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Patrick Melzer, Betreiber der Bootsvermietung im Palmengarten.
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Patrick Melzer, Betreiber der Bootsvermietung im Palmengarten.

Palmengarten

Frankfurt: Ein Herz für den Palmenexpress

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Patrick Melzer hätte die Bahn gern übernommen, aber daraus wird nichts – jedenfalls vorerst. Der Palmengarten will noch keine endgültigen Fakten schaffen.

Die Trauer war groß, als der Palmengarten im September das Aus für den Palmenexpress bekannt gab, die urige Bahn, die durch die Botanik ratterte. Dabei gibt es jemanden, der den Express gern weiter betrieben hätte: Patrick Melzer.

„Im nächsten Jahr wird die Bahn 50 Jahre alt“, sagt Melzer, der Betreiber des Bootsverleihs am großen Palmengartenweiher. „Es wäre doch schade drum.“ Er machte der Gartenleitung daher schon im Juli das Angebot, den Palmenexpress zu pachten.

„Eine Erfolgsgeschichte“

Viele seiner Kundinnen und Kunden, besonders die kleinsten, seien bitter enttäuscht, weil die Bahn nicht mehr fährt. Es gebe Tränen, wenn sich herausstelle: Das „Lockmittel“ für die Kinder war ein leeres Versprechen. „Beinahe jedes Frankfurter Kind hat seit 1972 Bekanntschaft mit dem Palmenexpress gemacht und verbindet vermutlich viele eigene kostbare Erinnerungen damit“, glaubt Melzer. 150 Fahrgäste seien früher täglich mitgefahren, schätzt er, mithin etwa 1,5 Millionen insgesamt: „Eine echte Erfolgsgeschichte.“

Und er hätte sie fortführen wollen. Melzer nahm Kontakt mit Matthias Zundel auf, dem Erbauer des Zuges, der vor zehn Jahren das Vorgängermodell ersetzte. Der habe sich interessiert gezeigt, die mitunter anfällige Technik zuverlässiger zu machen und auch einige leicht umzusetzende Lösungen für das allzu laute Fahrgeräusch vorgeschlagen. Zudem könne das Feldbahnmuseum helfen, dessen Züge die gleiche Spurweite hätten wie der Express. Mit einem Aufwand von 100 000 bis 150 000 Euro sei die Attraktion wieder flottzumachen, überschlägt Melzer im Gespräch mit der FR.

Auch eine zusätzliche Gastronomie vorm Palmenexpress-Bahnhof schwebte dem Bootsvermieter vor, schattig gelegen, mit Blick auf den See und auf das historische Palmenhaus. Die Palmengartenleitung habe den Vorstoß für den Weiterbetrieb der Bahn jedoch abgelehnt.

„Wir wissen, wie emotional das Thema ist“, sagt Palmengartensprecher Sebastian Klimek. „Es war auch für uns keine leichte Entscheidung.“ Aber die Zahlen, die im Umlauf seien, deckten nicht alles ab, was auf die Planer zukäme. „Es geht auch um die Wartung, um den TÜV, um die Folgekosten, das betrifft ja das gesamte Gleiswerk.“ Die Kalkulation übersteige die Möglichkeiten bei weitem. „Diese Baustelle wollen wir uns eigentlich nicht antun“, sagt Klimek. Es gehe auch nicht nur um das Finanzielle, sondern auch darum, möglichst schonend für den Garten zu arbeiten.

Andere Projekte im Fokus

Der Palmenexpress sei jedoch eine Belastung für das Wurzelwerk der Pflanzen. Abgesehen davon stünden viele weitere Projekte bevor, etwa die Sanierung der Spielplätze und der Grotte, die Erweiterung der Pädagogik und der Digitalisierung: „Das ist jetzt erst einmal im Fokus.“ Gleichwohl kann der Sprecher die Menschen verstehen, die sich mit Anrufen und Zuschriften an den Palmengarten gewendet hätten, Tenor: „Mensch, das ist ja total schade, dass der Express nicht mehr fährt.“ Deshalb, so Klimek, habe die Gartenleitung auch nicht gleich die Schienen herausreißen lassen. „Es war uns wichtig, die Tür nicht gleich ganz zuzuschlagen. Wir stehen ganz am Anfang des Prozesses. Vielleicht ergibt sich ja in ferner Zukunft noch einmal ein anderer Blickwinkel“, sagt Klimek.

Patrick Melzer wäre jedenfalls bereit. Sein Angebot, sagt er, stehe nach wie vor. Der Bootsverleih ist derweil für dieses Jahr auch vorbei. In der kalten Jahreszeit gehört der See ganz den Fischen und Wasservögeln.

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