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Justiz

Frankfurt: Ein ganz normaler versuchter Totschlag

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Das Landgericht mischt sich in Gallus-Familienangelegenheiten ein.

Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts muss sich seit Freitag der 30 Jahre alte Ramazan R. wegen versuchten Totschlags verantworten. Er hatte am 14. Oktober 2020 dem 34 Jahre alten Mohamed A. aufgelauert und dermaßen verprügelt, dass A. beinahe sein Leben verloren hätte. Was er dauerhaft einbüßte, waren sieben Zähne.

Es handelte sich wohl um eine Revanche in einem Milieu, das laut dem Vorsitzenden Richter Jörn Immerschmitt „vom Konflikt zwischen zwei Parteien, die beide so ein bisschen familienmäßig organisiert sind“, bestimmt wird. Etwa einen Monat vor der Tat war A. mit seinem Kampfhund gegen 22 Uhr zum Kiosk gegangen. Dort habe er einen Vertreter der anderen familienmäßigen Partei getroffen, der ihn mit „Was guckst du? Wieso guckst du?“ begrüßt habe. Das aber sei „da, wo ich wohne völlig normal“, ersetze das anderswo übliche „Guten Abend“ und sei zugleich meist eine Einladung zur Zweifamilienfeier. Auch in diesem Fall seien ruckzuck zahllose Freunde und Cousins beider Parteien herbeitelefoniert worden, die sich alsbald gegenseitig fragten, was und wieso sie guckten.

Auch Ramazan R., ein Schwager der Gegenpartei, sei vor Ort erschienen und habe sofort mit einer Pistole geschossen, und zwar auf Mohamed A. Auch das sei „dort, wo ich wohne völlig normal“, beteuert A., aber als er die Hülse der ersten Patrone auf dem Boden habe liegen sehen, habe er festgestellt, dass es sich um tödliche und nicht um Schreckschussmunition gehandelt habe. Das wiederum sei nicht ganz so normal, weshalb er R. ordentlich vermöbelt habe, nachdem sich dessen zweiter Schuss glücklicherweise als Fehlzündung präsentierte. Einen Monat später habe sich R. dann wohl revanchiert. Beide wohnen übrigens im Gallus.

R. äußert sich zumindest zu Beginn des bis Ende November terminierten Prozesses nicht zum Tatvorwurf. Aber das ist bei solchen Prozessen völlig normal.

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