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Michael Boedecker von der Frankfurter Initiative Nordend, Bornheim, Ostend (NBO) kämpft gegen die Verdrängung von Mieterinnen und Mietern. Foto: Renate Hoyer
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Michael Boedecker von der Frankfurter Initiative Nordend, Bornheim, Ostend (NBO) kämpft gegen die Verdrängung von Mieterinnen und Mietern.

Bundestagswahl 2021

Frankfurt: „Ein konsequenter Mietendeckel würde helfen“

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Aktivist Michael Boedecker geht nicht davon aus, dass bauen, bauen, bauen reicht, um die Wohnungssituation in Frankfurt zu verbessern. Der Bund hätte aber andere Möglichkeiten

Herr Boedecker, wie ist die Situation für Mieter:innen im Wahlkreis 183?

Viele Menschen in den zentralen Stadtteilen im Wahlkreis, also etwa im Nordend, in Bornheim und im Ostend, waren bereits in den vergangenen Jahren erheblichen Mietsteigerungen ausgesetzt. Langsam greift diese Entwicklung auch auf die Randbezirke Frankfurts über, etwa den Riederwald und Fechenheim.

Haben Sie den Eindruck, dass auch dort mehr Menschen Angst haben, sich die Wohnung nicht mehr leisten zu können oder verdrängt zu werden?

Das fängt dort jedenfalls an. Unternehmen, die Mietshäuser aufkaufen, um sie in Eigentumswohnungen umzuwandeln, die bisher vor allem in den zentralen Stadtteilen aktiv waren, schauen inzwischen zunehmend in die Randbereiche Frankfurts. Dort drohen zudem erhebliche Belastungen für die Mieterinnen und Mieter, wo die Siedlungen der 50er und 60er Jahre modernisiert und energetisch saniert werden.

Zur Person

Michael Boedecker engagiert sich bei der Frankfurter Nachbarschaftsinitiative Nordend, Bornheim, Ostend (NBO) für Mieterschutz.

Die NBO kämpft inzwischen über diese drei Stadtteile hinaus gegen Mieterverdrängung, Luxussanierungen, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und den Anstieg der Mieten durch Modernisierungen. cm

Hat die Corona-Pandemie die Situation auf dem Wohnungsmarkt noch verschärft?

Sie hat zumindest nicht zu einer Verringerung der Mietbelastung geführt. Die Mieten und die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser steigen trotz der Pandemie weiter.

Was müsste die künftige Bundesregierung tun, um die Wohnungssituation in Frankfurt zu verbessern?

Was im Augenblick ganz sicher helfen würde, wäre ein konsequenter Mietendeckel, der die Mietsteigerungen für die nächsten Jahre aussetzt. Sehr wichtig wäre auch eine wirksame Begrenzung der Neuvertragsmieten. Die bisherige Mietpreisbremse funktioniert nicht. Sinnvoller wäre es, Obergrenzen für die Neuvermietung festzusetzen. Gerade für die zentralen Stadtteile im Wahlkreis wäre es zudem wichtig, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen für eine bestimmte Zeit generell zu untersagen. Auch Eigenbedarfskündigungen sollten vorübergehend nicht möglich sein.

Oft heißt es, man müsse nur „bauen, bauen, bauen“, dann werde sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt schon entspannen .

Ich halte es für ganz wichtig, dass Wohnungen gebaut werden, die sich normalverdienende Menschen auch leisten können, denn die gibt es in Frankfurt viel zu wenig. Doch selbst wenn sich alle anstrengen würden, würde es Jahre dauern, einen entsprechenden Wohnungsbestand wieder aufzubauen. Bauen ist wichtig. Bis das zu einer Entspannung auf dem Markt führt, ist es aber nötig, durch direkte Eingriffe für eine Entlastung der Mieterinnen und Mieter zu sorgen.

Interview: Christoph Manus

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