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Amanda Dior trug am Abend dieses Outfit.
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Amanda Dior trug am Abend dieses Outfit.

Queer

Dragqueen erhebt schwere Vorwürfe gegen bekannte Frankfurter Hotelbar

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Nach eigenen Angaben wurde Dragqueen Amanda Dior mehrfach in einer Hotelbar in Frankfurt abgewiesen. Der Geschäftsführer weist die Vorwürfe zurück.

Frankfurt - Dragqueen Amanda Dior fühlt sich diskriminiert. Sie sei mehrfach an der bekannten Bar des Luxushotels Roomers abgewiesen worden, weil sie eine Dragqueen sei. Ein Vorfall habe sie besonders gekränkt. Der Geschäftsführer des Roomers Alex Urseanu sagt die Vorwürfe seien an den Haaren herbeigezogen.

Dragqueen Amanda Dior erhebt schwere Vorwürfe gegen die bekannte Frankfurter Roomers Bar. Sie sei in die Bar des Fünfsternehotels, weil sie als Dragqueen zurechtgemacht war, nicht hereingelassen worden – und fühlt sich diskriminiert.

Frankfurt: Dragqueen Amanda Dior tritt seit 20 Jahren als Dragqueen auf

Ihren echten Namen will Dior, die im Alltag als Mann lebt, aus familiären Gründen nicht sagen. Seit 20 Jahren tritt der Frankfurter als Dragqueen auf. „Ich bin noch nie in die Roomers Bar reingekommen. Da gab es immer andere Ausreden, entweder war an dem Abend nur geschlossene Gesellschaft oder es durften angeblich wegen Corona nicht mehr Leute rein, dabei war die Bar nicht voll.“

Das erzählt auch ihre gute Freundin Miriam Rosenwein, die bei der Frankfurter FDP aktiv ist und, wie sie sagt, öfter versucht habe, mit Dior in die Hotelbar im Bahnhofsviertel hineinzukommen. Jedes Mal seien sie „abgewimmelt“ worden. Der Abend, der für Dior besonders verletzend gewesen ist, war der 13. August. Da hatte sie zunächst mit Rosenwein auf einer White Party eines Radiosenders gefeiert.

Frankfurt: Dragqueen Amanda Dior wurde vor Hotelbar abgewiesen

Als Rosenwein nach Hause ging, ist Dior mit einer neunköpfigen Gruppe ins Hotel in Frankfurt weitergezogen. „Wir waren alle in Weiß angezogen und sind erst kurz auf die Toilette, um uns frisch zu machen.“ In der Lobby des Hotels hätten sie sich versammelt, um dann zusammen in die Bar hineinzugehen.

Doch soweit kam es nicht. Eine Bekannte aus der Gruppe sagte zu ihr: „Es tut mir leid, ich habe schlechte Nachrichten, aber du musst nach Hause gehen. Der Securitymann sagte mir eben, dass er sonst seinen Job verliert.“

Dragqueen aus Frankfurt will LGBTQ-Community vor solchen Erlebnissen bewahren

Dass sie als Einzige aus der Gruppe habe gehen müssen, habe sie extrem gekränkt. „Ich habe mich sehr erniedrigt gefühlt.“ Die Security habe, um sicherzugehen, dass sie gehe, sie bis zum Taxistand begleitet. Sie sei geschockt gewesen, habe aber dann einfach aufgegeben. „Eigentlich wollte ich aus Scham nichts sagen. Ich hatte auch den Eindruck, dass es dem Securitymann unangenehm war, dass er mich nicht reinlassen durfte.“

Tage danach habe sie sich schlecht gefühlt, sie habe sogar überlegt, als Dragqueen ganz aufzuhören. Sie wolle keine Entschuldigung, kein Geld, keinen Gutschein. „Ich möchte mit dieser Bar nichts mehr zu tun haben. Es geht mir nur darum, dass ich nicht möchte, dass andere Menschen aus der LGBTQ-Community dort so etwas erleben müssen.“ Publicity brauche sie nicht. „Ich habe eine große Fangemeinde.“

Geschäftsführer der Bar in Frankfurt weist die Vorwürfe von Dragqueen Amanda Dior zurück

Alex Urseanu ist Geschäftsführer der Gekko Group, zu der das Luxushotel Roomers und dessen Bar gehört. Er sagt, die Vorwürfe seien an den Haaren herbeigezogen. Denn: „Es gibt kaum einen Betrieb, der so offen, liberal und multikulturell ist wie wir.

Wir kultivieren das Miteinander von Menschen jeglicher Couleur, Religion und sexueller Orientierung.“ Er betont: „Dass jemand aufgrund seiner Hautfarbe, Religion, sexuellen Orientierung nicht reingelassen wird, gibt es bei uns einfach nicht. Ganz im Gegenteil: Je bunter unsere Gäste sind, desto lieber ist es uns.“ (Kathrin Rosendorff)

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