Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Siegerentwurf wird Architektur der 50er Jahre wieder modern. Im Bild: Architekt Morger (r.) und Bundesbank-Vorstand Beermann.	Hoyer
+
Im Siegerentwurf wird Architektur der 50er Jahre wieder modern. Im Bild: Architekt Morger (r.) und Bundesbank-Vorstand Beermann.

Architektur

Frankfurt: Drei Türme für die Deutsche Bundesbank

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
    schließen

Das Baseler Büro Morger Partner Architekten gewinnt den Wettbewerb für den Campus der Deutschen Bundesbank in Frankfurt - mit 50er-Jahre-Architektur.

Der Siegerentwurf für den Neubau des Campus der Deutschen Bundesbank in Bockenheim steht fest. Den Ersten Preis beim Architektenwettbewerb erhielt das Büro Morger Partner Architekten aus Basel.

Der Entwurf: Vor dem markanten, 54 Meter hohen Hauptgebäude der Bundesbank entstehen drei Hochhäuser, die sich an dessen Höhe orientieren. Umrahmt werden die neuen Bürotürme von Sockelbauten. Eine Kita und die Hauptkasse sind beim allein stehenden Turm im Westen vorgesehen, außerdem soll es eine Sporthalle und das Logistikzentrum bei den beiden Türmen in der Nähe des Geldmuseums im Osten geben.

Hinter dem Hauptgebäude, zum Grüneburgpark hin baut die Bundesbank eine neue Kantine für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die alten Gebäude für Kinderbetreuung, Sport und Gäste werden abgerissen. Das Geldmuseum bleibt erhalten.

Das Ziel sei, die rund 5000 Mitarbeitenden an einem Standort zu versammeln, sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann im Deutschen Architekturmuseum. Bislang sind die Angestellten und Beamten unter anderem auch in den Hochhäusern Skyper und Trianon in der Innenstadt beschäftigt.

Im Architekturmuseum werden in der Ausstellung „Campus Deutsche Bundesbank – Entwürfe für den neuen Campus der Zentrale Bundesbank in Frankfurt“ noch bis 18. Oktober die sechs Siegerentwürfe des Architektenwettbewerbs gezeigt.

Die Zentrale

Das Hauptgebäude der Deutschen Bundesbank an der Wilhelm-Epstein-Straße 14 im Stadtteil Bockenheim wurde in den Jahren 1967 bis 1972 nach Plänen des Architekturbüros ABB Apel, Beckert, Becker erbaut.

Das 54 Meter hohe Gebäude mit der Rasterfassade aus Sichtbeton ist im Stil des Brutalismus gehalten. Dem 217 Meter langen Riegel vorgelagert sind Nebengebäude wie das Hauptkassengebäude, unter dem sich die Tresore befinden, die Mitarbeiterkantine, eine Kita und eine Sporthalle sowie das 1999 errichtete Geldmuseum. 

Den zweiten Preis erhielt KSP Jürgen Engel Architekten aus Frankfurt, den dritten Schenker Salvi Weber Architekten & Franz sowie Sue Architekten aus Wien, den vierten Ortner & Ortner Baukunst aus Köln, den fünften Wittfoht Architekten aus Stuttgart, den sechsten RKW Architektur + Rhode Kellermann Wawrowsky aus Düsseldorf.

In der Ausstellung, die keinen Eintritt kostet, sind unter anderem die 3-D-Modelle der verschiedenen Entwürfe zu sehen. Ein Preisgericht unter Vorsitz des Architekten Arno Lederer hatte die Preise auf der Grundlage von 29 anonym eingereichten Entwürfen vergeben.

Die Entwürfe, die sich in Teilen stark ähneln, griffen den städtebaulichen Rahmen auf, den Ferdinand Heide Architekt 2018 vorgegeben hatte. Lederer, Partner im Architekturbüro Lederer+Ragnarsdóttir+Oei in Stuttgart, hob die „repräsentative Wirkung“ hervor, die von der Bundesbank ausgehe, welche bei geldpolitischen Themen oft in den Nachrichten zu sehen sei. Die Wirkung der Bankzentrale sieht er durch die filigran wirkenden Türme im Stile „eines Egon Eiermann oder Sep Ruf“ ergänzt.

Tatsächlich erinnern die drei Hochhäuser mit ihrer Rasterform aus Glas, Stahl und Beton, die um eine hybride Holzbauweise ergänzt werden sollen, stark an die 50er-Jahre-Architektur, wie sie in Frankfurt unter anderem beim Bienenkorbhochhaus oder dem Fleming’s-Hotel erkennbar ist – allerdings ohne auskragendes Dach.

Wie Projektleiter Frank Schuppel von der Bundesbank bei der Führung durchs Architekturmuseum ergänzte, lege die Bank beim Neubau Wert auf Nachhaltigkeit. Schon jetzt sei der Campus an das Fernwärmenetz angeschlossen. Der Einbau von Photovoltaikanlagen werde geprüft, vielversprechende Bohrungen nach Geothermie liefen derzeit.

Vor dem Bau des neuen Campus, der das Areal an der Wilhelm-Epstein-Straße zu einer kleinen Stadt für 5000 Menschen wachsen lässt, steht allerdings ein Umzug an. Das Hauptgebäude wird ab Mitte nächsten Jahres saniert. Vor allem die Haustechnik ist nach 50 Jahren überholungsbedürftig.

Zunächst für sieben Jahre, mit Option auf Verlängerung, zögen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Zentrale ins Frankfurter Büro Center (FBC) an die Mainzer Landstraße 46, sagte Bundesbank-Vorstand Beermann. Zu den Kosten für den Neubau des Campus machte er keine Aussage. Zum Zeitrahmen sagte, ein Abschluss „bis Mitte der 2020er ist wahrscheinlich zu optimistisch“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare