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Not gemeinsam lindern

Frankfurt: Eigenes Lokal brachte Armut

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Nach der Selbstständigkeit kam für Walther P. nur noch die Arbeitslosigkeit.

Mit dem Wünschen muss sich Walther P. (Name geändert) seit vielen Jahren zurückhalten. Dennoch wartet er sehnlich auf eine neue Wohnung, im Parterre oder barrierefrei zu erreichen. „Ich wohne im vierten Stock. Die Treppe schaffe ich wegen meiner altersbedingten Beschwerden und besonders mit Einkäufen in der Hand kaum noch“, sagt er. Dabei war P. in seinen Berufsjahren flott unterwegs.

Der 69-Jährige wurde in einem mittelfränkischen Städtchen geboren. Bei den Großeltern in Langen wuchs er auf. Nach der Lehre als Industriekaufmann fand er gleich eine Anstellung. Allerdings sei das Gehalt nicht hoch genug gewesen, um sich Wünsche zu erfüllen oder eine Familie zu gründen, so P. „Auf meine Forderung nach mehr Geld antwortete mein Chef bloß: ‚Später verdienst Du mehr.‘ Da habe ich ihm gesagt, dann arbeite ich eben später“, erzählt er im launigen Ton.

P. wechselte die Branche und ging in die Gastronomie, arbeitete in einem Frankfurter Steakhaus, wo er als Kellner wegen der Trinkgelder ein besseres Einkommen hatte.

Nach einigen Jahren in Anstellung wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit. „Ich versuchte, mit jemandem ein Lokal aufzumachen“, erzählt er. Aber nach einer Weile sei das Vorhaben gescheitert. Ein Wiedereinstieg in den alten Beruf bot sich ihm nicht. „Danach war ich mehr als zehn Jahre arbeitslos“, sagt der Rentner. Diese Zeit und die fehlenden Rücklagen aus der Zeit als Lokalpächter seien die Gründe, dass P. heute von einer geringen Rente und der Grundsicherung leben muss. Dennoch betont er: „Ich bin deswegen heute nicht verzagt.“

Walther P. lebt in Neu-Isenburg allein, getrennt von seiner Frau, aber einsam ist er nicht. Zu seinen beiden Kindern und deren Kindern bestehe ein guter Kontakt. „Langeweile kenn’ ich nicht. Ich habe einen Kater zu versorgen, und wann immer es möglich ist, bin ich mit dem Rad unterwegs, bis zu 20 Kilometer“, sagt er. Nur mit dem Treppensteigen hapere es, und es werde nicht besser. Sein größter Wunsch ist deshalb der Umzug in eine Seniorenwohnanlage. Damit der nicht an den Umzugskosten scheitert, spart P. und stellt die Anschaffung einer Gitarre zurück, auf der er gerne wieder spielen würde. „Das Geld von der FR-Altenhilfe werde ich daher auch als Puffer für den Umzug verwenden.“

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