So ist’s recht: Immer mitten auf der Straße Fahrrad fahren. Das Verkehrsschild zeigt an, Autos dürfen nicht überholen.
+
So ist’s recht: Immer mitten auf der Straße Fahrrad fahren. Das Verkehrsschild zeigt an, Autos dürfen nicht überholen.

Mobilität

Drängeln und hupen auf der Schloßstraße

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
    schließen

Nach der Umgestaltung mehrt sich die Kritik an der Verkehrssituation auf der Schloßstraße.

Nach der Umgestaltung der Schloßstraße in Bockenheim bemängeln Radfahrer:innen die Verkehrssicherheit. Wie Nutzer:innen auf Twitter einhellig berichten, würden sie von Autos hinter ihnen angehupt und bedrängt, wenn sie, wie vorgeschrieben, in der Mitte der Straße fahren.

Die Polizei in Frankfurt hat die Verkehrssituation Anfang November kontrolliert und mehrere Verstöße beim Überholverbot festgestellt. Dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Frankfurt seien schon Beschwerden über die neue Verkehrssituation eingegangen, berichtete Bertram Giebeler. „Anhupen und drängeln, das kommt leider häufig vor.“

Was ist passiert? Auf der Schloßstraße, genauer dem Abschnitt zwischen Adalbertstraße und Rödelheimer Straße, galt bis vor kurzem noch Tempo 50. Ein Radweg war durch eine durchgezogene Linie vom Autoverkehr getrennt. Dieser Radweg lag aber zum großen Teil in der Tür-Öffnungs-Zone. Wer einigermaßen sicher fahren wollte, fuhr auf dem Radweg relativ weit links. Sie oder er wurde dann allerdings von dicht vorbeifahrenden Fahrzeugen überholt.

Diese unbefriedigende Situation wollte die Stadt verbessern. Im Sommer fräste sie die Markierungen der Radwege ab. Vor wenigen Tagen führte sie dann Tempo 30 ein. Auf dem rund 800 Meter langen Abschnitt stellte sie außerdem neue Schilder auf. Sie tragen die Bezeichnung VZ277.1. Autos und Lastwagen dürfen „einspurige Fahrzeuge“, unter anderem Fahrräder und Mopeds, nicht überholen.

Die Tür-Öffnungs-Zone markierte die Stadt ab. Mit einer durchgezogenen Linie neben den Parkplätzen und einer gestrichelten Linie hin zur Fahrspur. Die Radfahrer:innen sollen links der gestrichelten Linie, also mitten auf der Straße, fahren. Autos müssen hinter ihnen herfahren.

Soweit die Idee. In der Realität bestätigte sich am Mittwoch, was die Nutzerinnen und Nutzer auf Twitter berichteten und was auch dem ADFC Frankfurt bekannt ist. Die Radfahrer:innen fahren zum Teil in der engen Tür-Öffnungs-Zone. Vermutlich verwechseln sie die Tür-Öffnungs-Zone mit einem Sicherheitsstreifen. Diese sind in Frankfurt mitunter sehr schmal.

Die Radfahrer:innen, die auf der Straße fahren, werden von den Autos hinter ihnen mitunter angehupt und zur Seite gedrängt. Dann überholen die Autofahrer:innen in sehr geringem Abstand. Bertram Giebeler vom ADFC Frankfurt sieht hier Nachbesserungsbedarf. „Um die Schilder mit Tempo 30 und die neuen Überholverbotsschilder zu entdecken, braucht man schon einen detektivischen Spürsinn“, sagte er. Die Schilder müssten prominenter platziert werden, um von den Verkehrsteilnehmer:innen wahrgenommen und akzeptiert zu werden.

Auch hielten es einige Autofahrer:innen wohl nicht aus, 800 Meter lang hinter einem Fahrrad herzufahren, sagte er. Die Stadt könnte prüfen, einige der rund 140 Parkplätze wegzunehmen, um Überholzonen zu schaffen, in denen beim Überholen 1,50 Meter Abstand zu den Radfahrenden gegeben sei. „Die Regelung muss auch besser kommuniziert werden“, sagte er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare