1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Drei neue Quartiere neben der Autobahn

Erstellt:

Kommentare

Auch Stromstrassen stehen dem neuen Wohnquartier im Weg. Foto: Michael Schick
Auch Stromstrassen stehen dem neuen Wohnquartier im Weg. Foto: Michael Schick © Michael Schick

Vorbereitende Untersuchung für die städtebauliche Entwicklung sorgt für Diskussion im Ortsbeirat 7

Die Pläne sehen 6800 Wohnungen für 17 000 Einwohner:innen, 5300 Arbeitsplätze sowie drei Grund-, zwei weiterführende Schulen und ausreichend Kindertagesstätten vor. Aufgeteilt auf drei Quartiere westlich der A5 – Neu-Weststadt, Lachgrabenquartier und Produktives Praunheim. Anhand dieser Rahmendaten könnten die Felder zwischen Autobahn, Praunheim, Nordweststadt und Niederursel bebaut werden.

Das hat die vorbereitende Untersuchung für die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme ergeben, die am Dienstagabend dem Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) vorgestellt wurde, und nach der auf eine Bebauung östlich der Autobahn verzichtet wird. Statt 1600 Wohnungen sollen dort Sport- und Ausgleichsflächen entstehen. Dort könnte auch die Tennisanlage des TC Niederursel Platz finden, die nach jetzigem Stand der Wohnbebauung weichen muss. Und: Nur die östliche Hochspannungsleitung müsste verlegt werden um den Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung einzuhalten, erklärte Marcus Gwechenberger vom Stadtplanungsamt.

Fünf Jahre ist es nun her, dass die Voruntersuchung für die Bebauung der Felder in Auftrag gegeben wurde. Zahlreiche Gutachten wurden erstellt und Bürgerbeteiligungen fanden statt. Das Ergebnis für den „Stadtteil der Quartiere“ ist nun die vorbereitende Untersuchung, die nicht viel mehr als ein Zwischenschritt sei, wie Stefan Kornmann, vom Architekturbüro Albert-Speer-und-Partner, erklärte, und über den nun politisch entschieden werden müsse.

Dabei gebe es im wahrsten Sinne des Wortes, noch durchaus Luft nach oben, wie Wolf Rüdiger Hansen vom BUND betonte. Zu wenig habe sich an den Plänen verändert, kritisierte er. Dass der Lachgraben, Steinbach und Urselbach als Korridore für die Kaltluft frei blieben, sei zwar schön, reiche aber nicht aus. „Die Versiegelung des Lachgrabenquartiers bremst das wieder aus. Hinzu kommen die bis zu zehn Meter hohen Lärmschutzwände“, kritisierte er. Diese würden allerdings überströmt, entgegnete Stefan Kornmann. Eine ausreichende Versorgung mit Kaltluft sei auch weiterhin gegeben.

Kritik gab es derweil auch an der Verkehrsplanung – neben der Regionaltangente West sei die Verlängerung der U7 denkbar. Zudem soll die seit Jahrzehnten angedachte Ortsumfahrung Praunheim, die in ihrer ursprünglichen Form, wie Kornmann betonte, nicht mehr zeitgemäß sei, als Umfahrungs- und zugleich Erschließungsstraße realisiert werden, so Rosemarie Lämmer (BFF). Zudem sei diese ein Widerspruch zum geplanten autoarmen Quartier – es wird von 30 Prozent motorisiertem Verkehr ausgegangen. Statt Tief- soll es Quartiersgaragen geben.

Dem konnte auch Stefan Kornmann nicht widersprechen. Er versicherte jedoch, dass die Verkehrsplanung optimiert werde. Enge Ecken wie in Alt-Praunheim werde es deswegen nicht geben. Aber eben auch keine vierspurige Ortsumfahrung. Was wiederum Thomas Rätzke (CDU) erzürnte.

„Mike Josef hat uns die Ortsumfahrung vor fünf Jahren versprochen, jetzt bekommen wir nur eine Durchgangsstraße durchs Wohngebiet. Wir brauchen eine vierspurige Straße“, sagte er und betonte, dass die CDU-Fraktion seit jeher gegen die Bebauung der Felder gewesen sei. Lediglich den vorbereitenden Untersuchungen habe man zugestimmt.

„Ich bin auch nicht glücklich über solch eine Baumaßnahme vor den Toren Praunheims. Hätte die CDU aber damals nicht gegen den Pfingstberg gestimmt, hätten wir das Problem jetzt nicht in unserem Ortsbezirk“, stellte derweil Hans-Jürgen Sasse (SPD) fest. Über die Voruntersuchung ist im Ortsbeirat sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen. Sowohl die entsprechende Magistratsvorlage, als auch der Antrag der Römer CDU, diese abzulehnen, wurden zurückgestellt.

Der Zwischenbericht kann unter www.stadtplanungsamt-frankfurt.de eingesehen werden.

Auch interessant

Kommentare