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Christopher Bausch, Geschäftsführer der Arthouse-Kinos, im Cinéma.
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Christopher Bausch, Geschäftsführer der Arthouse-Kinos, im Cinéma.

Kultur in Frankfurt

Frankfurt: Ein Stück Kino für zu Hause

  • Anja Laud
    VonAnja Laud
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Das Cinéma an der Frankfurter Hauptwache renoviert. Kinosessel werden am Wochenende verkauft.

Die Glastüren des „Cinéma“ an der Hauptwache sind weit geöffnet. Neugierige bleiben vor dem Eingang stehen und werfen einen Blick ins Foyer. Dort herrscht in Zeiten, in denen alle Kinos wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind, ungewöhnliche Betriebsamkeit. Handwerker bereiten den Umbau des großen Saals vor. Bevor es damit richtig losgehen kann, müssen allerdings noch die Kinosessel hinaus. Dabei können Kinofans mithelfen.

„Ich glaube an das Kino“, sagt Christopher Bausch, Geschäftsführer der beiden Arthouse-Kinos in Frankfurt. Seit November vorigen Jahres sind das „Cinéma“ in der Innenstadt und die „Harmonie“ in Sachsenhausen geschlossen. Auch wenn längst nicht abzusehen ist, wann die Lichtspielhäuser in Deutschland wieder öffnen dürfen, hat sich der Unternehmer entschieden zu investieren. Neben Renovierungsarbeiten in beiden Kinos wird im „Cinéma“ der Lumière-Saal, mit 220 Sitzplätzen der größte von insgesamt drei Sälen, bis Mitte Juli neu gestaltet.

„Luxuriöser und bequemer“ werde der große Saal hinterher sein, sagt Bausch. Der Akzent auf dem „e“ in „Cinéma“ verrät es: Das Lichtspielhaus am Roßmarkt, Frankfurts einziges verbliebenes Innenstadtkino aus der deutschen Wirtschaftswunderzeit, hat französisches Flair. Das 2016 umgebaute Foyer ist dem Stil eines Bistros aus den 1920er Jahren nachempfunden.

Elegant wie die Theater der Belle Époque wird der Lumière-Saal gestaltet. Anthrazitfarbene Stoffe mit goldfarbenen Mustern sowie dunkles Holz werden die Wände zieren, wenn die Renovierung abgeschlossen ist. Die Kinosessel werden in den abgerundeten Sitzreihen in Zweiergruppen aufgestellt, die durch kleine Tische voneinander abgetrennt sind, auf denen Weingläser abgestellt werden können. Einweggeschirr gibt es in den Arthouse-Kinos aus Gründen des Umweltschutzes nicht.

Wie viel Geld der Umbau kosten wird, will Bausch nicht verraten. Nur so viel: Ein Teil kommt aus einem speziellen Hilfsprogramm, mit dem Bund und Land Kultureinrichtungen unterstützen, die den Shutdown für Renovierungen nutzen.

Zunächst aber müssen die alten Sessel hinaus. Beim Umbau der „Harmonie“ vor der Pandemie luden der Geschäftsführer und sein Team zu einer Abrissparty ein, auf der die „Rocky Horror Picture Show“ gezeigt wurde.

Nachdem die Zuschauerinnen und Zuschauer, wie bei diesem Film üblich, die letzten Reiskörner in den Saal geworfen hatten, konnten sie die Stühle, auf denen sie gesessen hatten, kurzerhand mitnehmen.

Das ist wegen Corona jetzt nicht möglich. Wer einen Kinosessel für 50 Euro haben möchte, muss sein Interesse per E-Mail bekunden, dann wird ihm für dieses Wochenende ein Termin zugewiesen, an dem er ihn selbst ausbauen kann.

Spätestens mit Ende der Renovierungsarbeiten hofft Bausch, dass er seine Häuser wieder öffnen kann. Dass Kinos und Theater nach wie vor geschlossen sein müssen, empört ihn immer noch. „Anders als andere Bereiche, die öffnen dürfen, haben wir Belüftungsanlagen, Hygienekonzepte, und jeder Kinobesucher lässt sich nachverfolgen“, sagt er.

Wer einen Kinosessel ergattern will, kann sich per E-Mail melden: j.klein@arthouse-kinos.de

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