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Neujahrsspaziergänger beim Müll-Slalom auf dem Friedberger Platz. Foto: Rolf Oeser

Abfall

Frankfurt: FES und Ehrenamtliche räumen den Müll der Neujahrsnacht weg

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Etwa 17 Tonnen Unrat fallen in der Silvesternacht in Frankfurt an. Die Aufräumarbeiten werden bis nächste Woche andauern, schätzt die FES.

Die zahllosen roten Papierschnipsel auf der Straße locken Passanten an, die am Mittwochmorgen zum Neujahrsspaziergang aufgebrochen sind. An der Ecke Schwalbacher Straße/Frankenallee scheinen sich in der Vornacht recht viele Neujahrsfeiernde mit Feuerwerk ausgetobt zu haben. In einem stattlichen, leeren Karton mit der Aufschrift „135 Schuss Pure Magic“ haben Feuerwerker kleinere aufgebrauchte Verpackungen gesteckt und immerhin neben einen überfüllten Mülleimer gestellt. Anderer Müll liegt querbeet herum. Die Papierflocken wären dabei für die Reinigungskräfte wohl das geringste Problem. Daneben liegen Überbleibsel von Raketen und Batteriefeuerwerk, teils aus Pappe, teils aus Kunststoff. „Die Holzstäbchen und Kästen passen nicht durch den Saugschacht unserer Klein- und Großkehrmaschinen“, sagt Michael Werner, Pressesprecher der Entsorgungsbetriebe FES. Auch Flaschen sollten nach Gebrauch wieder mit nach Hause genommen werden. Darum hatte die FES im Vorfeld gebeten. Mit 17 Tonnen Müll, wie im vergangenen Jahr, möglicherweise „unwesentlich mehr“, rechnet Werner nach der Silvesternacht. In den Vorjahren seien es etwa 20 Tonnen gewesen.

Noch in der Nacht hatten, wie schon länger üblich, ein Dutzend FES-Mitarbeiter begonnen, die für den Autoverkehr gesperrten Brücken im Innenstadtbereich zu säubern. Ab dem frühen Morgen begannen dann 80 Beschäftigte zentrale Plätze wie Zeil, Opernplatz, Alt-Sachsenhausen, Bahnhofsviertel, Berger Straße und Königsteiner Straße zu fegen. Auch Mitglieder der Jugendorganisation der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde räumten ehrenamtlich, wie seit mehr als zwei Jahrzehnten, stadtweit mit auf. Traditionell waren sie am Eisernen Steg, außerdem zum Beispiel am Griesheimer Mainufer und an der Bockenheimer Warte im Einsatz.

Manchmal schon sauber

Dass die Reinigungskräfte schon im Bahnhofsviertel waren, zeigt sich am Mittwochvormittag beispielsweise in der Münchener Straße. Während am Willy-Brandt-Platz noch allerlei Dreck herumliegt, wirken Gehsteige und Randsteine in der Münchener überraschend sauber. Auf dem Weg vom Paulsplatz zum Eisernen Steg ist kaum Müll zu sehen. Christine Voss kippt gerade mit einem Kehrblech ein wenig Unrat in eine Tonne. Sie arbeitet an der Eisbahn ihres Bruders am Eisernen Steg und habe am Vorabend bis 23 Uhr aus dem Kiosk Getränke verkauft. „Ich fand es erstaunlicherweise relativ angenehm“, sagt Voss. Es sei zwar extrem viel los gewesen, jedoch „alles in Maßen“ und die „Leute sehr freundlich“.

Dass sie so wenig Müll wegzukehren hat, könnte auch daran liegen, dass die Fegerflotte schon da war, die dagegen entlang des Uferwegs noch nicht gewirkt hat. Dort und auf der Wiese liegen überall verstreut Pappbecher sowie Glas in Flaschen- und Scherbenform. FES-Sprecher Werner sagt: „Es ist erstaunlich, wie die Leute teilweise vor der eigenen Haustüre feiern können“ und ergänzt: „Das Aufräumen wird dann schon schwieriger.“

Bis zur nächsten Woche könne es dauern, bis etwa in den nördlichen Stadtteilen die letzten Überreste der Silvesternacht beseitigt seien, vermutet Werner.

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