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Armand Zorn (SPD) ist für den Frankfurter Wahlkreis 182 direkt in den Bundestag gewählt worden. Dort will er die Digitalisierung vorantreiben.
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Armand Zorn (SPD) ist für den Frankfurter Wahlkreis 182 direkt in den Bundestag gewählt worden. Dort will er die Digitalisierung vorantreiben.

Interview

Bundestagswahl in Frankfurt: „Eine Ampel-Koalition fände ich sehr gut“

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Der neue Frankfurter Bundestagsabgeordnete Armand Zorn (SPD) spricht im FR-Interview über Gründe für seinen Sieg im Wahlkreis 182 und die anstehende Regierungsbildung.

Armand Zorn hat den Wahlkreis 182 zum ersten Mal seit 16 Jahren für die SPD gewonnen – und zieht nun in den Bundestag ein. Der 33 Jahre alte Unternehmensberater siegte überraschend deutlich vor dem CDU-Bewerber Axel Kaufmann.

Herr Zorn, wie lang haben Sie gefeiert?

Gar nicht so lange, ehrlich gesagt. Um ein Uhr war ich zu Hause und habe mir noch mal in Ruhe die Analysen angeschaut.

Hat es noch ein bisschen gedauert, bis Sie ihren Erfolg realisiert hatten?

Nicht wirklich. Das habe ich schon am Abend realisiert. Die Stimmung vor der Wahl war sehr gut gewesen; es war für mich greifbar, dass ich den Wahlkreis gewinnen kann. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass es so deutlich wird. Ich war von einem knappen Rennen ausgegangen. Dass mir die Frankfurterinnen und Frankfurter im Wahlkreis 182 so das Vertrauen schenken, freut mich, macht mich stolz, aber auch demütig.

Frankfurter Armand Zorn: Haben bei der Bundestagswahl von Olaf Scholz profitiert

Woran kann es gelegen haben? Noch bei der Kommunalwahl hatte die SPD sehr schlecht abgeschnitten.

Ich glaube, dass wir zum Teil vom Bundestrend profitiert haben. Viele Menschen wünschen sich Olaf Scholz als Kanzler. Das hat uns Rückenwind gegeben. Darüber hinaus ist es uns in Frankfurt gelungen, deutlich zu machen, wofür wir stehen. Ich glaube, viele, die traditionell CDU wählen oder auch die Grünen, haben diesmal uns das Vertrauen geschenkt.

Sie haben offenbar sehr gut abgeschnitten in Stadtteilen, in denen viele Menschen der SPD nahestehen, wo die Wahlbeteiligung zuletzt aber oft sehr schwach war. Wie ist es Ihnen gelungen, die Wählerinnen und Wähler in den Hochburgen besser zu mobilisieren?

Ich war sehr präsent im Frankfurter Westen der Stadt, also etwa in Griesheim, in Zeilsheim, in Unterliederbach und in Höchst, und habe dort sehr viele Gespräche geführt. Mir war es wichtig, dass die Wahlbeteiligung in diesen Stadtteilen wieder wächst. Zudem wollte ich versuchen, jede Stimme für die AfD zu verhindern. Oft haben sich die Menschen bedankt, dass ein Politiker bei ihnen vorbeischaut. Viele waren sehr überrascht, dass der Kandidat selbst vor ihrer Haustür steht und Wahlkampf macht.

Die Frankfurter SPD wird nun mit zwei Abgeordneten im Bundestag vertreten sein. Außer Ihnen hat es auch Kaweh Mansoori geschafft. Was werden Sie für Frankfurt erreichen können?

Thema Nummer eins ist für mich bezahlbarer Wohnraum. Kaweh Mansoori und ich wollen auf Bundesebene dafür sorgen, dass mehr günstige Wohnungen entstehen. Sehr wichtig ist zudem, dass wir gute und gut bezahlte Arbeitsplätze in Frankfurt erhalten und neue entstehen können. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Stadt Frankfurt und die Region innovativer werden. Beim Thema Digitalisierung hinken wir noch sehr hinterher. Ich will, dass wir moderne Schulen haben, in denen es weder an Whiteboards noch an mobilen Endgeräten fehlt, damit wir unsere Kinder auf die Welt von morgen und übermorgen vorbereiten können.

Nach Bundestagswahl 2021: Frankfurter Armand Zorn befürwortet Ampelkoalition

Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden. Mit der FDP gibt es wenig Gemeinsamkeiten.

Nun wird es darum gehen, eine stabile Regierung auf die Beine zu stellen. Eine Ampelkoalition fände ich sehr gut. Natürlich gibt es Differenzen mit der FDP. Ich sehe aber auch viele Gemeinsamkeiten.

Wo sehen Sie diese?

Etwa wenn es darum geht, die Digitalisierung voranzutreiben, die Innovationskraft in Deutschland zu erhöhen und Planungsverfahren zu beschleunigen. Ich hoffe, dass wir eine Koalition bilden, die den Klimawandel bekämpft, für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt und die Wirtschaftskraft stärkt.

Auch die CDU/CSU versucht, eine Koalition mit Grünen und FDP zu bilden, um Armin Laschet zum Bundeskanzler zu wählen.

Die CDU/CSU hat die Wahl eindeutig verloren. Wie sie darauf kommt, einen Auftrag zur Regierungsbildung zu haben, ist mir schleierhaft. Die Menschen wollen Olaf Scholz als Kanzler. Ich hoffe, dass wir nun gute Sondierungsgespräche führen und schnell eine neue Regierung bilden können. (Christoph Manus)

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