Ansicht der Bürgerinitiative gibt es in der Frankenallee schon jetzt zu wenige Stellplätze. „Wir brauchen eine Mobilitätswende“, so Breit. Diese müsse zu einer Verringerung des Raums für Autos führen. Derzeit seien die Bürger es gewohnt, fast überall kostenlos parken zu können. „Das kann so nicht bleiben.“

Zudem sollen nach dem Willen des Radentscheids nicht nur Radwege entstehen. An der Frankenallee könne auch die „Lebens- und Aufenthaltsqualität“ gesteigert werden, sagt Alexander Breit. So könne etwa Platz für mehr Grünflächen und zusätzliche Sitzbänke entstehen. Denkbar sei zudem, Raum für Außengastronomie zu schaffen.

Ähnliche Vorstellungen hat die BI für die Strecke Mosel-/Westendstraße, die vom Main bis nach Bockenheim führt. Auch dort könnten Parkplätze, die es bislang auf beiden Seiten gebe, zugunsten eines Radwegs wegfallen. Teile der frei werdenden Flächen könnten für Fahrradständer und Lokale genutzt werden. Das Konzept für die Strecke sei jedoch noch nicht vollständig ausgearbeitet.

Eine Mehrheit des Ortsbeirats habe die Vorschläge der Bürgerinitiative begrüßt, so Strank.

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