Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Volker Jung (Kirchenpräsident) und Angela Dorn (Kunst- und Kulturministerin) neben der Skulptur von Conchita Wurst. Michael Schick
+
Volker Jung (Kirchenpräsident) und Angela Dorn (Kunst- und Kulturministerin) neben der Skulptur von Conchita Wurst. Michael Schick

Kultur

Frankfurt: Ehrung für das Bibelhaus

Das Bibelhaus Erlebnis Museum wird nachträglich zum „Museum des Monats“ gekürt.

Warum ist Gott keine Frau?“ – Aus dem Mund einer Grundschülerin mag der eine oder die andere diese Frage vielleicht als kindlich-naiv empfinden. Der Lehrer hat so geantwortet: „Man weiß es nicht.“

Diese Geschichte von ihrer Tochter erzählt Angela Dorn, hessische Kunst- und Kulturministerin, als sie die Sonderausstellung „G*tt w/m/d – Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten“ im Frankfurter Bibelhaus Erlebnis-Museum besucht. Und sie ist sichtlich stolz, dass über diese Frage dann lebhaft im Unterricht debattiert wurde. „Meine Tochter kam mit noch viel mehr Fragen zurück“, sagt sie. Und genau dieses Fragen stellen, das an den Grundfesten der gesellschaftlich etablierten Strukturen rüttelt, würdigt sie in dieser Ausstellung, für die sie gleichzeitig die Schirmherrschaft übernommen hat. Zudem erhält das Museum coronabedingt nachträglich die Auszeichnung „Museum des Monats“ mit 1000 Euro Preisgeld. Damit sollen, wie Dorn sagt, „wundervolle Perlen“ in der hessischen Museumslandschaft sichtbar gemacht werden.

Dass die Ausstellung die gängigen Gottesbilder hinterfragt, ist gewollt und soll den Diskurs anregen. Museumsleiter Pfarrer Veit Dinkelaker stellt gleich zu Anfang erst einmal fest: „Gott ist kein alter Mann mit weißem Bart.“ Und mit der Frage nach der göttlichen Geschlechtervielfalt ließen sich verschiedene Ansätze finden, die von archäologischen Funden über die Heilige Schrift bis zu modernen künstlerischen Auseinandersetzungen führen.

Schon der Exkurs in die Archäologie und in die biblische Zeit nach Israel veranschaulicht, wie mit geschlechtlichen Zuschreibungen gespielt wurde: Die nicht ganz vollständige Skulptur des ägyptischen Gottes Bes, der auch als Schutzgott für Gebärende galt, hat Brüste und den Bauch einer Schwangeren. Auch eine prominent ausgestellte Holzskulptur, die auf den ersten Blick Jesus gleicht, auf den zweiten einer Madonnenfigur und auf den dritten die Eurovision-Song- Contest-Gewinnerin Conchita Wurst darstellt, unterstreicht nochmal den Grundgedanken der Ausstellung: Es ist nicht eindeutig und es verändert sich.

Volker Jung, Kirchenpräsident der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, begleitet den Rundgang durch die Ausstellung und betont: „Gott als weißer Mann beruht auf klassischen Männlichkeitsvorstellungen. Die Ausstellung stellt die Frage nach dem eigenen Gottesbild.“ Das wünscht sich auch Dorn: dass die Besucher:innen die Ausstellung mit noch mehr Fragen verlassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare