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Wenn keine Bahn kommt, bleiben die Ampeln aus. Fußgänger sollten dennoch vorsichtig sein.

Dornbusch

Frankfurt-Dornbusch: U-Bahnfahrer ignorieren Ampeln

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Anwohner der Eschersheimer Landstraße beklagen, dass Fahrer Haltesignale missachteten. Die VGF hat mehrere Fahrer nachgeschult.

Für Heidi Hanssen geht es um „unser aller Sicherheit“. Die Anwohnerin schildert in der Sitzung des Ortsbeirats 9 am Donnerstag, dass die U-Bahnen auf der oberirdischen Strecke der Eschersheimer Landstraße zwischen den Haltestellen Dornbusch und Lindenbaum häufig die Haltesignale vor den Streckenübergängen missachteten – und so auch über Übergänge führen, wenn Fußgänger laufen dürften. Hanssen hat ihre „Zufallsfunde“ seit 2017 dokumentiert. Es habe schon Gespräche mit Verkehrsdezernent Klaus Oesterling und Nachschulungen für betroffene Fahrer gegeben, doch das Problem bestehe weiterhin.

Betroffen sei insbesondere die U-Bahnlinie 2, und zwar an Übergängen, an denen Fahrer beschleunigten, so Hanssen. Dies sei auf der Höhe der Wöhlerschule der Fall, am Übergang zwischen den Straßen Am Schwalbenschwanz und Auf der Lindenhöhe sowie direkt an der Station Lindenbaum. Außerdem habe sie mehrere Signalstörungen beobachtet. Das Thema sei „lebensgefährlich“, sagt Hanssen: „Wenn wir unsere Kinder in die Schule schicken und die auf Rot achten, hilft es nicht – die Bahnen fahren durch.“

Thomas Bürklin, der am Schwalbenschwanz wohnt, stimmt Hanssen zu. Als seine Tochter morgens mit dem Fahrrad zur Schule gefahren sei, sei die U-Bahn über den Übergang gefahren, obwohl die Fußgängerampel aus gewesen sei – die Möglichkeit zu gehen also signalisiert wurde. Solche Vorfälle habe er bereits mehrfach beobachtet. „Wenn man schon eine Ampelanlage hat, sollte die auch funktionieren und eingehalten werden“, so der Anwohner.

Die Ortsbeiratspolitikerin Christiane Loizides (CDU) bedankt sich bei Hanssen für die Mühe der Dokumentation. Sie glaube nicht, dass die Fahrer absichtlich über die Haltesignale fahren, sondern dass es ein Problem mit der Schaltung gebe. „Das muss dringend geprüft werden“, sagt Loizides. Die CDU-Fraktion hat deswegen einen Antrag an den Magistrat gestellt, der schnell Abhilfe schaffen soll, und von allen Fraktionen unterstützt wird. Auf Vorschlag von Wendel-Jaromir Burkhardt von den Grünen wird daraus ein Eilantrag, damit das gefährliche Problem möglichst schnell gelöst werden könne. Manchmal würden zwei, manchmal drei oder vier Wagen der Bahnen fahren, merkte Thomas Budenz (BFF) an. Vielleicht gebe es damit ein Problem.

Eine Sprecherin der VGF sagte auf Anfrage der FR, dass die Beschwerden schon länger bekannt seien: „Wir nehmen das sehr ernst.“ Die problematischen Stellen seien bereits vor dem Antrag kontrolliert worden, sie funktionierten korrekt. Eine solche Prüfung gebe es bei jeder Beschwerde. Für den Bereich zwischen den Stationen Dornbusch und Lindenbaum sind der Sprecherin weniger als fünf Beschwerden bekannt, bei einer Prüfung habe sich „nicht jede als berechtigt herausgestellt.“

Bei den berechtigten Beanstandungen habe die VGF herausgefunden, „welche Züge das waren, welche Fahrerinnen und Fahrer“, so die Sprecherin. Wie viele das genau betreffe, wisse sie nicht. Diese seien jedoch im Ausbildungszentrum nachgeschult worden. Wenn sich die Nichtbeachtung der Signalzeichen wiederhole, müsse sich etwas anderes überlegt werden.

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