Obdachlosigkeit

Frankfurt: Diskussion über Studie zu Obdachlosen

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Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) plädiert für die Veröffentlichung einer Studie, die der Stadt seit 2018 vorliegt, und fordert bessere Hilfsangebote für obdachlose EU-Bürger.

Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) spricht sich dafür aus, die von der Stadt in Auftrag gegebene, aber nicht publizierte Studie über obdachlose EU-Bürger zu veröffentlichen. Die Forschungsarbeit leiste einen „wichtigen Beitrag“ dazu, ein differenziertes Bild der Lage von EU-Ausländern zu bekommen, die in der Stadt auf der Straße lebten, sagte Majer der Frankfurter Rundschau. Die Studie liege seit Monaten auf dem Tisch und sollte öffentlich diskutiert werden können. Er könne sich allerdings vorstellen, dass die Arbeit noch durch weitere Interviews und Forschungen ergänzt werden müsse, sagte Majer.

Die von zwei Sozialwissenschaftlerinnen erstellte Studie war vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten (Amka) in Auftrag gegeben worden und liegt dem Magistrat seit Sommer 2018 vor. Die Forscherinnen hatten im Frühjahr 2018 rund 40 Interviews mit Obdachlosen, Mitarbeitern der Stadt und Experten geführt. Bisher wurde über die Studie in der Stadtregierung diskutiert, sie ist aber nicht veröffentlicht worden.

Nach FR-Informationen gibt es in der Stadtverwaltung Bedenken, die eigene Arbeit werde in der Studie zu negativ dargestellt. Seitdem die FR den Fall öffentlich gemacht hat, haben schon die Linksfraktion im Römer und der Förderverein Roma gefordert, die Arbeit zu veröffentlichen.

Majer sagte der FR, wichtiger als die Studie sei es ihm, dass sich in Frankfurt politisch etwas bewege. „Wir müssen über den unbefriedigenden Status quo hinauskommen.“ Diese Haltung werde von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und der Grünen-Fraktion im Römer geteilt. Es müssten „ergänzende Angebote“ speziell für obdachlose EU-Bürger geschaffen werden, die derzeit bestehenden Hilfsstrukturen reichten nicht aus. Wichtig sei, dass den Menschen schnell ein Dach über dem Kopf angeboten werde, sagte Majer.

Über obdachlose EU-Bürger wird in Frankfurt seit Jahren gestritten. Die Stadt stellt sich auf den Standpunkt, dass sie nur in den städtischen Notunterkünften unterkommen könnten, wenn sie Ansprüche auf Sozialleistungen hätten. Bei EU-Bürgern, die in Deutschland Arbeit suchen, ist das in der Regel nicht der Fall.

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