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Ingolf Grabow mit seiner Stele im Nachtigallenwäldchen im Volkspark Niddatal.
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Ingolf Grabow mit seiner Stele im Nachtigallenwäldchen im Volkspark Niddatal.

Stadtnatur

Frankfurt: Ehre für den Freund der Nachtigall

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Eine neue Stele am Grüngürtel-Wanderweg ist dem Naturschützer Ingolf Grabow gewidmet. Sie steht an einer besonders passenden Stelle.

Der Grüngürtel wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Ingolf Grabow ist seit vorigem August 80 Jahre alt. Und weil beide 110-prozentig zusammenpassen, haben sie jetzt eine gemeinsame Stele. Das ist so ein halbhoher Pfosten mit einem Schild drauf. Hunderte davon stehen schon im Grüngürtel.

Auf dem neuesten ist zu lesen: „Grüngürtel-Rundwanderweg. Der Rundwanderweg führt auf etwa 68 Kilometern durch Wiesen, Wälder“ und so weiter, aber jemand müsse sich ja schließlich darum kümmern, dass die Schilder schön und lesbar bleiben: „Von 2003 bis 2020 übernahm diese Aufgabe als sehr fleißiger Helfer der erste ehrenamtliche Grüngürtel-Rundwanderweg-Wegewart Ingolf Grabow. Dafür ein sehr herzliches: Dankeschön!“

Natürlich weiß alle Welt seit Jahrzehnten, dass Grabow nicht nur diese schier unaussprechliche Funktion mit den 31 Buchstaben und zwei Bindestrichen ausgeübt hat. Er rettet auch jährlich unzählige Vögel, indem er ihnen auf halsbrecherische Art Nistplätze baut oder repariert. Viele glauben gar, es gäbe den ganzen Grüngürtel ohne ihn nicht, jedenfalls nicht so, wie er heute ist, der Gürtel. Aber wer kriegt schon zu Lebzeiten eine solche Stele? Na, also.

Zur Feier des Tages treffen sich am Mittwoch ein paar verschworene Grüngürtler der ersten Stunde im Nachtigallenwäldchen am Praunheimer Niddaufer. Das haben Leute von Nabu und BUND 1990 auf den Weg gebracht, an der Spitze ein gewisser Ingolf Grabow. „Es hat damals lang gedauert, bis wir alle überzeugt hatten, dass der Uferweg geschlossen werden darf“, sagt er. „Der Ortsbeirat wollte erst nicht.“ Aber die Nachtigall als Sympathieträgerin habe alle überzeugt, und deshalb steht nun die Grabowstele am Nachtigallenwäldchen. Und wer weiß noch, dass dort eine Straße vorbeiführte, quasi durch den Volkspark – mit Autos? Sie wissen schon, wer. Der, der mit 80 noch ein Mann wie ein Baum ist.

Ingrid Wentzell vom Umweltamt, seit langer Zeit in Grüngürteldingen Ansprechpartnerin für Grabow, stimmt das passende Lied an: „Tiuu tiuu tiuu tiuu! Qutio qutio qutio qutio! Gollgollgollgoll gia hadadoi!“ Der Nachtigallengesang, wie ihn Johann Matthäus Bechstein etwa 1825 festhielt. Er kenne niemanden, der die Natur so im Herzen trage wie Grabow, sagt Umweltamtschef Peter Dommermuth. Und Thomas Hartmanshenn, Leiter der Umweltvorsorge, hat einen kleinen Zettel dabei, den ihm Grabow einst zum Amtsantritt mitbrachte. Darauf: der Kern der Grüngürtelverfassung. Der Geehrte sei „oft unser gutes Gewissen“, sagt Hartmanshenn: „Bleib uns gewogen.“

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