Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bei der Buchvorstellung „Frankfurts Eintracht“ im Stadion am Riederwald: Dragoslav „Stepi“ Stepanovic, Thomas Wolff und Andi Möller (v.l.) beim Talk. Rolf Oeser
+
Bei der Buchvorstellung „Frankfurts Eintracht“ im Stadion am Riederwald: Dragoslav „Stepi“ Stepanovic, Thomas Wolff und Andi Möller (v.l.) beim Talk. Rolf Oeser

Eintracht Frankfurt

Frankfurt: Ein Sommerkick im Buchformat

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
    schließen

Dragoslav Stepanovic und Andreas Möller sind zu Gast beim „Tag der Literatur“ im Stadion am Riederwald

Kräftig strahlt die Nachmittagssonne auf die Stehtribüne des Stadions am Riederwald. Knapp 50 Kinder und Erwachsene lümmeln am Sonntag verteilt auf den von Unkraut bewachsenen, steilen Betonstufen. Mit negativem Corona-Test und für sieben Euro Eintritt (für Erwachsene) sind sie hineingekommen und können nach langer Zeit mal wieder Stadion-Atmosphäre am Leistungszentrum von Eintracht Frankfurt schnuppern.

Der gut gepflegte Naturrasenplatz bleibt passend zur Spielpause ungenutzt. Nur vor der Seitenlinie stehen ein paar Sonnenschirme, und darunter sitzt ein Quintett. Zum „Tag der Literatur“, vom Land Hessen und vom Rundfunksender HR2 veranstaltet, wurde unter dem Motto „Talk & Lesung“ an den Riederwald geladen. Passend zum Ambiente liest Autor Matthias Arning aus seinem Buch „Frankfurts Eintracht“ vor, das er mit dem Illustratoren Henrik Petersen vorstellt, der es bebildert hat. Daneben beantworten die Frankfurter Trainer-Legende Dragoslav „Stepi“ Stepanovic und der ehemalige Spielmacher und heutige Koordinator des Nachwuchsleistungszentrums am Riederwald, Andreas Möller, Fragen eines Moderators und erzählen Anekdoten rund um die Eintracht. „Ändy Möller“, wie ihn sein alter Trainer Stepi nennt, schwärmt von der „starken Fanbase“ und den Choreografien heutzutage, die es für ihn früher als Fan „im G-Block und Balljunge“ im Waldstadion nicht gegeben habe.

Wie ein lauer Sommerkick fühlt sich die Veranstaltung bisweilen an. Einerseits ist man froh, dass man nach längerem mal wieder im Stadion ist, aber vom Hocker reißt es einen nicht, was da beim Blick Richtung Rasen trotz einiger erheiternder und erhellender Momente geboten wird. Matthias Arning liest Passagen aus seinem Werk vor. Aus dem Vorwort erfährt das Publikum, dass der Verein und die Stadt so gar nicht zusammen passen. Während auf der einen Seite das Geld regiert, bestehe auf der anderen so viel Leidenschaft und Idealismus für den Klub mit dem Adler im Logo.

„Das Buch sammelt Geschichten von Menschen, die die Eintracht stark machen“, sagt Arning. So erzählt Illustrator Petersen vom „ersten offiziellen Ultra nach der Meisterschaft 1959“, der Verkehrspolizist gewesen sei und den die Ultras der heutigen Zeit postum zu einem von ihnen gemacht hätten. Die Frau des damaligen Eintracht-Spielers Alfred Pfaff habe den Polizisten überredet, mit zwei Eintracht-Fahnen den Verkehr zu regeln, wozu sie sich der leidenschaftliche Eintracht-Fan auch bereit erklärt habe.

Aus einem Kapitel über den Riederwald, der laut Arning „von der Stadt etwas vernachlässigt ist“ und wo „die Eintracht ihre Ursprünge hat“, erfahren die Zuschauer:innen, dass früher die Straßenbahn ins Viertel fuhr. Darin saßen regelmäßig Eintracht-Spieler. Und an der Tramstation warteten schon freiwillige „Kofferträger“ auf ihre Stars, um mit ihnen so nah wie möglich ans Trainingsgelände zu gelangen.

Arning empfiehlt den Anwesenden im Anschluss noch durch das ehemals proletarisch geprägte Quartier zu spazieren. „Gehen Sie über die Gleise der U-Bahn, ich bin kein Sozi, aber die Atmosphäre sucht ihresgleichen.“

Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Textes hatten wir geschrieben, Alfred Pfaff sei 1959 Eintracht-Trainer gewesen. Das ist falsch. Der Trainer hieß Paul Oßwald.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare