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Sandra Hinrichs hat vor einem Jahr „Main(e) Familienagentur“ gegründet.

Hilfe für Eltern

Eine Assistentin für Familien

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Sandra Hinrichs hat eine Agentur gegründet, die Eltern die Organisation von Freizeitangeboten bis zur Arztsuche abnimmt. Vor allem bei weiblichen Führungskräften ist das Modell beliebt.

Schwimmkurs buchen, Kita-Platz suchen, Karten für die Kinderoper organisieren oder einen geeigneten Verein finden: Viele berufstätige Eltern würden sich wohl wünschen, dass das mal jemand für sie übernimmt. Sandra Hinrichs macht es. Die Frankfurterin hat vor einem Jahr Main(e) Familienagentur gegründet. Ihr Angebot richtet sich an Eltern, die neu in der Stadt sind oder die gerne ein paar Aufgaben delegieren würden – und bereit sind, dafür Geld auszugeben.

Hinrichs ist selbst Mutter von drei Kindern und kennt die Herausforderungen, alles unter einen Hut zu bekommen. Sie weiß, wie viel Zeit es braucht, um sich einen guten Überblick über Freizeitangebote zu verschaffen und die Aktivitäten zu organisieren. Für Expats, also Arbeitskräfte aus dem Ausland, sei es besonders schwer, sich als Familie in einer neuen Stadt zurechtzufinden. Man spreche vielleicht nur Englisch, habe noch kein Netzwerk oder Freunde, die man fragen kann.

Ihren Kunden und Kundinnen bietet Hinrichs unterschiedliche Pakete an, aber auch einzelne Leistungen. Ihre Liste ist lang, die Organisation eines Kindergeburtstages oder besonderen Geschenks gibt es ab rund 50 Euro, eine Stadtteilorientierung mit allen interessanten Angeboten ab 250 Euro, oder man bucht sie gleich als Familienassistentin, die jegliche zeitintensive Koordination übernimmt, das kostet 400 Euro. Dabei vermittele sie, so die gebürtige Rheinländerin, keine vorgefertigten Zusammenstellungen, sondern stimme diese individuell auf Bedürfnisse und Interessen der Eltern und Kinder ab.

Hinrichs war als Personalentwicklerin in einer Unternehmensberatung tätig. In Elternzeit merkte sie, wie schwierig es ist, in den Job zurückzukehren und parallel den Alltag ihrer Familie zu organisieren. Sie begann nach einer neuen Möglichkeit zu suchen. „Ich habe schon immer gerne organisiert, geplant und recherchiert“, sagt die 42-Jährige. Und im Freundeskreis sei sie schon bekannt dafür gewesen, genau zu wissen, welche coolen Events es für Kinder gebe, und diejenige zu sein, die rechtzeitig Tickets für eine beliebte Veranstaltung ergattert habe. „Irgendwann sagte eine Freundin, das solltest du zum Beruf machen, und ich dachte, warum nicht.“

Die Corona-Pandemie mache die Suche nach neuen Klienten allerdings nicht einfacher, erläutert die Sachsenhäuserin. Aber das Interesse sei da, und vergleichbare Angebote kenne sie nicht. Zusätzlich ist sie mit Firmen in Kontakt, die ihre Dienste den Beschäftigten anbieten könnten. Vor allem für weibliche Führungskräfte wäre ihre Unterstützung bereits in der Schwangerschaft hilfreich, sagt Hinrichs. Aber wer auch immer ihr Konzept nutze – den Eltern soll so mehr Zeit bleiben, sie mit ihren Kindern zu verbringen.

Kontakt: mainefamilienagentur.de oder Telefon 015253448972

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