Mobilität

Frankfurt: Doch Radspuren am Mainkai

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
    schließen

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) kündigt eine „wohlwollende Prüfung“ von Radwegen am Mainkai an.

Auf dem Mainkai sollen noch vor der Kommunalwahl Radspuren für Fahrradfahrer markiert werden. „Es gibt gute Chancen, bis März zwei Schutzstreifen abzumarkieren“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) am Dienstagabend im Verkehrsausschuss des Römers. Derzeit laufe eine Prüfung - „und damit meine ich eine wohlwollende Prüfung“, sagte er.

Zuvor hatte der Ausschussvorsitzende Wolfgang Siefert (Grüne), der auch verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, auf die „kreuzgefährliche Situation“ für Radfahrerinnen und Radfahrer hingewiesen. Seit Anfang September fahren auf dem Mainkai wieder Lkw und Pkw. Schutz für Radfahrende gibt es nicht. Die Straße war nach 13 Monaten Sperrung wieder für den motorisierten Verkehr freigegeben worden. Die CDU im Römer hatte die Fortführung der Sperrung in der Koalition blockiert.

Im Ausschuss stand Martin Daum (CDU) auf verlorenem Posten, als er den Vorschlag seiner Fraktion verteidigte, den Mainkai nach Plänen des Büros Marie-Theres Deutsch Architekten umbauen zu lassen. „Wie das gezeichnet ist, funktioniert das auch“, sagte Daum. „Wenn sie die Straßen nach Norden verschwenken, fahren die Autos und Lastwagen künftig direkt an den Wohnungen vorbei“, entgegnete Eugen Emmering (SPD). Ein Bürger wies in der Fragestunde darauf hin, die CDU habe sich beim Straßenquerschnitt wohl verrechnet. Die Breite liege bei rund 50 Metern - der CDU-Entwurf mit Plätzen benötige eher 100 Meter. „Es ist alles ziemlich grau in dem Entwurf“, sagte Siefert. „Sie zeigen nur wenige Pkw und keine Lkw, dabei müssten sie 20 000 Fahrzeuge zeigen“, sagte Oesterling, der von einer „virtuellen Irreführung“ sprach. Martin Kliehm (Linke) argumentierte für die Verringerung des Autoverkehrs in der Innenstadt und den autofreien Mainkai. Dem schloss sich Bernhard Maier (Grüne) an: Weitere Straßen müssten umgestaltet werden. Annette Rinn (FDP) betonte, die wohlwollende Prüfung für Radwege müsse „zügig“ abschlossen werden. Nico Wehnemann (Die Partei) sagte, der CDU-Entwurf mit viel Beton passe „zu den Betonköpfen der CDU“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare