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Das ist Günther. Er empfing unserer Fotografin in seinen Ländereien (Günthersburgpark) und lässt schön grüßen.
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Das ist Günther. Er empfing unserer Fotografin in seinen Ländereien (Günthersburgpark) und lässt schön grüßen.

Eichhörnchen-Tag

Ein Hoch auf die Roten

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Heute ist der internationale Tag des Eichhörnchens, und wozu? Zu Recht. Die können nämlich Sachen, von denen träumen wir Menschen höchstens.

Sehen wir den Fakten ins Auge: Eichhörnchen können alles. Wir können nichts. Deshalb ist es nur gerecht, dass am heutigen Donnerstag nicht der Tag des Menschen gefeiert wird, sondern, richtig, der internationale Tag des Eichhörnchens. Oder können Sie in handgestoppten 1,4 Sekunden jede Hauswand, jeden Baum hochklettern und wieder runter, und zwar jeweils vorwärts, mit einem lässigen Grinsen im Gesichtchen? Na bitte.

Hörnchen haben schon Bäume auf der Erde gepflanzt, da gab es noch gar keine Menschen, um sie abzuhacken oder durch penetranten Klimafrevel auszurotten. Vor 100 Millionen Jahren lebte beispielsweise das Säbelzahn-Eichhörnchen, und … hören Sie bitte auf zu lachen? Gäbe es das Säbelzahn-Eichhörnchen immer noch und nicht nur als Filmstar in „Ice Age“, würde es uns schon zeigen, wie der Hase läuft. Oder wie das Hörnchen beißt.

Machen Sie das mal nach!

In der Stadt haben sie heute keine Säbelzähne mehr. Das macht sie so beliebt. Es kommt vor, dass man von einem der Tiere um etwas Proviant angehauen wird. In den Schweizer Bergen soll es dabei schon zu körperlichen Annäherungen gekommen sein, die über das übliche Maß hinausgingen, gerade in Corona-Zeiten. Und dann werden Sie so ein Anhängsel mal wieder los.

Wer gelegentlich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof zu tun hat, wird festgestellt haben, dass es dort etwa genauso viele Eichhörnchen gibt wie Pendler, die täglich in die Stadt fahren, wobei Eichhörnchen völlig ohne Auto auskommen, was sie per se schon zu den besseren Menschen macht, und dass sie ohne erkennbare Gewaltausbrüche auf überschaubarem Raum zusammenleben. In Frankfurter Wohngebieten, etwa Eschersheim, reagieren sie auf das Zusammenklopfgeräusch zweier Haselnüsse, indem sie Inhabern der Nüsse entgegeneilen, selbige Männchen machend erwarten, um sie alsbald irgendwo zu vergraben und ebenso schnell den Ort des Verstecks zu vergessen. So entstanden einst die Wälder dieser Welt, sagt man. Ein Manko dieser Theorie: Eigentlich gab es, als die Wälder dieser Welt entstanden, noch gar niemanden, der Nüsse aus dem Fenster warf.

Genaue Zahlen der Frankfurter Eichhörnchen sind schwer zu finden, vermutlich, weil die Forschung nicht flugs genug Hauswände und Bäume hinauf- und hinabklettern kann. Senckenberg-Säugetierforscherin Irina Ruf bescheinigt ihnen immerhin ausgeprägt feine Sinnesorgane, wenngleich die Hörnchen nicht ganz so gut riechen könnten wie ein Schwein oder ein Hund. Aber immer noch besser als ein Mensch, dürfen wir vermuten.

Die alten Griechen nannten das Eichhörnchen Sciurus, weil sie ihm zutrauten, sich mit dem eigenen Schwanz Schatten zu spenden. Auch dies eine Fähigkeit, die nicht allen gegeben ist.

Insgesamt gibt es 29 verschiedene Eichhörnchenarten. Darunter eine zu viel, namentlich die Grauhörnchen aus Amerika, die unsere Roten nach und nach verdrängen. Ebenfalls ursprünglich aus Amerika, aber in friedlicher Absicht, kam Jeffrey Myers, früherer Frankfurter Pfarrer. Er ist jüngst dem Sprichwort nachgegangen, der Teufel sei ein Eichhörnchen. Wer ihm dazu mindestens drei Gründe oder geläufige Thesen nennt, hat die Chance, Nüsse, einen Pilgerführer oder einen Eisbecher zu gewinnen. Einsendungen nur noch heute an: jeffrey.myers@diakonisse.de.

Eichhörnchen dürfen auch teilnehmen. Die gewinnen eh.

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